Anfänglich geht es beim Einzel darum, wer härter Smashen kann oder wer den gefährlicheren Drop spielen kann, oft auch darum, wer im Spiel mehr Glück hatte, sehr schnell geht es auch darum, wer die meiste Ausdauer hat. Gerät der ambitionierte und inzwischen bereits fortgeschrittene Spieler dann an einen guten Badmintonspieler, der keinen härteren Smash hat (evtl. auch gar nicht smasht), der keine gefährlichen Spielbälle spielt und eine deutlich schlechtere Ausdauer hat, kann er das Spiel, trotz enormer Anstrengung nicht für sich gewinnen. Woran liegt das? Liegt es an der besseren Technik des erfahrenen Spielers? An den Finten? Ist es Glück? Oder die viel besagte Erfahrung? Eines ist klar: Glück ist es nicht. Und egal wie sehr der ambitionierte Spieler an seiner Technik arbeitet, zum Ende wird der erfahrene Spieler das Spiel für sich entscheiden, außer die Spieler spielen öfter gegeneinander. Woran liegt das? Was macht Erfahrung aus?

Erfahrene Spieler erkennen die Stärken und Schwächen ihrer Gegenüber und können ihr eigenes Spiel entsprechend anpassen, weil sie eine solche Spielsituation bereits erfahren haben und wissen, wie in diesen Spielsituationen zu handeln ist.

In diesem Kapitel werden zunächst grundsätzliche Taktiken für das Einzelspiel erläutert. Danach wird auf die verschiedenen Spielertypen eingegangen, die es im Einzel gibt und beschrieben, wie mit welchen Spielertypen umgegangen werden kann.

Generelles zum Einzel

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Bevor auf besondere Spieltaktiken im Einzel eingegangen wird, ist es wichtig, die Grundregeln im Einzelspiel zu beherrschen und zu beherzigen. Dazu gehört eine ordentliche Nachbereitung nach dem Schlag ganauso wie eine geeignete Vorbereitung eines Punkts durch einen entsprechenden Spielaufbau. Der Aufschlag im Einzel kann von Anfang an Druck auf den Gegner aufbauen oder auf den Aufschläger selbst. Schließlich wird sich jeder Gegner schnell auf die eigene Spielweise einstellen. Deshalb ist es wichtig, das eigene Spiel zu Variieren.

Aufschlag

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Wie bei allen Badminton-Disziplinen gilt auch beim Einzel, dass die Spieleröffnung einen großen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf hat. Aus diesem Grund wird im ersten Abschnitt darauf eingegangen wie das Spiel taktisch klug eröffnet werden kann und wie auf Aufschläge reagiert werden kann. Dabei wird zwischen den beiden im Einzel üblichen Aufschlagformen unterschieden, dem hohen und dem kurzen Aufschlag.

Hoher Aufschlag

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Der hohe Aufschlag im Einzel hat zum Ziel, den Gegner gleich zu Anfang des Ballwechsels durch einen hohen weiten Schlag, der möglichst nah an die gegnerische Grundlinie geht, von der Zentralposition des Feldes zu entfernen. Der hohe Aufschlag sollte zudem nah an die Mitte des Feldes gespielt werden. Dadurch wird dem Gegner die Möglichkeit genommen, mit dem Rückschlag Druck aufzubauen, da der Gegner zum einen sehr weit hinten steht und somit durch einen Smash oder einen Drop ggf. selbst unter Druck gerät und zum anderen nicht zwischen einem offensiven longline- oder cross-Rückschlag wählen kann. Der Aufschläger kann somit nach seinem Aufschlag direkt in der Zentralposition stehen bleiben und aus dieser Position heraus sein gesamtes Feld optimal abdecken. Würde der Aufschlag nach außen gespielt werden, müsste der Aufschläger den longline Return besser abdecken und somit den Cross-Drop nicht mehr optimal abdecken.

Der Nachteil des hohen Aufschlags liegt darin, dass durch den Aufschläger selbst kein Druck aufgebaut wird. Der Rückschläger hat viel Zeit, sich hinter dem Ball zu positionieren und von dort seinerseits das Spiel durch seinen Rückschlag quasi zu eröffnen. Hat der Rückschläger dann noch einen guten oder gar sehr guten offensiven Schlag (einen harten Smash oder einen offensiven Drop) in seinem Repertoire, kann er diesen nach dem hohen Aufschlag dann gut einsetzten. Aus diesem Grund kommt bei höheren Spielklassen des öfteren der kurze Aufschlag zum Einsatz.

Rückschlag des hohen Aufschlags

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Mit dem Rückschlag des hohen Aufschlags beginnt der Spielaufbau. Nach einem hohen Aufschlag ist es normalerweise (wenn der Aufschlag gut ausgeführt wurde und bis an die Grundlinie geht) nicht zweckmäßig, einen riskanten Angriffsball wie einen Smash oder einen schnellen Cross-Drop zu spielen, der bei einer guten Abwehr den Angreifer selbst unter Druck setzen, da der Aufschläger nach seinem Aufschlag gut zentral im Feld steht und die meisten Bälle gut erreichen und offensiv zurückspielen kann. Statt direkt einen Angriffsball zu spielen geht es beim Rückschlag zunächst darum, den Gegner durch einen geeigneten Spielaufbau aus der Zentralposition heraus zu zwingen. Es stehen die folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Angriffsclear (cross oder longline): Durch einen offensiven, flachen Angriffsclear wird getestet, wie gut der Gegner die hinteren Ecken des Felds abdeckt. Der Gegner wird dabei gezwungen, schnell aus der Zentralposition heraus hinter den geschlagenen Ball zu gelangen. Schafft er das nicht, ist der Gegner bereits durch den Angriffsclear selbst in Bedrängnis. Mit diesem ersten Angriffsclear wird auch bereits der Gegner hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen "abgetastet". Es geht dabei darum zu beobachten, ob er einen flachen Angriffsclear früh abfängt oder dadurch vielleicht in Bedrängnis gerät. Es geht darum, die gegnerische Rückhand (aber genauso auch die Vorhand) auszutesten. Allerdings sollte ein flacher Angriffsclear nur longline gespielt werden, da der flache Cross-Angriffsclear mit hoher Wahrscheinlichkeit früh abgefangen wird und sehr offensiv zurück kommt. Nach dem Angriffsclear ist es wichtig selbst wieder ein Stück in Richtung Zentralposition zu rücken uns selbst das Feld gut zu decken. Von da an startet das typische Einzelspiel mit einem geeignetem Spielaufbau und der Nutzung von Chancen zur Verwandlung des Punkts.
  • Drop (eher longline): Auch durch einen Drop wird der Gegner aus der Zentralposition heraus gezwungen. Dabei wird getestet, wie gut der Gegner die Laufwege nach vorne beherrscht bzw. wie gut der Gegner die vorderen Ecken des Felds abdeckt. Da der Gegner nach dem Aufschlag jedoch gut im Feld steht und ggf. sehr schnell in die vorderen Ecken gelangt, ist es ratsam, den Drop eher longline zu spielen und gut nachzubereiten. Schafft es der Gegner nicht, schnell in die vorderen beiden Ecken zu gelangen, wird der Ball anschließend entweder zu kurz oder aus einer instabilen Position gespielt, so dass der Gegner bei den darauf folgenden Bällen mehr und mehr in Bedrängnis gerät. Nach einem Drop ist es wichtig, wieder weit ins Feld zurück zu gelangen, da der Gegner nach dem Drop einen Stop am Netz spielen kann. Der hohe Ball ist bei weitem nicht so gefährlich, da dieser längere Zeit durch die Luft fliegt.
  • Half-Smash (eher longline): Schließlich steht dem Rückschläger noch die Option offen, einen schnellen, offensiven, abwärts gerichteten Half-Smash zu spielen, um das Spiel aufzubauen. Zwar wird der Gegner nicht so weit aus der Zentralposition heraus gezwungen, wie etwa bei Drop oder Clear, allerdings muss sich der Gegner sehr schnell bewegen. Ggf. ist der Gegner in diesem Moment nicht voll konzentiert und gerät durch den Half-Smash ein wenig in Bedrängnis und spielt den Ball nicht gut genug zurück, so dass nach dem Ball noch mehr Druck aufgebaut oder gar verwandelt werden kann. Nach einem Half-Smash ist es wichtig, einen Drive-Konter abzudecken. Natürlich kann auf einen Half-Smash auch ein kurzer Ball (z.B. cross) oder ein hoher Ball (z.B. als Swip) gespielt werden, aber der einzige Ball, der den Spieler nach einem Half-Smash in Bedrängnis bringt, ist ein schneller Konter-Drive.
  • Offensive Angriffsbälle: Ist der Aufschlag zu kurz oder als mögliche Variante eines Rückschlags kann der Rückschläger versuchen einen sehr offensiven Angriffsball (Smash) zu spielen und zu versuchen, direkt nach dem Aufschlag, den Punkt zu verwandeln oder zumindest so viel Druck aufzubauen, dass eine Verwandlung in den ersten Ballwechseln möglich wird. Allerdings sollte ein Smash nicht als Standard-Rückschlag verwendet werden, da dieser sehr anstrengen ist und nach dem Aufschlag nicht viel Erfolg verspricht, da der Aufschläger nach seinem Aufschlag gut steht und normalerweise den Smash gut abwehren oder gar in einen Gegenangriff verwandeln kann. Aus diesem Grund ist es nach dem Smash auch wichtig, wieder in Richtung Zentralposition nachzurücken und schnelle, offensive Gegenangriffe abzudecken.

Kurzer Aufschlag

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Durch den kurzen Aufschlag ist es dem Aufschläger möglich, den Ballwechsel gleich mit einem Schlag zu beginnen, den der Rückschläger von unten nach oben beantworten muss. Somit ist der kurze Aufschlag gut für offensive Spieler geeignet, die den Gegner gleich zu Anfang in die Defensive zwingen möchten. Allerdings kann der kurze Aufschlag sehr offensiv rückgeschlagen werden, weshalb es für den Aufschläger nach seinem Aufschlag sehr wichtig ist, den Rückschlag gut zu decken und sein offensives Spiel aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck sind einige Punkte beim kurzen Aufschlag zu beachten:

  • Eigene Aufschlagposition optimieren: Da das Spiel nach dem kurzen Aufschlag sehr schnell weiter geht, ist es wichtig gleich nach dem Aufschlag gut zu stehen, um auf den Rückschlag des Gegners gut reagieren zu können. Manche Spieler stellen sich deshalb bereits beim Aufschlag in die Zentralposition, statt nah an die Aufschlaglinie. Andere Spieler machen nach dem Aufschlag an der kurzen Aufschlaglinie einen Schritt zurück in die Zentralposition. Es ist wichtig, sich dieser Problematik bewusst zu werden und die eigene Position beim Aufschlag seinen eigenen Fähigkeiten, aber auch dem aktuellen Gegner anzupassen.
  • Schläger hoch: Der Rückschläger wird versuchen, den Aufschläger nach einem kurzen Aufschlag nicht in den Angriff zu lassen. Eine der Möglichkeiten, die der Rückschläger dazu hat, ist, den Ball flach am Aufschläger vorbei zu spielen. Der Aufschläger muss versuchen, diesen Rückschlag zu vermeiden indem er nach seinem Aufschlag den Schläger hoch nimmt und alle flachen Rückschläge abfängt. Ist der Rückschlag zum Abfangen zu hoch, handelt es sich um einen aufsteigenden Ball, den der Aufschläger offensiv zurückspielen kann, indem er sich durch schnelle Beinarbeit hinter den Ball bewegt.
  • Nachbereitung: Nach dem Aufschlag müssen alle möglichen Rückschläge (sowohl die kurzen als auch die flachen als auch die langen) durch den Aufschläger gut abgedeckt werden. Deshalb ist eine entsprechend gute Nachbereitung nötig. Da der Aufschläger hautpsächlich Vorder- und Hinterfeld abdecken muss, ist eine offensive Nachbereitung mit den Füssen hintereinander (wie nach einem Stop am Netz) am besten geeignet.
  • Tief stehen: Teil der Nachbereitung besteht darin, möglichst tief zu stehen, damit der Aufschläger sich nach dem Rückschlag gut schnell bewegen kann. Da er sich dazu energisch abdrücken muss, ist es wichtig, tief zu stehen.
  • Möglichst nah an die Mitte: Da der Aufschläger nach seinem Aufschlag Vorder- und Hinterfeld abdeckt, sollte er seinen Aufschlag so gestalten, dass er keine zu große Bewegung zu den Seiten machen muss. Er sollte also den Aufschlag so platzieren, dass er mitten im Bereich des möglichen Rückschlags steht. Dies ist der Fall, wenn der Aufschlag nah an die Feldmitte geht. Natürlich ist aber auch beim Aufschlag Variation wichtig, damit sich der Gegner nicht auf ein bestimmtes Spiel einstellen kann.
  • Möglichst nah an die kurze Aufschlaglinie: Um den Rückschläger dazu zu zwingen, den Ball aufwärts zu spielen, soll der Ball beim Aufschlag direkt nach dem Passieren des Netzes wieder fallen. Je flacher der Ball beim Aufschlag gespielt wird und je weiter der Ball ins gegnerische Feld fliegt, desto mehr Möglichkeiten hat der Rückschläger, den Ball offensiv zurück zu spielen und den Aufschläger in die defensive zu drängen. Deshalb sollte der Aufschläger versuchen, seinen Aufschlag möglichst nah an die gegnerische kurze Aufschlaglinie zu platzieren.

Rückschlag des kurzen Aufschlags

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Ein Spieler, der sich beim Einzel für einen kurzen Aufschlag entscheidet, spielt ein sehr offensives Spiel. Aus diesem Grund ist es ratsam, diesen Spieler nicht zu einem gut vorbereiteten Angriff kommen zu lassen. Es sollte kein Ball gespielt werden, bei dem der Angreifer die Gelegenheit hat, sich lange zu positionieren und seinen Angriff zu vollziehen. Stattdessen sollte der Rückschläger versuchen, seinerseits das Spiel zu steuern. Für den Rückschlag auf den kurzen Aufschlag stehen ihm dazu die folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Swip: Der einfachste Rückschlag auf einen kurzen Aufschlag ist ein longline Swip. Dieser ist durch den Aufschläger nur schwer früh abzufangen und drängt ihn weg von der Zentralposition in sein eigenes Hinterfeld. Wird der Swip ansatzlos gespielt (der Aufschläger kann anhand der Aushol- / Schlagbewegung nicht erkennen, dass ein Swip folgen wird) ist es möglich, dass der Aufschläger durch den Swip gar in Rücklage gerät und bereits durch den Swip in Bedrängnis gerät. Wichtig ist beim Swip, dass dieser in der richtigen Höhe gespielt wird, so dass der Aufschläger den Swip nicht frühzeitig abfangen kann. Gleichzeitig soll der Swip nicht so hoch sein, dass sich der Aufschläger problemlos hinter den Ball platzieren und einen offensiven Schlag durchführen kann.
  • Stop: Alternativ zum Swip kann der Ball als Stop kurz am Netz abgelegt werden. Deckt der Aufschläger das Netz nicht gut genug ab, muss er selbst den Ball hoch zurückspielen und der Rückschläger kann daraufhin sein Spiel aufbauen oder gar einen Angriff starten. Wichtig beim Stop ist, den Ball früh und nah am Netz abzufangen, sonst hat der Aufschläger zu viel Zeit auf den Stop zu reagieren und kann diesen offensiv zurück spielen oder gar direkt am Netz töten.
  • Drive: Eine sehr offensive, gleichzeitig aber auch eine sehr schwierige und risikoreiche Alternative zu den Standard-Rückschlägen Swip und Stop ist der Drive. Dieser kann insbesondere dann gut gespielt werden, wenn der Aufschlag zu hoch, zu lang oder sowohl zu hoch als auch zu lang gespielt wurde. Um einen Aufschlag mit einem Drive zurückzuschlagen, muss der Rückschläger den Aufschlag sehr früh nehmen, weshalb er in Vorbereitung auf den Rückschlag sehr weit vorne stehen muss und somit einen Swip-Aufschlag sehr schnell und gut abdecken können muss.
  • Finten/ansatzloses Spiel: Wichtig für alle Formen des Rückschlags ist, dass aus einer Ausholbewegung alle Rückschläge gleichermaßen gespielt werden können, damit der Aufschläger nicht frühzeitig erkennen kann, welcher Rückschlag folgen wird. Auch können Finten gespielt werden, um dem Aufschläger einen Rückschlag vorzutäuschen und dann einen anderen Rückschlag zu spielen. Wie ansatzlos gespielt wird und wie Finten gespielt werden, wird im Kapitel zu den Schlägen erläutert.

Nachbereiten

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Eine wichtige taktische Komponente im Einzel ist das Nachbereiten nach dem eigenen Schlag. Normalerweise gilt, nach dem eigenen Schlag wieder zurück in Richtung Zentralposition zu gelangen, um das Feld für den nächsten Schlag optimal abzudecken. Die Betonung liegt darauf in Richtung der Zentralposition zu gelangen und nich bis in die Zentralposition. Zum einen wird es bei einem schnellen Einzeln nicht möglich sein, immer bis in die Zentralposition zurück zu gelangen. Zum anderen ist es auch gar nicht ratsam sich nach jedem Schlag immer wieder in der Zentralposition zu positionieren. Oft ist es sinnvoll nach dem eingenen Schlag nur einen Schritt zurück in Richtung der Zentralposition zu machen und von dort aus den nächsten Laufweg zu initiieren. Wichtigstes Beispiel für diese Art der Bewegung auf dem Feld ist das Ablegen eines Balls kurz am Netz. Nach einem kurz abgelegten Ball (insbesondere wenn der Ball gut abgelegt ist) ist es wichtiger, das Netz zu decken statt das Feld zu decken, da der Spieler für einen hohen weiten Ball ins Feld wesentlich mehr Zeit hat als für einen kurzen Gegenstop.

Da das Nachbereiten viel mit den richtigen Schritten und Schrittfolgen zu tun hat, wird es im Kapitel über die Lauftechniken behandelt.

Spiel aufbauen

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Ganz im Gegensatz zu den anderen Badminton-Disziplinen (Doppel und Mixed) geht es im Einzel eher nicht darum, gleich von Anfang des Ballwechsels an mit vielen Smashs und gelegentlichen Drops so schnell wie möglich den Punkt zu verwandeln. Stattdessen zeichnet sich das Einzelspiel gerade dadurch aus, dass das Spiel aufgebaut wird und der Smash dann zum Einsatz kommt, wenn die Chance, einen Punkt zu verwandeln, recht hoch ist (z.B. wenn der Gegner aus dem Gleichgewicht ist bzw. das Feld nicht optimal abdeckt). Der Spielaufbau besteht darin, den Gegner aus seiner Zentralposition heraus zu zwingen, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, ihn zum Laufen zu zwingen und dadurch die Gelegenheit für einen Angriff zu erzeugen. Die grundlegenden Formen, das Spiel aufzubauen, wurden in den Abschnitten zum Aufschlag bzw. zur Aufschlagannahme bereits angesprochen und werden nachfolgend nochmals aufgelistet:

  • Clear: Eine Möglichkeit, den gegnerischen Spieler aus der Zentralposition heraus zu bewegen, besteht darin, einen Clear zu spielen. Ein Clear kann sowohl aus dem hinteren Feld als auch vom Netz aus (als Unterhandclear) gespielt werden. In beiden Fällen lässt sich zwischen einem hohen (eher defensiven) und einem flachen (schnellerem und somit eher offensivem) Clear unterscheiden. Der hohe Clear birgt den Vorteil, dass er so hoch gespielt werden kann, dass der gegnerische Spieler bis ganz ans Ende des Feldes gezwungen wird, wobei er dafür jedoch viel Zeit hat. Bei guten Angriffsspielern und bei höherklassigen Spielern hat der Gegner gar so viel Zeit, dass er aus der hinteren Feldposition immer noch einen sehr offensiven Angriffsball spielen kann. Aus diesem Grund wird beim Spielaufbau, bei welchem ja versucht wird, den generischen Spieler aus der Balance / in Bedrängnis zu bringen, eher der flachere (auch Angriffsclear oder vom Netz aus auch Swip genannt) gespielt werden, um den Gegner aus seiner Zentralposition zu zwingen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Gegner den Schlag nicht zu früh abfangen kann, da dies zu einem sehr gefährlichen Gegenschlag des Gegners führen würde.
  • Drop: Alternativ dazu, den Gegner aus der Zentralpostion heraus durch einen Clear ans hintere Feldende zu bewegen, besteht die Möglichkeit, den Gegner ans vordere Feldende und somit ans Netz zu zwingen, indem ein Drop ans Netz gespielt wird. Genau wie auch der Clear kann der Drop eher bogenförmig (und somit langsamer) oder eher gradlinig (und somit schneller) gespielt werden. Analog zum hohen Clear zwingt der bogenförmige Drop den Gegner weiter aus der Zentralposition heraus. Im Falle des Drops näher ans Netz. Analog zum hohen Clear wird dem Gegner mehr Zeit gelassen als beim schnellen Drop. Und so ist es auch hier die Variante, die seltener gespielt wird. Bei sehr hochklassigen Spielern, wird der bogenförmige Drop kaum gespielt, da dieser auch die Gefahr birgt, dass der Gegner durch die gewonnene Zeit einen sehr offensiven Gegenschlag vollziehen kann.
  • Stop: Die zweite Möglichkeit, den Gegner aus der Zentralposition ans Netz zu bewegen, ist der Stop aus der eigenen vorderen Feldpositon am Netz zur gegnerischen vorderen Feldposition ans Netz. Da der Stop nur aus dem eigenen Vorderfeld gespielt werden kann, kann ein Stop nur auf einen gegnerischen Stop oder einen gegnerischen Drop gespielt werden. Welcher Stop zum Spielaufbau gespielt wird, hängt sehr von der aktuellen Spielsituation ab. Zunächst hängt es davon ab, ob der Gegner den Ball selbst als Stop oder als Drop gespielt hat. Hat der Gegner den Ball selbst als Stop gespielt, steht er sehr nah am Netz und es kann gefährlich sein, noch einen hohen Stop am Netz zu spielen, da der Gegner diesen sonst töten kann. In diesem Fall kann ein Stop nur sehr knapp über das Netz oder als knapper cross Stop gespielt werden. Ist es zu riskant, den Stop zu spielen, da der Gegner sehr nah am Netz steht, ist ein Swip die bessere Wahl, um den Gegner unter Druck zu setzen. Hat der Gegner seinen Ball als Drop gespielt steht er weit hinten im eigenen Feld. In diesem Fall kann der Drop etwas höher gespielt werden. Der Vorteil eines hohen Stops liegt darin, dass der Stop dadurch in einem steileren Winkel und somit näher am Netz fällt. Der Gegner wird dadurch gezwungen, noch näher an das Netz und somit weiter weg von der eigenen Zentralposition zu rücken, außerdem wird der Gegner dadurch gewungen, selbst einen sehr steilen Winkel zu spielen, um den Ball wieder zurückzuspielen. Ist der Stop sehr nah ans Netz gespielt, gelingt es dem gegnerischen Spieler u.U. nicht mehr, den Ball weit genug ins gegnerische Feld zu spielen, um einen gefährlichen Angriff zu vermeiden.
  • Half-Smash / Smash: Auch ein Smash kann zum Zwecke des Spielaufbaus genutzt werden. Wird ein Smash oder Half-Smash an den Feldrand gespielt, kann es sein, dass der Gegner den Ball nicht mehr gut genug kurz und flach genug ans Netz oder weit und hoch genug ins hintere Spielfeld spielen kann. Dadurch kann dann der nächste Schlag genutzt werden, um den Gegner weiter in Bedrängnis zu bringen und das Spiel weiter aufzubauen oder gar um den Punkt direkt zu verwandeln.
  • Drive: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, einen schnellen flachen Drive am gegnerischen Spieler vorbei zu spielen, so dass dieser den Ball nur noch schlecht erreicht oder gar in eine Rücklage gerägt, ist das ein sehr guter vorbereitender Ball.

Variieren

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Gute Badmintonspieler stellen sich schnell auf ihre Gegner sowie deren Stärken und Schwächen ein. Aus diesem Grund ist es nicht nur wichtig, das eigene Spiel auf das Spiel des Gegners einzustellen, sondern auch, das eigene Spiel zu variieren. Dies ist insbesondere in Not- und Verwandlungssituationen wichtig. Hat ein Spieler aus einer Situation in welcher er sich in Bedrängnis befindet immer nur eine Form des Befreiungsschlags, wird sich der Gegner schnell darauf einstellen und sich so positionieren, dass er diese Situation verwandeln kann. Genauso verhält es sich bei Verwandlungssituationen. Verwandelt ein Spieler immer auf die gleiche Art (durch den gleichen Schlag), dann wird sich der Gegner auch darauf einstellen und diese Situation schnell abdecken, so dass die herausgespielte Verwandlungssituation wieder verloren geht. Aus diesem Grund ist es für gute Badmintonspieler auch wichtig, ihre Schläge zu variieren. Um dies zu erreichen, ist von Nutzen, die Fähigkeit aus jeder Ecke des Felds in jede andere Ecke des Spielfelds spielen zu können (siehe Ecken-Training). Etwas erweitert wird diese Fähigkeit durch spezielle Trainings in welchen Trainiert wird, aus jeder Ecke des Spielfelds auch in jeder Spielsituation - also auch in (durch das Training gestellte) Bedrängnissituationen - in jede andere Ecke des Spielfelds spielen zu können (siehe Festgelegten Schlagfolgen).

Grundlegende Spieltaktiken

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Zusätzlich zur Spieleröffnung und den jeweiligen Schlägen zum Spielaufbau existieren einige grundlegende Spieltaktiken, die bei einem Badminton-Einzel Verwendung finden können.

Gegnerische Schwächen testen

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Eine der ersten Spieltaktiken, die beim Badminton schnell Anwendung findet, ist das Spielen auf die Rückhand des Gegners, da die Rückhand bis in hohe Spielklassen hinein eine Schwachstelle des Gegners ist. Was bei vielen Spielern unterschätzt wird, ist dass sich auch in anderen Ecken Schwachstellen des Gegners verbergen können. Es ist daher wichtig, die Schwächen des Gegners im Spiel auszutesten und beabsichtigt anzuspielen bzw. es vermeiden, den Gegner seine Stärken ausspielen zu lassen. Nachfolgend wird auf das abtesten der gegnerischen Stärken und Schwächen eingegangen.

Spielen auf die Rückhand

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Um die schwache Rückhand eines/einer Gegners/Gegnerin zu testen oder danach anzuspielen, ist es wichtig, den Gegner in eine Spielsituation zu bringen, in welcher er gezwungen ist, die Rückhand zu spielen, also nicht mehr in der Lage ist, die Rückhand zu umlaufen und sie als "Links-vom-Kopf"-Vorhand zu spielen. Dazu ist es eine gute Idee, dem Gegner zunächst auf die Vorhand zu spielen, da er sich dazu weit aus der Zentralposition heraus in seine eigene Vorhandseite bewegen muss. Spielt der Gegner dann einen Cross-Ball, so besteht dann die Möglichkeit, dem Gegner einen Ball offensiv auf die Rückhandseite zu spielen, so dass dieser (im besten Fall) gezwungen wird, einen Rückhandball zu spielen.

Spielen auf die Vorhand

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Hat der Gegner eine sehr schwache Rückhand, wird er diese extrem gut decken. Er wird sich also nicht so stark in Bedrängnis bringen lassen, dass er gezwungen wird, eine Rückhand spielen zu müssen. Dies wird der Gegner dadurch erreichen können, dass er sich eher etwas auf der Rückhandseite seiner Zentralposition platziert. Dadurch ist aber der Weg in die Vorhandecke länger, was seine Vorhand zu einem Schwachpunkt werden lässt. Des weiteren gibt es viele Spieler, die sich schlechter in die Vorhandseite bewegen können, als in die Rückhandseite. Bzw. aus der Vorhandseite keine so starken Schläge spielen können, wie aus der Rückhandseite. Es ist also eine gute Idee, auch die Stärke der Vorhand abzutesten, bzw. diese anzuspielen, sollte sie sich als eine Schwachstelle herausstellen. Wieder ist es eine kluge Idee, zunächst auf die gegnerische Rückhandseite zu spielen, um den nächsten Schlag oder optimalerweise den übernächsten Schlag offensiv auf die gegnerische Vorhandseite zu spielen.

Vordere Ecken testen

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Auch bei den vorderen beiden Ecken haben die meisten Badmintonspieler eine stärkere sowie eine schwächere Seite. Insofern macht es Sinn, auch die vorderen Ecken auszutesten und genau zu beobachten, wie gut sich der Gegner in die vorderen beiden Ecken bewegt. Erneut ist es sinnvoll den Gegner zunächst in die rechte Feldhälfte oder gar die gegenüberliegende Ecke laufen zu lassen bevor die zu testende Ecke angespielt wird, um die größte Erkenntnis über die Laufarbeit des Gegners zu gewinnen.

Laufkombinationen testen

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Bereits bei den Beschreibungen zum testen der Stärken und Schwächen der einzelenen Ecken ist klar geworden, dass ein Testen der gegnerischen Stärken und Schwächen, das einfache Anspielen bestimmter Ecken nicht genug ist, sondern dass Laufkombinationen gespielt werden müssen, um die abzutestende Stärke oder Schwäche tatsächlich auch so anspielen zu können, dass die evtl. gegebene Schwäche auch zum Vorschein kommt. Typischerweise sind es die dem Gegner erzwungenen Laufwege, die einen schlecht gespielten Ball erzwingen und nicht die schlechte Schlagtechnik. Insofern ist es wichtig, den Gegner zu Laufwegen zu zwingen, die dem Gegner nicht liegen und ggf. aus der Balance bringen bzw. den Gegner zu spät an den Ball gelangen lassen. Typische Laufkobinationen, die es zu testen gilt, sind:

  • Hintereinander liegende Ecken: Laufkombinantionen bei welchen eine Drehung der Hüfte involviert ist, stellen viele Spieler vor eine große Herausforderung. Nur sehr agile, schnelle und vor allem trainierte Spieler können mit solchen Laufwegen gut umgehen. Bewegt sich ein Spieler nach einem Schlag in einer Ecke wieder zurück in Richtung der Zentralposition, so muss er bei hintereinander anzulaufenden Ecken mit einer großen Hüftdrehung seine Laufrichtung ändern. Hat der Spieler diese Laufkombination nicht im Training ausreichend geübt, wird diese Laufkombination ggf. zu Schwierigkeiten führen. Dies gilt gleichermaßen für die Rückhand- wie die Vorhandseite, obgleich die Laufwege völlig unterschiedlich sind. Üblicherweise ist es auch deutlich schwieriger, hintereinander liegende Ecken von vorne nach hinten als von hinten nach vorne anzulaufen. Es ist deshalb ratsam, zunächst die vordere und erst danach die hintere Ecke anzuspielen. Nichtsdestotroz sollte auch darauf geachtet werden, wie gut ein Spieler die umgekehrte Reihenfolge (hintere und dann vordere Ecke der gleichen Feldhälfte) anlaufen kann.
  • Diagnoal gegenüber liegende Ecken (weitester Laufweg): Das Anspielen diagnoal gegenüberliegender Ecken zwingt den Gegner zu den längsten Laufwegen auf dem Badmintonfeld. Dabei sind zwar keine unangenehmen Hüftdrehungen involviert, aber viele Spieler sind es nicht gewohnt, mehr als zwei oder drei Schritte zu machen. Können sie mit diesen wenigen energischen Schritten den Spielbereich nicht erreichen, geraten diese in Bedrängnis.
  • Gleiche Ecken: Gerade bei Gegnern, die eine gute Feldabdeckung bei diagonal gegenüber liegenden Ecken haben, weil sie sich nach ihrem Schlag sehr gut zurück in die Feldmitte bzw. Zentralposition orientieren, kann es eine gute Idee sein, dieselbe Ecke mehrmals hintereinander anzuspielen. Dies trifft gleichermaßen für die vorderen wie die hinteren Ecken zu. Bei den vorderen Ecken kann es vorkommen, dass ein Gegner sich nach einem Stop zu sehr vom Netz entfernt (oder gar das vordere Bein von der Schlaghandseite zurückziehen), so dass ein weiterer Stop nicht gut abgedeckt, geschweige denn getötet werden kann.
  • Nebeneinander liegende Ecken: Zwar ist beim Anlaufen nebeneinander liegender Ecken keine große Hüftdrehung involviert, dennoch ist diese Laufkombination mit einem unangenehmen und unüblichen Richtungswechsel verbunden. Es lohnt sich die Fähigkeit des Gegners abzutesten, nebeneinander liegende Ecken anzulaufen. Dies gilt gleichermaßen für die vorderen, wie für die hinteren Ecken. Generell gilt, dass jemand, der sich nach einem Schlag schnell wieder zur Zentralposition zurück bewegt und die letzte gespielte Ecke nicht ausreichend deckt, nicht nur für das doppelte Anspielen einer Ecke, sonder auch für das Anspielen nebeneinander liegenden Ecken anfällig ist.

Fehlerfrei spielen

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Gerade bei Badmintonspielern der unteren Ligen kann es eine sehr effektive Spieltaktik sein, den Ball einfach nur im Spiel zu halten ohne selbst Fehler zu machen. Der Grund dafür liegt darin, dass in den unteren Ligen so viele Fehler gemacht werden, dass nicht derjenige das Spiel gewinnt, der die meisten Punkte erfolgreich verwandeln kann, sondern derjenige, der die wenigsten Fehler macht. Oft versuchen Spieler der unteren Ligen (gerade gegen starke Spieler oder wenn sie einfach nur hinten liegen) ganz besonders scharfe, gefährliche oder auch beeindruckende Schläge zu spielen. Wenn für einen erfolgreichen Punkt der Schlag jedoch erst viermal ausgeführt werden soll und die ersten drei Versuche in einem Fehler resultieren, besiegt sich der Spieler dadurch selbst. Sogar bei einer Quote von "nur" 50% Fehlerrate, besiegt sich der Spieler durch eine solche Spieltaktik selbst, da von den 50% erfolgreich gespielten Schlägen auch noch einige vom Gegner zurückgespielt werden. Aus diesem Grund ist die erste Spieltaktik, die sich Badmintonspieler der unteren Ligen aneignen sollten, extrem sichere Schläge zu spielen und möglichst wenige sog. unforced Errors (unerzwungene Fehler zu machen) auch wenn das bedeutet keine gefährlichen Schläge zu spielen und den Gegner dadurch zu zwingen, die offensiven / gefährlichen Schläge zu spielen (und dabei viele Fehler zu machen).

Hinten halten

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Hat ein Gegner einen schwachen Smash und kann dieser aus den hinteren Positionen des Felds nicht gut angreifen, kann eine besondere Form des fehlerfreien Spiels auch darin liegen, den Gegner hinten (am hinteren Spielfeldrand seines eigenen Felds, weit weg vom Netz) zu halten. Dadurch wird der Gegner gezwungen, sein Spiel offensiver zu gestalten, wenn er zu einem Punkt kommen möchte. Hat dieser Gegner jedoch keine ausreichend offensiven Schläge in seinem Repertoire, wird er, beim Versuch offensiver zu spielen, Fehler machen. Diese Spieltaktik ist jedoch nur dann vielversprechend, wenn der Spieler, der diese Taktik anwenden möchte, seine eigenen Schläge mit einer hohen Sicherheit ausreichend weit im gegnerischen Feld platzieren kann, so dass der Angriff des Gegners keine Gefahr bedeutet. Üblicherweise funktioniert diese Spieltaktik nur bei Spielern der unteren Ligen. Dort kann sie allerdings über lange sehr effektiv sein und gleichzeitig eine gute Grundlage für spätere hochklassigere Spiele legen.

Laufen lassen

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Eine mögliche Spieltaktik besteht beim Badminton darin, den Gegner ständig in Bewegung zu halten. Dadurch muss sich der Gegner zunächst einmal zum nächsten Ball bewegen und hat nicht so viel Zeit sich gut zum Ball zu platzieren. Außerdem ermüdet der Gegner schneller und verliert dadurch an Konzentration und somit an Schlagsicherheit. Um den Gegner am Laufen zu halten, ist es wichtig, viele Vorne-Hinten-Kombinationen zu spielen. Also Kombinationen, in welchen auf lange Schläge, die weit ins hintere Feld des Gegners nah an die hintere Grundlinie gespielt werden (Clears, Angriffsclears oder Unterhandclears), kurze Schläge, die ins vordere Spielfeld des Gegners nah ans Netz (Drops oder Stops), folgen und umgekehrt. Die links-rechts-Kombinationen sind dabei nicht so wichtig, da die größeren Laufwege durch die Vorne-Hinten-Bewegungen zu bewältigen sind. Wichtig ist, den Gegner ständig in Bewegung zu halten. Finten und ansatzloses Spiel können dabei helfen, den Gegner die Laufwege noch unangenehmer zu gestalten, da er vorher nicht weiß, wohin er als nächstes Starten muss und somit keinen Laufrythmus erlangen kann.

Tempo hoch halten

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Eine besondere Form der Spieltaktik "Laufen lassen" liegt bei fortgeschrittenen Spielern darin, das Tempo hoch zu halten. Es geht dabei nicht nur darum, den Gegner zu zwingen kontinuierlich in Bewegung zu bleiben, sondern auch noch den Gegner dazu zu zwingen, sich kontinuierlich sehr schnell zu bewegen. Der Spieler, der das Tempo höher halten kann als sein Gegner reisst das Spiel an sich, da sein Gegner es nicht schafft den Ball so zu erreichen, dass er diesen druckvoll oder gefährlich zurück spielen kann. Er läuft dem Spiel sozusagen hinterher und wird früher oder später einen Ball zu kurz oder zu schlecht zurück spielen, so dass der Spieler, der das Tempo hoch hält die Möglichkeit hat, den Ball zu verwandeln.

Um das Spieltempo hoch zu halten ist es wichtig, nicht nur den Gegner durch viele Vorne-Hinten-Kombinationen am laufen zu halten, die gespielten Bälle müssen auch sehr früh genommen werden und offensiv (schnell nach unten gespielt) gespielt werden. Um den Gegner ans hintere Spielfeldrand zu drängen werden nur noch Angriffsclears (keine normalen Clears) sowie Swips (keine hohen Unterhandclears) verwendet. Vorne am Netz wird der Ball extrem früh (fast am Netz selbst) angenommen und ganz nah über die Netzkante schnell zurückgespielt. Ab besten durch einen schnellen Cross-Stop. Drops werden als schnelle Drops (keine bogenförmigen, langsamen Drops) in einem steilen Winkel (am besten als Sprung-Drop) gespielt. Da der Angriffsclear meist longline gespielt werden sollte, da sonst die Gefahr besteht, dass der Gegner den Ball sonst zu früh abfängt, ist eine sehr übliche Schlagkombination beim schnellen Spiel der longline Angriffsclear gefolgt von einem schnellen cross Drop (um dem Gegners den weitesten Laufweg zu erzwingen). Ein weiterer üblicher Schlag, der verwendet wird, um das Tempo hoch zu halten, ist der Cross-Swip als Antwort auf einen Drop oder Stop des Gegners.

Spielertypen

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Abhängig von der körperlichen Verfassung eines Spielers, seiner persönlichen Entwicklung, der Art seines Trainings und diverser anderer Faktoren entwickelt jeder Spieler einen eigenen spezifischen spielerischen Charakter. Je nach Schwerpunkt ihrer Handlungen lassen sich spieler in unterschiedliche Klassen einteilen. Die Einteilung in eine bestimmte Spielklasse hilft bei der Analyse des gegnerischen Spielers und bei der Anpassung der eigenen Spielweise. Nachfolgend werden die typischsten Spielertypen sowie geeignete Strategien zum Umgang mit diesen Spielertypen vorgestellt.

Verteidigungsspieler (Läufer)

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Der Verteidigungsspieler (auch "Läufer" genannt) zeichnet sich dadurch aus, dass mit einer scheinbar schier unendlichen Ausdauer, jedem Ball hinterherläuft und so gut wie keine Fehler macht. Er spielt gerne hohe lange Bälle ins gegnerische Hinterfeld, spielt wenige risikoreiche Bälle, weshalb er auch scheinbar keinen Druck aufbaut. Dennoch ist es oft schwierig gegen diesen Spieler zu gewinnen, obwohl er keine wirklich gefährlichen Verwandlungsschläge hat.

Zum Umgang mit einem Verteidigungsspieler gibt es zwei gänzlich unterschiedliche Strategien. Den Punkt verwandeln oder der "bessere" Verteidigungsspieler sein. Bei letzterer Strategie geht es darum, selbst keine Fehler zu machen und durch lange Ballwechsel entweder den Gegner an die grenzen seiner Ausdauer zu bringen oder den Gegner dazu zu bringen, selbst die Geduld zu verlieren und sein Spiel umzustellen und dadurch einen Fehler zu machen. Gegen einen guten Verteidigungsspieler ist das üblicherweise keine gute Strategie. Besser ist es normalerweise tatsächlich den Punkt zu verwandeln. Dabei sollte gegen einen Verteidigungsspieler die Verwandlung gut vorbereitet werden, statt zu versuchen direkt den Punkt aus einer schlechten Angriffsposition aus zu verwandeln. Ein guter Spielaufbau und überraschende Angriffe und insbesondere Finten helfen dabei, die Verwandlung eines Punkts vorzubereiten. Da ein "Läufer" jedem Ball hinterherläuft auch wenn die Spielsituation noch so hoffnungslos anmutet, ist der "Läufer" auch sehr anfällig für Finten. Dies kann genutzt werden, um eine gute Verwandlungssituation herauszuspielen.

Angriffsspieler

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Im Gegensatz zum Verteidigungsspieler, der so gut wie nie Angreift bzw. nur dann angreift, wenn er eine Chance zur Verhandlung des Ballwechsels hat, greift der Angriffsspieler an sobald sich eine Chance zum Angriff ergibt. Dabei ist es irrelevant, ob der Ballwechsel tatsächlich bereits mit dem ersten Angriff verwandelt werden kann, da der Angriffsspieler auch gerne Angriffsbälle zum Aufbau des Spiels verwendet. Die bevorzugten Schläge des Angriffsspielers sind der Smash, der offensive schnelle Drop sowie der offensive schnelle flache Angriffsclear.

Der Umgang mit einem Angriffsspieler hängt vom eigenen Spielkönnen ab. Ein Spieler mit einer guten Verteidigung (der sich durch die Angriffsbälle des Angriffsspielers nicht unter Druck gesetzt fühlt) kann versuchen, dem Angriff kontrolliert stand zu halten. Dadurch ist der Angriffsspieler gezwungen, risikoreichere Bälle zu spielen und kann u.U. dazu verleitet werden, Fehler zu machen. Diese Spielstrategie ist allerdings eher riskant, da sie auf die Fehler des Gegenspielers vertraut. Gegen einen Angriffsspieler ist es üblicherweise besser, keinen Angriff zuzulassen. Dazu ist es wichtig, keine hohen Bälle zu spielen. Soweit möglich sollten Bälle entweder nach unten (egal ob als Smash, Half-Smash oder Drop) oder kurz am Netz gespielt werden. Erst wenn der Angriffsspieler einen hohen Ball erzwingt (indem er das Netz beherrscht) sollte dann ein hoher Ball gespielt werden. Dieser sollte dann aber nicht so gespielt werden, dass der Angriffsspieler Zeit hat, sich hinter den Ball zu platzieren und seinen Angriff aus einer guten Position durchzuführen, sondern als offensiver swip schnell am Angriffsspieler (der ja weit vorne im Feld stehen muss, um das Netz zu decken) vorbei gespielt werden.

Risikospieler (Dame)

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Eine besondere Form des Angriffsspielers ist der Risikospieler. Da dieser Spielertyp unter den Frauen beim Badminton häufig vertreten ist, wird dieser Spielertyp auch oft als "Dame" bezeichnet. Der Risikospieler zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht, den Ballwechsel möchlichst schnell durch einen sehr offensiven aber auch risikoreichen Angriff für sich zu entscheiden. Bei seinem Angriffsschlag kann es sich um einen harten, gut platzierten Smash oder um einen offensiven schnellen Drop handeln. Oft haben Risikospieler keine gute Ausdauer (weshalb sie versuchen, den Ballwechsel schnell zu beenden) und tendieren bei Belastung, langen Ballwechseln oder schnellem Spiel zu vielen Fehlern.

Da der Risikospieler meistens nur einen "Lieblings-Angriffsschlag" hat, ist der Umgang mit einem Risikospieler herauszufinden, welches sein gefährlicher Schlag ist und diesen gut abzudecken. Des weiteren ist es wichtig, den Risikospieler nicht in eine komfortable Angriffssituation zu lassen (vgl. Umgang mit Angriffsspielern). Sollte der Risikospieler einen hohen Ball erzwingen können, ist es gleichermaßen wichtig, das Spiel schnell zu gestalten und eher einen Swip zu spielen.

Netzsucher

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Charakteristisch für den Netzsucher ist, dass er das Netzspiel sehr gut beherrscht und deshalb auch versucht, das Spiel zum Netz zu bringen. Deswegen wird er viele Drops spielen, bis sein Gegenspieler tatsächlich auch einen Stop spielt. Gleichermaßen wird der Netzsucher auf einen Drop üblicherweise einen gegenstop spielen, der hohen Druck auf seinen Gegner ausübt. Seine Stops sind üblicherweise geschnitten und sehr nah am Netz oder sehr schnell cross-stop gespielt. Einen Stop seines Gegenüber wird der Netzsucher entweder durch "Töten" direkt verwandeln oder erneut durch einen sehr offensiven Gegenstop am Netz halten.

Da ein Netzsucher am Netz sehr gefährlich ist, kann der Umgang mit einem Netzsucher nur sein, diesen vom Netz fern zu halten. Dies gelingt durch viele Clears (sowohl offensive flache Swips als auch defensive hohe Clears). Um das gesamte Spielfeld auszunutzen können kurze Bälle ans Netz auch gespielt werden, wenn sich der Netzsucher nach seinem letzten Schlag weit genug vom Netz entfernt befindet. Danach ist es wichtig das Netz so zu decken, dass der Netzsucher das Spiel am Netz nicht für sich einnehmen kann. Eine weitere Möglichkeit der Variation, um nicht immer nur das Hinterfeld des Netzsuchers anzuspielen, bieten sich schnelle Drops an, die weit in das Feld des Netzsuchers fliegen. Da es von dort aus für den Netzsucher schwierig ist, dass Spiel so ans Netz zu bringen, dass der Gegenspieler sich sofort in Bedrängnis befindet.

One-Step-Spieler

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Wie der Name schon sagt deckt der One-Step-Spieler den Bereich gut ab, den er innerhalb eines Schritts erreichen kann. Er ist sozusagen, das Gegenstück zum Läufer. Der One-Step-Spieler hat ein sehr gutes taktisches Spielverständnis und positioniert sich auf dem Spielfeld so, dass er die wahrscheinlichen Schläge seines Gegners leicht innerhalb eines Schritts erreichen kann. Solange es ihm gelingt, seinen Gegner unter Druck zu halten, fällt es dem Gegner auch zunehmend schwerer, den Ball in einen Bereich zu spielen, den der One-Step-Spieler nicht mit Leichtigkeit erreichen kann.

Um gegen einen One-Step-Spieler zu gewinnen, ist es wichtig, diesen aus seiner Komfortzone herauszubekommen. Dazu ist es wichtig, den One-Step-Spieler laufen zu lassen und seine Laufwege länger zu machen. Es ist wichtig, gegen einen One-Step-Spieler die Diemensionen des Felds gut auszunutzen. Dazu sind weite, hohe Clears bis ans Feldende genauso wichtig wie kurze Drops. Dadurch wird der One-Step-Spieler weit an die Feldränder gezwungen, wo er den nächsten Schlag nicht mehr einfach im One-Step-Bereich abdecken kann. Oftmals bleiben One-Step-Spieler nach ihrem letzten Schlag primär in der Ecke aus der sie gespielt haben. Aus diesem Grund ist es gegen einen One-Step-Spieler oft eine gute Idee, niemals in die gleiche Ecke zu spielen und außerdem kurze und lange Bälle abwechselnd zu spielen.

Konter-Spieler

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Der typische Konter-Spieler lebt von der Spielgeschwindigkeit des Gegners. Je schneller der Gegner eines Konterspielers das Spiel macht, desto schneller und offensiver spielt der Konterspieler zurück. Dies setzt den Gegner oft unter Druck, das Spiel noch schneller zu machen und die Angriffe noch offensiver und risikoreicher zu spielen, um den Punkt zu verwandeln, was letztlich in vielen Eigenfehlern resultiert.

Gegen einen Konterspieler kann es Sinn machen, das Spiel langsamer zu machen (z.B. mit weiten hohen Clears). Viele Konterspieler sind nicht in der Lage, selbst den Spielaufbau zu gestalten bzw. einen offensiven Angriff zu spielen, der zum Punkt führt. Auch kann es gegen einen Konterspieler eine gute Taktik sein, sehr ansatzlos sowie mit vielen Finten zu spielen. Da Konterspieler oft gut antizipieren können starten sie bei Finten oft zu schnell in die falsche Richtung. Sie leben von der Geschwindigkeit ihrer Gegenspieler. Nimmt der Gegenspieler die Geschwindigkeit durch Finten aus dem Spiel läuft der Konterspieler dem Schlag hinterher und kann sich nicht mehr aus dem schnellen Spiel des Gegners nähren, sondern muss selbst Spiel aufbau betreiben oder gar Notschläge einbauen, die u.U. eine Verwandlung des Ballwechsels erlauben.