Wie man eine Sprache lernt

Dieses Buch steht im Regal Sprachen.

Zusammenfassung des Projekts

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  • Zielgruppe: Leute, die sich für eine Sprache interessieren oder eine Sprache lernen wollen oder müssen oder die Sprache in der Schule lernen
  • Lernziele: Das Buch dient zur Sammlung von Tipps zum Sprachenlernen
  • Buchpatenschaft / Ansprechperson: Zur Zeit niemand. Buch darf übernommen werden.
  • Sind Co-Autoren gegenwärtig erwünscht? Auf jeden Fall. Dieses Buch lebt von breiter Mitwirkung.
  • Richtlinien für Co-Autoren: Hier ist Vielfalt gefragt, so dass jeder passende Tipps für seine persönliche Lernart findet.
  • Projektumfang und Abgrenzung zu anderen Wikibooks: Das Buch ist ein „Open End“-Buch mit starker Betonung des Wiki-Prinzips. Von Zeit zu Zeit wäre es sinnvoll, die gesammelten Tipps in eine geschlossene Form zu bringen.
  • Aufbau des Buches: frei

Grundsätzliches

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Zuallererst entwickle ein tiefes Verlangen, die Sprache zu meistern. Vielleicht mag das völlig selbstverständlich erscheinen, aber Leidenschaft erzielt die besten Resultate. Wenn du dieses Verlangen nicht besitzt, wirst du früher oder später mit dem Lernen wieder aufhören. Tritt einer Gruppe bei, die das Sprechen in der Sprache übt, oder beschäftige dich mit kulturellen Dingen, die dich motivieren.

Am besten Du suchst dir Freunde, die aus dem Land kommen, dessen Sprache du lernen möchtest. Diese Muttersprachler werden dir die Sprache am schnellsten beibringen können. Sie wissen ganz genau, wie man die Sprache wirklich spricht. Das ist in der Regel ganz anders und schneller als sich ein Buch zu kaufen, und auch billiger!!

Und: Hab Geduld. Manchmal lernst, lernst und lernst du nur und denkst, du wärst immer noch nicht vorangekommen, verstehst in Filmen oder wenn andere Personen die Sprache sprechen immer noch nur Bahnhof. Aber trotzdem musst du dir immer denken: Hätte ich diesen Satz oder dieses Wort vor einigen Wochen/Monaten verstanden? Also!

Beim Lernen einer Sprache besteht schließlich immer ein Problem: das Vokabellernen. Jeder Einzelne entwickelt seine eigene Methode und keiner findet die perfekte. Aber Vokabellernen muss nicht immer vom Grammatik getrennt sein. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Methoden des Lernens:

  • Hanafi-Methode: Anstatt sich nur mit Grammatik und Aussprache zu beschäftigen, lernt man bei dieser Methode eine ganze Menge Vokabeln und Redewendungen, die man in passenden Situationen verwendet. Die Aussprache und Grammatik werden automatisch assimiliert, indem der Lernende mehr redet und beginnt, die Sprache zu verstehen. Diese Methode wird allgemein als die einfachste und schnellste aufgefasst.
  • Traditionelle Methode: Man lernt bei dieser Methode erst die Grammatik und einige Vokabeln und setzt das Lernen auf dieser Grundlage fort. Häufig lernt man in dieser Methode mit einem Lehrer, der die Sprache bereits beherrscht. Diese Methode erfordert häufig die längste Zeit.
  • Strukturen-Methode (Übersetzung von "pattern method"): Bei dieser Methode lernt man von einem mathematischen Standpunkt aus. Dabei verbindet man Wörter so, wie man mathematisch die Zahlen bearbeitet. Diese Methode kann nicht bei allen Sprachen angewandt werden.

Es gibt aber auch noch weitere Methoden (auch ohne Vokabelpauken):

  • Lernen über Musik: Es gibt mittlerweile einige CDs (z.B von Langenscheidt oder The Grooves), auf denen Redewendungen oder Begriffe mit Musik unterlegt und passend dazu rhythmisch und in Wiederholungen gesprochen werden. Dadurch merkt man sich diese einfacher. Ob einem die angebotene Musik gefällt, ist natürlich Geschmacksache.

Oder man sucht sich Lieder in der jeweiligen Sprache (siehe auch unter Vokabeln).

Bewertung: Beim vorliegenden Wikibooks-Text gibt es derzeit eine Diskussion über dessen Neutralität. Die bei Wikibooks gewünschte neutrale Sichtweise ist nicht gegeben.

Es wird hier Hilfe zur Überarbeitung gewünscht. Sichtweisen müssen neutraler formuliert, bzw. durch seriöse, für Lehrbücher akzeptable Quellenangaben ergänzt werden. Textvorschläge und Hinweise auf der zugehörigen Diskussionsseite sollten im vorliegenden Text konstruktiv berücksichtigt oder eingebaut werden.

  • Birkenbihl-Methode: Diese Methode ist etwas ganz anderes, als die "Herkömmlichen", denn bei ihr ist Vokabelpauken VERBOTEN und Grammatik darf machen wer möchte, ist aber nicht notwendig. Sie besteht aus 4 Schritten und man benötigt dafür nur den Text in der Fremdsprache z.Bsp. aus einem Lehrbuch und das Audiomaterial bzw. einen Muttersprachler, der einem den Text auf Band liest. (Bei toten Sprachen wie Latein kann man das selber machen oder jemanden fragen, der schon länger Latein hat.). Auch Liedtexte kann man verwenden, da ist das Audio noch einfacher zu kriegen.
1. De-Kodieren (Wort-für-Wort-Übersetzung des Textes, kein 'gutes Deutsch' soll dabei herauskommen,     
   sondern die wirkliche Struktur der fremden Sprache wird deutlich) 
2. Hören/Aktiv (Audiomaterial wird angehört, während man den de-kodierten Text mitliest (nicht laut!). So liest man das
   deutsche Wort und hört gleichzeitig das Englische => das Gehirn verknüpft die Wörter richtig und klebt sie nicht
   zusammen, wie beim Vokabelpauken) 
3. Hören/Passiv (Wenn man Schritt 1 und 2 durchlaufen hat und man somit die Bedeutung und den Klang aller Wörter kennt,
   lässt man das Audiomaterial leise im Hintergrund in Schleife laufen, während man andere Dinge tut (Buch lesen, Musik
   hören, TV, Pc spielen, aufräumen etc.) Keine Zeit geht bei diesem Schritt verloren, aber das Gehirn baut die Nervenbahnen 
   auf, die benötigt werden, um selber zu sprechen)) 
4. Aktivitäten (ERST jetzt liest man selbst laut, macht Lückentexte, Diktate etc., oder wenn man Schüler ist, sind die
   Aktivitäten alles, was in der Schule gemacht wird.-> man muss vorlernen)

Viele Lehrer mögen das Vorlernen nicht, also sollte man es im Zweifelsfall lieber geheim halten und sich erst melden, wenn die Lektion schon länger behandelt wird, damit es nicht auffällt. Ansonsten ist diese Methode einfach, macht Spaß und führt "mit weniger Aufwand (kein ewiges Vokabelpauken) zu besseren Ergebinssen". Sie erfordert aber am Anfang etwas Experimentierfreude, um sie auszuprobieren, weil sie so anders ist.

[1]

  1. Quelle:BIRKENBIHL, Vera F.: Fremdsprachen lernen für Schüler mit der Birkenbihl-Methode. Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München 2008

Anfangen

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Eine Sprache zu lernen ist glücklicherweise um einiges leichter, als es zuerst den Anschein hat. Der erste Schritt ist, das Lernen der Sprache als eine spannende Herausforderung anzusehen. Freue dich darauf, etwas Neues zu erlernen, und es wird um einiges leichter gelingen!

Heutzutage ist es viel leichter, eine Sprache zu lernen, als die meisten Leute denken. Mit dem Einsatz von Audiokassetten und –CDs kann es sogar "sehr" leicht sein. Du denkst, du kannst aufgrund von Zeitmangel keine neue Sprache erlernen? Dann irrst du dich! Jeden Tag verschwenden wir Zeit. Egal ob wir darauf warten, dass der Aufzug kommt, der Autotank befüllt oder ein Programm heruntergeladen wird – immer verlieren wir einige Minuten. Schätzungsweise verschwendet der Durchschnittsbürger ganze 45 Minuten am Tag!

Sogar wenn wir von 8 Stunden Arbeit täglich, 8 Stunden Schlaf und einer Fahrtdauer zur Arbeit von ein bis zwei Stunden ausgehen, bleiben dennoch etwa 70 Stunden Freizeit pro Woche übrig. Während der Minuten, die du mit Warten verbringst, leg eine Audiokassette ein oder sieh dir ein paar Vokabeln an. Das wird einen großen Unterschied machen, was deinen Lernfortschritt betrifft! Also leg los! Kauf dir einige Lehrbücher und Audiokassetten!

Vokabeln

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  • Grund- und Aufbauwortschätze sind Sammlungen der häufigsten Vokabeln einer Sprache und bieten so eine gute Quelle für zu lernende Vokabeln.
  • Mit Spaced-Repetition Systemen kann man sich eine Vokabel in immer größeren Abständen abfragen lassen und muss einfache Vokabeln nicht immer mit durchgehen, obwohl man sie schon kann. Am komfortabelsten und genausten sind Computerprogramme wie Anki, die Vokabeln individuell nach Schwierigkeit behandeln und vorgefertigte Vokabellisten importieren können.
  • Denke in ganzen Sätzen mit Gefühl. Also merke dir nicht einfach nur Wörter, sondern ganze Sätze mit dem hervorgerufenen Gefühl. Zum Beispiel (Spanisch), um dir das Wort „Brot“ – „pan“ zu merken, verwende den Satz „Ich esse Brot mit Butter“ – „(Yo) como pan con mantequilla“ (Versuche dir vorzustellen, wie du das Brot isst).
  • Versuche dir gleichermaßen das (spanische) Wort grafisch vorzustellen. Kannst du das Brot vor deinem inneren Auge sehen? Wenn ja, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du das Wort gelernt hast und jederzeit wieder abrufen kannst.
  • Wiederhole den ganzen Satz, bis du in der Lage bist, ihn ohne Zögern aufzusagen, wie einen Reflex, einen Karate-Schlag. Sprache ist Reflex.
  • Ersetze Wörter aus deiner Muttersprache durch Wörter der Sprache, die du neu lernst. Das verursacht natürlich weniger Probleme, wenn du deine Gesprächspartner von diesem Vorhaben in Kenntnis gesetzt hast. Zum Beispiel (Französisch): Um ein Käsesandwich zu machen, lege fromage zwischen deux Stücke pain.
  • Mach es dir zur Gewohnheit, das Wörterbuch durchzublättern und Wörter herauszuschreiben, die Bestandteil der täglich gesprochenen Sprache sind.
  • Wenn du dir Eselsbrücken baust, werden dir humorvolle Phrasen helfen, die neuen Wörter zu lernen.
  • Schreibe neu gelernte Wörter in zwei Spalten auf – eine für deine Muttersprache und eine für die neue Sprache. Gehe sie jeden Tag durch und schreibe alle Wörter, die du nicht konntest, auf die nächste Seite. Gehe dann diese durch, usw.

Übrigens: Wenn du abends, einige Stunden vor dem zu Bett gehen, lernst, dann geht unser Gehirn die gelernten Vokabeln noch einmal von selbst durch!

  • Lies Texte in der zu lernenden Sprache und schreibe unbekannte Wörter und Wendungen direkt auf Deine Kärtchen oder in Dein Vokabellernprogramm.
  • Bilde Wortfelder, um zusammenhängende Wörter zu lernen, zum Beispiel: Möbel - Sitzmöbel - Stuhl, Sofa, Hocker - sitzen, hocken usw.
  • Löse Kreuzworträtsel oder Wortsuchrätsel in der zu lernenden Sprache. Hangman-Spiele u.ä. sind auch gut geeignet.
  • Suche im Internet nach Seiten, auf denen Popsongs in deiner Lernsprache mit Text und Audio-Datei zu finden sind. Popsongs sind sprachlich anspruchslos und darum bereits für fortgeschrittene Anfänger gut zum Übersetzen geeignet. Beim Mitsingen lernt man dann mühelos viel nützlichen Wortschatz mit.
  • Zum Festigen des Wortschatzes gut geeignet: Fernsehen/Filme sehen, Radio hören, Hörbücher, Zeitung, Chats usw. in der zu lernenden Sprache

Sprechen und Verstehen

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  • Sprich! Mache dabei Fehler, aber sprich! Niemand wird es schaffen, eine Sprache auf Anhieb perfekt zu sprechen. Es ist zu Anfang egal, wenn Du die falsche Zeit oder die falsche Flexion benutzt. Also sprich!
  • Simuliere in deinem Kopf Dialoge, wie zum Beispiel im Zug oder Auto fahren, die Straße entlanggehen, in einer Schlange stehen, etc. Nimm immer ein kompaktes Wörterbuch mit, das dir dabei hilft. Unter der Dusche laut zu sprechen, hilft dir die Aussprache zu üben, ohne dich lächerlich fühlen zu müssen. Für diejenigen, die keine Idee haben, was sie sagen sollen, ist es hilfreich zu beschreiben, was sie gerade sehen oder tun.
  • Wiederhole und präge dir Sätze ein, die grammatikalische Regeln einschließen. Um einen einfachen Satz zu sagen, musst du bei auswendig gelernter Grammatik wahre Rechenaufgaben bewältigen. Gehe daher besser von einem Beispielsatz aus. Schreibe dir einige Phrasen auf, die du an einem Tag lernen kannst. Für die meisten Menschen sollte es nicht zu schwierig sein, sich einen oder zwei Modellsätze täglich einzuprägen.
  • Manche Personen können fremdsprachliche Texte gut laut vorlesen, haben aber Probleme, dies ohne abzulesen zu tun. Für diejenigen empfiehlt es sich, ganze Texte auswendig zu lernen. Zu Anfang kann dies ein einfaches Zählen sein. Später zählt man rückwärts. Dann sagt man das Einmaleins verschiedener Zahlen vorwärts und rückwärts auf. Schließlich lernt man ganze Sätze und später komplette gelesene Texte auswendig. Hilfreich ist die Wiederholung bei Leerlauf, zum Beispiel in der Mittagspause, Fahrt mit dem Bus etc. Wenn es nicht weitergeht, hilft es, den Text für einige Wochen ruhen zu lassen, um ihn dann von neuem wieder aufzunehmen.
  • Die meisten neuen Sprachen beinhalten ungewohnte Laute – diese solltest du ganz besonders intensiv üben! Versuche so oft wie möglich laut Sätze zu wiederholen, in denen möglichst viele dieser Laute vorkommen. Du kannst beispielsweise den Satz „il fait de la voile“ benutzen, um die Aussprache der französischen Fs, Vs und Ds zu üben. Dasselbe gilt für „un grand vin blanc“ und die französischen Nasallaute.
  • Sieh dir Filme in der Fremdsprache an und tue so, als würdest du alles bereits verstehen. Auch Kinder nehmen Sprache unbewusst auf. Fernseh- und Radiosendungen sind auch eine gute Möglichkeit, um eine Sprache zu üben.
  • Präge dir die Sprachmelodie ein, indem du Lieder in der jeweiligen Sprache hörst und nachsingst. Das reduziert deinen Akzent und nebenbei lernst du viele neue Vokabeln und Phrasen. Besorge dir zu diesem Zweck den dazugehörigen Liedtext.
  • Höre Radiosendungen in der Sprache über das Internet oder per Satellitenempfang. Es ist nicht wichtig, dass du dabei jedes Wort verstehst und nicht einmal, dass du konzentriert zuhörst. Besser ist es, die Radiosendung im Hintergrund mitlaufen zu lassen. Dadurch gewöhnst du dich an Aussprache und Betonung und schulst deine Fähigkeit, bekannte Wörter aus einem Sprachschwall zu isolieren. Das internationale französische Radio [1] bietet, genauso wie BBC [2] Sendungen in 19 Sprachen an, darunter eine in "einfachem Französisch".
  • Sieh dir deutsche Filme mit Untertiteln in der Sprache an – und umgekehrt.
  • Benutze auch den Computer um die Sprache zu lernen, indem du Programme oder Spiele in der Zielsprache installierst. Verwende beispielsweise die italienische Version von Firefox. Auch Dienste wie Youtube bieten Material in Hülle und Fülle. Vorteil: Hier findest Du oft die Umgangssprache, auf die es im Alltag ankommt.
  • Sprich mit einem Muttersprachler. Oft gibt es lokale Diskussionsrunden in deiner Zielsprache, an denen jeder teilnehmen kann. Zuhören oder mitdiskutieren kann hilfreich sein.

Lesen und Schreiben

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  • Unterschätze niemals das Lesen! Lies so viel wie möglich in deiner Zielsprache! Fange mit Kinderbüchern an und gehe später über zu Zeitungen und –schriften. Lesen verbessert drastisch deinen Wortschatz, deine Rechtschreibung, deine Grammatik und dein Wissen über die Kultur der Sprache. Allmählich prägen sich immer mehr Redewendungen, Formulierungen und Satzkonstruktionen ein. Viel zu lesen ist eine Voraussetzung, um gute Texte schreiben zu können. Du solltest häufig vorkommende Wörter im Wörterbuch nachschlagen, seltenere Wörter wirst du mit der Zeit intuitiv aus dem Zusammenhang erraten können, wenn du mehr Wissen über Wortstämme und Wortbildung hast.
  • Kaufe dir zweisprachige Bücher. Oder kaufe dir ein Buch in deiner Zielsprache, das du bereits gelesen hast. Lies sie gemeinsam und verknüpfe Wörter der beiden Sprachen miteinander. Das fällt leichter, wenn es sich um zwei Sprachen handelt, die sich sprachverwandtschaftlich nahe stehen. Um Spanisch zu lernen ist es zum Beispiel einfacher, von Französisch oder gar Italienisch als von Deutsch auszugehen, da du mehr gemeinsame Strukturen erkennen kannst.
  • Für schöngeistig besaitete Lerner ist „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry“ ein gutes Buch für den Anfang. Im Original in Französisch verfasst, ist es in vielen unterschiedlichen Sprachen erhältlich – teilweise sogar gratis im Internet! Das Buch ist kurz und enthält einfache grammatikalische Strukturen und simples Vokabular, ist aber lyrisch anspruchsvoll. Wenn Du also den Text schon auf Deutsch nicht verstehst: Finger weg! Somit ist das Buch für einen Unterricht ungeeignet, der das Lernen der französischen Alltagssprache in den Vordergrund stellt und nicht zudem ein Verständnis für Lyrik voraussetzt.
  • Schnelles Lesen hilft nicht, wenn es darum geht eine Sprache neu zu lernen. Lies laut, sodass du dich sprechen hörst. Falls ein Wort wie ein Zungenbrecher erscheint, so ist es oft hilreich, zunächst die Vokale zu extrahieren und diese im kontinuierlich gesteigertem Tempo hintereinander auszusprechen. Zu Beginn ist „hartes“ Lesen gefragt – fundamentale Wörter und –Sätze müssen gemeistert werden. Auf einem fortgeschrittenen Niveau jedoch kann schnelles Lesen durchaus hilfreich und empfehlenswert sein.
  • Besorge dir ein digitales Wörterbuch. Die Möglichkeit, schneller unbekannte Vokabel nachzuschlagen, stellt eine Erleichterung bei deinen ersten Texten dar, besonders wenn diese in elektronischer Form vorliegen, z.B. eBooks oder News. Des Weiteren hilft die deutliche Abgrenzung von Wortbedeutungen (welche die meisten gewöhnlichen Wörterbücher nicht gewährleisten können) neue Wörter einfacher zu begreifen. „Freedict“ bietet eine kostenlose Kollektion von digitalen und modifizierbaren Wörterbüchern an.
  • Als Fortgeschrittener schaue Filme in der Fremdsprache mit Untertitel ebenfalls in der Fremdsprache an.
  • MP3-Spieler sind heute ganz normal und man sieht sie überall. Besorg dir einen und hör dir zu jeder Gelegenheit Märchen oder Hörbücher in deiner Zielsprache an.

Feinschliff

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Wenn du dich beim Lesen sicher fühlst, versuche doch einmal ein grammatikalisches Lehrbuch in der Fremdsprache zu lesen. Das ist nicht so schwierig, wie es sich anhört. Es handelt sich bei dieser Übung sowohl um eine Wiederholung der Grundregeln als auch um eine Einführung in fortgeschrittenere Aspekte der Sprache. Am Ende wird ein klareres Bild vom Aufbau der Sprache zurückbleiben.

Allgemeines

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Über den Fremdspracherwerb im Kindesalter gibt es jede Menge populären Aberglauben. Zum Beispiel:

  • „Kinder, die zweisprachig aufwachsen, erlernen das Sprechen meist später als einsprachige Kinder.“ Unsinn. Mehrsprachig aufwachsende Kinder, die eine logopädisch relevante Sprachentwicklungsverzögerung aufweisen, hätten diese ebenso, wenn sie einsprachig aufwüchsen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass eine solche Entwicklungsverzögerung in einem mehrsprachigen Umfeld deutlicher ins Auge fällt und darum eher diagnostiziert wird.
  • „Kinder, die zweisprachig aufwachsen, sind intelligenter und begabter als einsprachige Kinder.“ Für die These, dass frühzeitiger Fremdspracherwerb nicht nur die Sprachentwicklung, sondern generell den Geist fördere, konnten stichhaltige Beweise bisher noch nicht herangeschafft werden. Wahr ist allerdings, dass Eltern, die sich generell viel Gedanken über die Talentförderung ihrer Kinder machen, oft auch einen frühzeitigen Fremdspracherwerb fördern. Wenn man nur die betrachtet, bekommt man natürlich den Eindruck, dass mehrsprachige Kinder besonders intelligent seien.
  • „Je früher die Fremdsprache erworben wird, umso besser ist die Aussprache und umso geringer der Akzent.“ Unsinn. Akzent ist eine äußerst komplizierte Angelegenheit, die von sehr vielen Faktoren abhängt und nicht allein von der Gehörbildung oder der Aussprache der Eltern bzw. Lehrer. Es gibt Mehrsprachler, die selbst ihre Muttersprache mit Akzent sprechen. Umgekehrt gibt es sprachbegabte Erwachsene, die neue Sprachen fast ohne Akzent erlernen. Aber einmal grundsätzlich bemerkt: Was ist an einem Akzent eigentlich so schlimm? In den meisten Ländern wird der als charmant empfunden, und schließlich willst du deinen Gesprächspartnern doch nicht im Ernst vortäuschen, dass du ein Muttersprachler seist.

Der beste Grund, Kinder frühzeitig eine Fremdsprache erwerben zu lassen, ist der, dass Kinder Fremdsprachen so problem- und scheinbar mühelos erlernen. Freilich gilt das nur, wenn die Sprache per Immersion erworben wird. Unter Immersion versteht man das zeitweilige „Eintauchen“ des Kindes in ein soziales Umfeld, in dem die Sprache muttersprachlich gesprochen wird.

Wenn du für dein Kind ein solches Umfeld nicht zur Verfügung hast, kannst du es sogar zu Hause simulieren. Das funktioniert allerdings nur, wenn du die Sprache sehr gut sprichst. Schulfranzösisch oder –englisch allein reicht nicht, denn wenn du mit deinem Kind in der Fremdsprache „Fangen“ oder „Mensch-ärgere-dich-nicht“ spielst, brauchst du eine Fülle von echtsprachlichem Wortschatz, den du in der Schule ganz bestimmt nicht erworben hast.

Besonders wirkungsvoll ist die Immersion, wenn sie in wiederkehrenden Situationen angewandt wird, die Eltern und Kind besonders mögen und in denen man sich liebevoll füreinander Zeit nimmt, z.B. beim Zubettbringen des Kindes.

Lernmittel

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Zu den Hilfsmitteln, die im Sprachunterricht mit Kindern besonders nützlich sind, zählen Lieder, Fingerspiele, Abzählreime und Bilderbücher für Kleinkinder; das mögen oft selbst Kinder, die solchen Beschäftigungen eigentlich längst entwachsen sind.

Besonders attraktiv sind für Kinder Webseiten, auf denen sie spielen können. In weitaus größerer Zahl und Vielfalt als im deutschsprachigen Web findet man solche Seiten z.B. im englischen Web. Eine gründliche Recherche lohnt sich. Für Kinder ab 6 oder 7 Jahren geeignet ist z.B. die Spielwelt von www.poptropica.com. Wenn die Aktivität für das Kind ansprechend ist, wird die Sprache dabei mühelos mitgelernt. Nützlich sind auch Seiten wie www.starfall.com, die speziell der Alphabetisierung dienen. Eine Übersicht bieten u.a. die Kategorien Children's websites und Educational websites in der englischen Wikipedia.

Lernbegleitende Maßnahmen

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Beschriften

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Wenn du zu faul bist, das Wort für z.B. Butter jedesmal neu nachschlagen zu müssen, kann sich folgende Methode lohnen. Nimm einfach ein paar Bögen Beschriftungslabel und klebe das entsprechende Wort in deiner Zielsprache einfach auf jedes Objekt in deinem Umfeld. Auf den Tisch, den Stuhl, das Gemüse, die Tür, am besten auf alles. So wird sich das Vokabular für all die wichtigen Gebrauchsgegenstände viel schneller und stressfreier aufbauen.

Diese Methode lohnt sich auch besonders, wenn man mit Menschen, die die Zielsprache schon beherrschen, zusammenlebt oder einen Sprachaustausch macht (also man gegenseitig die Sprache des anderen lernen will). Einfach alles zwei oder mehrsprachig beschriften. Immer wenn man dann ein Objekt wiedersieht, wird man das entsprechende Wort von dem Label assoziieren.

Sprachkalender

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Sicherlich gibt es für die Sprache, die du erlernst, einen Abreißkalender, auf dem du jeden Morgen eine neue Redewendung oder ein neues Wort vorfindest, das du den Tag über auswendig lernen kannst. Falls du eine ausgefallene Sprache erlernst, musst du dich dafür vielleicht auch auf dem englischsprachigen Buchmarkt umsehen.

Fremdsprachige Umgebung schaffen

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Durch Poster, Fotos und Selbstgeschriebenes lässt sich eine fremdsprachige Lernumgebung überall schaffen. Dann lernt man auch, wenn der Blick vom Lehrbuch abschweift. Es hat sich als äußerst nützlich erwiesen, in seiner Wohnung oder seinem Haus die verschiedensten Gegenstände mit Klebezetteln (auch als Haftzetteln oder Post-its bekannt) zu versehen, welche man in der Fremdsprache beschriftet. So klebt man beispielsweise auf einen Stuhl einen Klebezettel mit dem Wort "der Stuhl" in der zu lernenden Fremdsprache.