Unwirksam: Nervensystem

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Ein bißchen Humor zur EinleitungBearbeiten

Kommt ein Patient zum Heilpraktiker und wird von diesem mittels Irisdiagnostik genau untersucht.

  • Dann meint der Heilpraktiker:
    • Wenn ich Ihnen tief in die Augen schaue, dann sehe ich, dass Sie Hämorrhoiden haben
  • Daraufhin meint der Patient:
    • Lieber Heilpraktiker, Könnten Sie mir auch einmal in den Hintern schauen, damit Sie erkennen können, woher meine Kopfschmerzen kommen ?

DemenzBearbeiten

Bei der Demenzbehandlung wird viel versprochen und wenig gehalten. Bisher gibt es kein Medikament, welches bei der Demenz einen klaren Wirkungsnachweis erbracht hat.

Dabei ist auch wichtig, wie man die Wirksamkeit einer Demenztherapie belegen will. Saubere einfache und nachvollziehbare Wirkkriterien sind der erste Schritt, um an eine effektive Therapiekontrolle zu denken.

Siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/alzheimer-medikament-eli-lilly-erlebt-herben-rueckschlag-a-851931.html

Gingko Tebonin etcBearbeiten

Ginkgo schützt nicht vor Demenz.

ZitatBearbeiten

Aufgrund unserer Untersuchungsergebnisse können wir Ginkgo zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen nicht empfehlen Journal of the American Medical Association 11/2008

Bei einer anderen Untersuchung 2008 hatten Wissenschaftler gezeigt: Ginkgo kann den altersbedingten Gedächtnisschwund nicht aufhalten.

LinksBearbeiten

Memantine Axura EbixaBearbeiten

EinleitungBearbeiten

Am 14.Aug 2008 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen des Alzheimer-Medikaments Memantine hinterfragt. Bei fünf Studien hat die Firma Merz keine oder nur lückenhafte Daten zur Verfügung gestellt.

Siehe http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=33361

Memantin ist ein Derivat des   Amantadin und wird in der Behandlung von moderater bis schwerer   Demenz vom   Alzheimer-Typ eingesetzt. Es ist der einzige Vertreter der Klasse der   NMDA-Rezeptor-Antagonisten (NMDA = N-Methyl-D-Aspartat) bei den Antialzheimer-Medikamenten. Die Wirksamkeit wird kontrovers diskutiert.

Klinische AngabenBearbeiten

Anwendungsgebiete (Indikationen)Bearbeiten

Memantin ist in Europa und der USA zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer Demenz zugelassen.[1]

Wechselwirkungen mit anderen MedikamentenBearbeiten

Memantin verstärkt die Wirkung von Anticholinergika und Dopaminagonisten. Die Wirkung von Neuroleptika und Barbituraten kann abgeschwächt werden. Eine Therapie zusammen mit dem Cholinesterasehemmer Donepezil zeigte in Studien zwar synergistische Effekte,[2] deren klinische Relevanz allerdings fraglich erscheinen.[3]

Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen)Bearbeiten

Nebenwirkungen sind motorische Unruhe, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Verstopfung, anormaler Gang, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, erhöhte Krampfbereitschaft.[4]

Pharmakologische EigenschaftenBearbeiten

Wirkungsmechanismus (Pharmakodynamik)Bearbeiten

Memantin ist ein moderat-affiner nichtkompetitiver Antagonist des NMDA-Rezeptors, und greift somit ins glutamaterge System ein. Glutamat ist ein erregender Neurotransmitter im zentralen Nervensystem und Störungen im glutamatergen Neurotransmitter-System spielen eine bedeutende Rolle in der Pathophysiologie primärer Demenzen.

Aufgrund seines spezifischen Bindungsverhaltens am NMDA-Rezeptor blockiert Memantin schädliche Glutamat-Wirkungen, die zu Funktionseinschränkungen und schließlich zum Absterben von Nervenzellen führen. Memantin gibt den mit dem Rezeptor verbundenen Ionenkanal wieder frei, sobald ein physiologisches Signal eintrifft, wie z. B. bei kognitiven Prozessen. Der Lern- und Gedächtnisvorgang kann weiter ablaufen.

Sonstige InformationenBearbeiten

GeschichtlichesBearbeiten

Memantin wurde von Merz entwickelt und ist seit 2002 zur Behandlung der Alzheimerschen Krankheit zugelassen. Von Forest wurde Memantin für die USA und von Lundbeck für einige europäische und internationale Märkte lizenziert. Zuvor wurde Memantin unter der Bezeichnung Akatinol für die Behandlung spastischer Leiden, des hirnorganischen Psychosyndroms, Parkinson-Krankheit bzw. leichter und mittelschwerer Hirnleistungsstörungen eingesetzt.[5] Die Umbenennung und Indikationserweiterung ging mit einer drastischen Preiserhöhung einher.[5][6]

StudienBearbeiten

In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass das cholinerge Defizit nicht alleinverantwortlich für die Demenz-Pathologie ist, sondern Störungen im glutamatergen Neurotransmitter-System entscheidend an der Pathologie der Demenzen beteiligt sind.[7] Deshalb ist die Modulation der Glutamat-Wirkung im Gehirn, die vorwiegend über NMDA-Rezeptoren erfolgt, ein neuer Behandlungsansatz.

Die Memantin-Therapie führt bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimersymptomatik bei den drei Kerndomänen (Kognition, Alltagskompetenz, klinischer Gesamteindruck) nach sechs Monaten zu signifikanten, insgesamt jedoch geringen Besserungen bzw. Verzögerungen der Symptomatik verglichen mit einer Placebobehandlung.[8] Weiterhin kann die Behandlung mit diesem Antidementivum laut einer Auswertung von zwei randomisierten Studien unter Beteiligung des Herstellers Merz dazu beitragen, demenzbedingte Verhaltensstörungen zu vermindern[9]. Eine Arzneimittelbewertung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wird momentan erstellt.[10][11]

QuellenBearbeiten

  1. Merz Pharma (2005). Axura Fachinformation
  2. Tariot, P.N. et al. (2004): Memantine Treatment in Patients With Moderate to Severe Alzheimer Disease Already Receiving Donepezil: A Randomized Controlled Trial. In: J. Am. Med. Assoc. Bd. 291, Nr. 3, S. 317-324. PMID 14734594 DOI:10.1001%2Fjama.291.3.317
  3. o. A.: Memanin (Axura) plus Donepezil (Aricept) bei Alzheimer-Krankheit?. In: Arznei Telegramm 2004, Jg. 35, Nr. 2, S. 18. PDF (69 kB)
  4. Joint Formulary Committee (2004). British National Formulary (BNF) (47 ed.). London: British Medical Association and the Royal Pharmaceutical Society of Great Britain. ISBN 0-85369-584-9
  5. 5,0 5,1 o. A.: Umgewidmet: Memantin (Axura, Ebixa). In: Arznei Telegramm 2002, Jg. 33, Nr. 9, S. 91. PDF (103 kB)
  6. Kaiser, T: Axura-Preis dem Mehrwert angepasst? In: Arznei-Telegramm 2002, Jg. 33; Nr. 8, S. 86. PDF (108 kB)
  7. Greenamyre JT, Young AB: Excitatory amino acids and Alzheimer’s disease. In: Neurobiol Aging Bd. 10, Nr. 5, 1989, S. 593-602. DOI:10.1016/0197-4580(89)90143-7
  8. McShane R, Areosa Sastre A, Minakaran N: Memantine for dementia (Cochrane Review). In: The Cochrane Database of Systematic Reviews Nr. 2, 2006, Art. No.: CD003154. DOI:10.1002/14651858.CD003154
  9. Gauthier et al.: Effects of memantine on behavioural symptoms in Alzheimer´s disease patients: an analysis of the Neuropsychiatric Inventory (NPI) data o two randomised, controlled studies. In: Int J Geriatr Psychiatry Nr. 20, 2005, S. 459-464. DOI:10.1002/gps.1341
  10. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Berichtplan zum Bericht "Memantin bei Alzheimer Demenz. Stand: 24.8.2005. [1]
  11. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Amendment 1 zum Berichtplan "Memantin bei Alzheimer Demenz". 12.6.2006. [2]

LiteraturBearbeiten

 AkupunkturBearbeiten

  • Teilweise wirksam bei chronischen Schmerzen der Kniegelenke und der Wirbelsäule
  • Wenig wirksam bei Kopfschmerzen
  • Die Theorie der Meridiane hängt völlig in der Luft und ist wahrscheinlich Humbug.
  • Große Akupunktur studien haben einiges zur Klärung gebracht.
  • Acupuncture Safety and Health Economics Studies (ASH)
  • Acupuncture in Routine Care Studies (ARC)
  • Acupuncture Randomized Trials (ART)
  • Deutsche Akupunktur Studien
    • Scharf HP, Mansmann U, Streitberger K, Witte S, Krämer J, Maier C, Trampisch HJ, Victor N.
      • Acupuncture and knee osteoarthritis: a three-armed randomized trial. Ann Intern Med. 2006 Jul 4;145(1):12-20
    • Haake M, Müller HH, Schade-Brittinger C, Basler HD, Schäfer H, Maier C, Endres HG, Trampisch HJ, Molsberger A.
      • German Acupuncture Trials (GERAC) for chronic low back pain: randomized, multicenter, blinded, parallel-group trial with 3 groups. 
        • Arch Intern Med. 2007 Sep 24;167(17): 1892-8.
    • Diener HC, Kronfeld K, Boewing G, Lungenhausen M, Maier C, Molsberger A, Tegenthoff M, Trampisch HJ, Zenz M, Meinert R;
      • GERAC Migraine Study Group. Efficacy of acupuncture for the prophylaxis of migraine: a multicentre randomised controlled clinical trial.
        • Lancet Neurol. 2006 Apr;5(4):310-6
    • Endres HG, Böwing G, Diener HC, Lange S, Maier C, Molsberger A, Zenz M, Vickers AJ, Tegenthoff M.
      • Acupuncture for tension-type headache: a multicentre, sham-controlled, patient-and observer-blinded, randomised trial.
        • J Headache Pain. 2007 Oct 23

TinnitusBearbeiten

Der   Tinnitus wird mit allem Möglichen behandelt, meist erfolglos. Der akute Tinnitus hat eine gute Spontanheilungsrate. Möglicherweise ist Cortison wirksam, wobei Cortison Tabletten zb Prednison völlig ausreichen. Alle anderen Therapieverfahren helfen wahrscheinlich nicht und man kann sie sich sparen. Eine ausführliche neurologisch, hno-ärztliche Untersuchung des Tinnitus ist allerdings sinnvoll, um seltene therapierbare Ursachen des Tinnitus zu erkennen. Siehe http://www2.i-med.ac.at/pharmakologie/info/info27-1.html

HörsturzBearbeiten

Der akute   Hörsturz wird meist mit Kochsalzinfusionen + Trental + HAES + Prednsion behandelt. Der Wirksamkeitsnachweis für dieses Vorgehen ist wenig überzeugend, obwohl der Hörsturz nicht selten ist und man also genügend Patienten in saubere Studien einbringen könnte.

DepressionBearbeiten

Nicht medikamentöse Maßnahmen bei leichter DepressionBearbeiten

  • Kalte Güsse, täglich 5 mal
  • Körperaktivität deutlich steigern
    • Spaziergehen, Joggen, Fahrradfahren
  • Schwarze Schokolade + Süsstoff
  • Massagen einmal die Woche
  • Gymnastik oder Singen oder Tanzen einmal / Woche
  • Lustige Filme anschauen oder lustige Bücher lesen
  • Verreisen
  • Tiere streicheln, ausführen oder versorgen
  • Schlafentzug ausprobieren
  • Akupunktur