Trampen - Reisen per Anhalter/ Güterbahn

Das Besteigen von und Mitfahren auf Frachtzügen ist meistenorts illegal und birgt auch offensichtlich ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, wenn ein zerbrechlicher Menschenkörper zwischen tonnenschweren Stahlgeräten mit riesigen Dynamiken unterwegs ist, die nicht unter Berücksichtigung von Passagieren konstruiert wurden. Doch es bietet ein unvergleichliches Reiseerlebnis und eröffnet zumindest ergänzende Möglichkeiten.

Geschichte

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Hierzulande kennt man es am ehesten durch Jack Kerouacs Roman „Unterwegs“ („On the road“) – ansonsten ist es so gut wie unbekannt. In Nordamerika hingegen hat (oder zumindest hatte) das sogenannte Freight Hopping eine lange Tradition. Das Reisen per Güterbahn wurde ein gebräuchliches Verkehrsmittel, als nach dem amerikanischen Bürgerkrieg die Bahn westwärts kam – besonders unter eingewanderten Arbeitern, die als   Hobos bekannt wurden. Es war weiterhin weitverbreitet unter Mittellosen und Leuten, die sich andere Verkehrsmittel nicht leisten konnten, besonders in Zeiten weitverbreiteter ökonomischer Verwerfungen wie der Weltwirtschaftskrise.

Heutezutage soll es dort immernoch eine brauchbare und gebräuchliche Methode sein, um große Städte zu verlassen und um weite Distanzen zu überwinden.

In den dünn besiedelten Gebieten Sibiriens stellen Güterzüge für viele Leute eines der wenigen verfügbaren Verkehrsmittel dar. Dort ist es wohl verbreitet den Zugführer zu fragen, ob er einen mitnimmt. Die Zugführer wechseln alle paar hundert Kilometer und oft fragt ein netter Zugführer dann an der nächsten Station seinen ablösenden Kollegen.