Topographische Anatomie: Peritonealhöhle: Allgemeines

< Topographische Anatomie | Peritonealhöhle

Die Organe des Oberbauchs werden autonom innerviertBearbeiten

 
Parasympathische Fasern sind hier blau gezeichnet, sympathische rot.

Die Oberbauchorgane werden autonom innerviert, also von Sympathikus und Parasympathikus. Die sympathischen Fasern kommen aus dem Seitenhorn des Rückenmarks zum Grenzstrang (Ganglien fünf bis elf), wo sie noch nicht verschaltet werden, sondern als N. splanchnicus major und minor durch das Zwerchfell in die Bauchhöhle ziehen; die Verschaltung auf das postganglionäre Neuron erfolgt erst in der "Zentrale", dem Plexus coeliacus. Die Nervenfasern folgen dann den Gefäßen und ziehen in die Organe. (Generell fällt auf, dass im Abdomen die Verschaltung auf das zweite Neuron erst nach dem Grenzstrang passiert, während die Neurone für die Versorgung der Thoraxorgane bereits im Truncus sympathicus verschaltet werden.)

Die parasympathische Innervation erfolgt durch den rechten und linken N. vagus, der als Truncus vagalis anterior (links) bzw. posterior (rechts) durch das Zwerchfell läuft, am Magen endet (Truncus vagalis anterior) oder weiterzieht (Truncus vagalis posterior). Der Vagus innerviert nur die Organe oral der linken Kolonflexur (!; den Rest übernimmt der sakrale Teil des Parasympathikus).

Hauptsächlich der Truncus coeliacus versorgt die OberbauchorganeBearbeiten

Der Truncus coeliacus ist ein Abgang der Aorta oberhalb des Pankreas. Er teilt sich in drei Arterien auf, nämlich erstens in die A. gastrica sinistra, welche die linke Seite der kleinen Magenkurvatur versorgt, zweitens in die A. splenica, von der aus kleine Äste zum Pankreas abgehen, aber auch die A. gastroomentalis sinistra auszweigt, und drittens in die A. hepatica communis, welche zur A. hepatica propria wird, zuvor aber eine Arterie zur kleinen Magenkurvatur (A. gastrica dextra) sowie die A. gastroduodenalis entlässt, welche nach kaudal die A. pancreaticaduodenalis abgibt und dann zur A. gastroomentalis dextra wird.

Das venöse Blut fließt in die PfortaderBearbeiten

Die Pfortader entsteht aus dem Zusammenfluss zweier großer VenenBearbeiten

 
Wir schauen hier von dorsal (!) auf das Pankreas und das Duodenum. Sehr gut kann man hier die Vereinigungen der Venen zur Pfortader sehen (das Lig. hepatoduodenale um die Leber-Trias ist entfernt worden): Am Pankreas tritt die V. mesenterica superior nach dorsal und läuft zur Vereinigungsstelle, von links kommt die V. splenica, die vor ihrer Einmündung zur Pfortader (in den meisten Fällen) die V. mesenterica inferior aufnimmt.

In die Pfortader mündet das venöse Blut der unpaaren Bauchorgane. Die V. splenica, die vorher die V. mesenterica inferior aufgenommen hat (diese Vene läuft also nicht (!) mit einer Arterie), und die V. mesenterica superior fließen zu dieser V. portae hepatis zusammen, die hierauf über das Lig. hepatoduodenale in die Leber eintritt. Demgegenüber drainieren das untere (!) Rektum sowie die Harn- und Genitalorgane in die V. cava inferior. Außerdem nimmt diese Vene das Blut aus den Extremitäten, aus dem Becken und aus der Rumpfwand auf.

Wenn die Pfortader verstopft ist, gelangt das Blut auf anderem Wege zum HerzenBearbeiten

Unter "portokavalen Anastomosen" versteht man Blutkreisläufe, die die Pfortader umgehen. Ist also die V. portae hepatis verstopft oder eingeengt, kann das Blut über diese Anastomosen dennoch in die obere Hohlvene gelangen – es entsteht kein Stau. Es gibt vier solcher Umgehungskreisläufe. Erstens kann das Blut über die Venen der kleinen Magenkurvatur und anschließend über die Vv. oesophageales und die V. azygos in die Hohlvene gelangen (dabei können diese Venen anschwellen: "Ösophagusvarizen"). Zweitens kann das Blut über die Vv. paraumbilicales zu den oberflächlichen Vv. periumbilicales gelangen und anschließend über den oberflächlichen oder "epigastrischen" interkavalen (!) Umgehungskreislauf in die Hohlvenen gelangen ("Caput medusae"). Drittens kann das Blut über den Plexus venosus rectalis in die V. iliaca interna abfließen ("Rektoanale Varizen"). Viertens kann es Umgehungen über die retroperitonealen Venen geben.