Survival/ Katastrophen-Survival

Hier werden Themen behandelt wie Vorbereitung und Verhalten bei Stromausfall, Hochwasser, Stürmen und anderen urbanen Notfällen. Ich bitte alle die sich hierfür interessieren auch die Abschnitte Ausrüstung und Erste Hilfe zu lesen, da sie wichtige Tipps enthalten (werden) die ich hier nicht explizit behandle.

StromausfallBearbeiten

Ein längerer Stromausfall ist ein großes Problem, da ein Großteil unserer Technik vom Stromnetz abhängig ist. So besteht der Großteil unserer Lagerhaltung aus im Kühl- und Gefrierschrank gelagerter Frischware, die ohne Strom schnell verdirbt. Gute Haushaltsübliche Gefriertruhen überstehen zwar 48 Stunden Stromausfall, der Inhalt ist aber nicht weiter lagerfähig und muss bald verbraucht werden; zudem ist das Wissen um die Dauer eines Stromausfalls doch meist sehr vage, ein Plan zur rechtzeitigen Sicherung der angetauten Lebensmittel, etwa durch zügiges Einkochen oder Pökeln, sollte bei Zeiten an jede Gefriertruhe dem Inhaltsverzeichnis beigelegt werden.

Mit ein wenig Vorbereitung, die wir behutsam in unseren Alltag einfließen lassen, können die Unannehmlichkeiten eines Stromausfalls insgesamt reduziert werden. Wichtig ist also, alles Nötige bereits im Haus zu haben, nicht nur um sich und seine Nächsten zusätzlichen Belastungen – wie den Ansturm auf die letzte Decke, das letzte Stück Esbit – gar nicht erst aussetzen zu müssen, sondern um in Ruhe die eigenen Notfallpläne durchzugehen (auch Wikibooks wird dann nicht mehr funktionieren ;-).

Weil auch die Steuerungen der meisten Heizungen elektrisch funktionieren, fallen in der Regel diese Heizungen aus, was besonders in der kalten Jahreszeit zum Problem werden kann.

Gegen den Wärmeverlust am Körper helfen warme Kleidung und ein guter, dem Einsatzbereich entsprechender Schlafsack. Zu den gemeinsamen Mahlzeiten legen wir eine große, bis zum Boden reichende Decke über den Tisch, unter dem wir kollektiv unsere Beine stellen – Kuscheln wärmt.

Einzelne Räume können eine Zeit lang mit Gas betriebenen Katalyt- oder auch s. g. Baustellenheizern beheizt werden. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von ca. 200 g/h sollte man allerdings über ein entsprechendes Gas-Depot verfügen.

Insgesamt gilt, achten Sie auf stets gefüllte Gas-Flaschen und nicht erst die leeren sammeln nach dem Motto „damit sich der Weg auch lohnt“ – mit einer 11 kg Flasche Propangas kann ein drei Personen Haushalt bequem drei Monate lang täglich kochen und backen (die Abwärme heizt zudem), mit drei leeren Flaschen gar nicht.

Einen Kamin oder Ofen zu haben, beinhaltet eine ausreichende Miete aus trockenem Holz oder Kohlen anzulegen. Im Notfall recyceln wir unser Altpapier natürlich selbst.

Warme Nahrung und Getränke wie Tees wärmen gut von innen. Um bei einem längeren Stromausfall noch Nahrung zu haben, sollte man einen Teil seiner Vorräte auf Lebensmittel umstellen, die auch ungekühlt gelagert werden können (z. B. eingekochtes Gemüse, Brotaufstriche in Gläsern oder Dosen, Trockennahrung wie Reis, Erbsen, Linsen, Nüsse ... aber auch ausreichend Trinkwasser: ca. drei Liter pro Tag und Person – vergessen Sie über alldem Ihre Haustiere nicht).

Wer keinen autarken (d. h. unabhängig von Strom- und Gasprovider) Gasherd besitzt, kann zum Kochen Gaskartuschen- (sauberste Verbrennung) oder so genannte Multifuelkocher aus dem Campinghandel benutzen. Multifuelkocher, die auch mit normalem Benzin arbeiten, sind besonders geeignet; Benzin ist der weltweit verbreiteteste Brennstoff und wird oft schon im eigenen Fahrzeug vorgehalten. Die Handhabung der Kocher ist denkbar einfach, die Wartung bei den modernen Kochern fast unerheblich.

Wer den Ruß nicht scheut, nutzt das offene Holz-Feuer im einfachsten Grill oder im Hobo-Ofen. Trockene Fichtenspäne eignen sich hervorragend als Feuerstarter (für ein heizendes Feuer brennt Fichte zwar nicht besonders heiß, dafür aber schön laut). Der richtig dimensionierte Hobo-Ofen brennt ebenso leistungsstark wie professionelle Brenner.

Wie wichtig elektrisches Licht mittlerweile geworden ist, wird jeder wissen, bei dem schon einmal eine elektrische Sicherung durchgebrannt ist. Als Lichtquelle sollte man auch Leuchtmittel wählen, die batterieunabhängig sind, denn Batterien sind schnell verbraucht und nur begrenzt haltbar – besser sind hier Dynamo- und Schüttellampen. Neben handelsüblichen Kerzen eignen sich besonders Petroleum- und Gaslaternen. Eine Petroleumstarklichtlampe ist ein vollwertiger Ersatz zur Glühbirne mit 100-400 Watt Leistung. Je nach Ausführung und Lichtstärke brennt so eine Starklichtlampe zwischen fünf und acht Stunden mit einer, oft ein Liter, Füllung. Bei dieser Lichtstärke können Arbeiten wie Reparaturen durchgeführt werden. Ebenso wirkt das helle Licht in ungewohnten Situationen beruhigend auf Ansammlungen von Menschen – ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte.

Um auf dem Laufenden zu bleiben und zur Unterhaltung benötigt man ein Radio, nach Möglichkeit ein Weltempfänger. Auch diese gibt es mit Dynamokurbel, um netzunabhängig zu sein.

Für unverzichtbar wichtige technische Einrichtungen (z. B. für Melkmaschinen) benötigt und hat man bereits ein Notstromaggregat.

Für die Ganz-Körperpflege und zur Hygiene benötigen wir warmes Wasser. Menschen mit stetem Zugang zu warmem Wasser aus Dusche oder Wanne unterschätzen den Aufwand schnell. Ein Erwachsener braucht rund 25 Liter warmes Wasser für ein gründliches Duschbad – und ein entsprechend großes Gefäß, nach Möglichkeit feuerfest. Besitzer eines 30 Liter Einkochtopfs sind hier klar im Vorteil. Befüllt mit 8 Liter kaltem Wasser wird dieses, je nach Vorliebe, auf 70-90 Grad erhitzt, das geschulte Ohr hört die Temperatur, um dann mit weiteren 17-20 Litern kaltem Wasser vor Ort auf die gewünschte Temperatur aufgefüllt zu werden. Zum Begießen eignet sich ein 1-Liter Kunststoffgefäß mit Griff besonders.

Für das Anzünden aller oben genannten Brennstoffe eignen sich Streichhölzer eher als (normale Kunststoff-) Feuerzeuge. Sie sind haltbar und billig, also kaufen wir anfangs eine größere Menge, die später nur noch ergänzt wird, verpacken jede 10er Packung einzeln wasserdicht in Gefrierbeutel und benutzen sie im Haushalt nach dem FIFO-Prinzip.

UnwetterBearbeiten

Bei Unwettern haben wir es mit der ganzen Kraft der Element zu tun. Wir müssen uns vor Regen, Wind und Blitzschlag schützen. Am sichersten ist man Zuhause, wenn man einige Dinge beachtet. Türen und Fenster hält man geschlossen, um einen Durchzug zu verhindern, der diese beschädigen kann. Vergesst bitte die Dachluken und Kellerfenster nicht. Gegebenenfalls schließt man auch die Läden vor den Fenstern, so dass durch den Wind aufgewirbelte Gegenstände die Fenster nicht zerstören können. Starker Wind entwurzelt Bäume, bricht Äste ab und kann schwere Gegenstände herumwirbeln. Deshalb bleibt nach Möglichkeit im Haus. Wer dennoch nach draußen muss, halte sich von Bäumen fern und schaue nach oben. Vor starken Regenfällen schützt uns ein intaktes Dach. Die Dachziegel sollten verfugt sein, damit der Wind den Regen nicht unter die Ziegel drücken kann. Die größte Gefahr geht aber von durch Regen verursachtes Hochwasser aus, siehe dazu den Punkt Hochwasser. Ein Blitzschlag kann die gesamte Hauselektrik durch Überspannung zerstören. Nehmt deshalb elektrische Geräte, wie Computer, bei Gewittern vom Netz. Als Folge des Blitzeinschlages kann es zu einem Feuer kommen oder das Mauerwerk stark beschädigt werden. Deshalb schaut euch nach einem Blitzeinschlag genau um. Da Blitze die Eigenschaft haben, in hohe Objekte einzuschlagen, haltet euch von diesen fern und vermeidet unter allen Umständen, selber der höchste Punkt zu sein. Wie ihr euch auf den folgenden Stromausfall vorbereitet, könnt ihr unter Stromausfall nachlesen.

Nach einem Unwetter kontrolliert euer Haus und Grundstück auf Schäden. Das können z. B. lose Äste in Bäumen, lose Dachziegel oder Wasserschäden im oder am Haus sein. Die Schäden bitte fachgerecht beseitigen lassen und nicht selber mit der Motorsäge auf der Leiter rumturnen. Sonst habt ihr zwar den Sturm überlebt, aber nicht die eigene Dummheit.

HochwasserBearbeiten

Nach einem starken Regen kann es zu Hochwasser kommen, wenn die Bäche oder die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen können. Dann sind vor allem unsere Keller gefährdet. Das Wasser dringt durch die Kellerfenster und die Kanalisation in unsere Gebäude. Davor können wir uns schützen, indem wir die Kellerfenster und Türen mit Brettern, Folien und Sandsäcken versiegeln. Der Abfluss im Keller, meist in der Waschküche, sollte mit einer Rückschlagklappe versehen werden, damit das Wasser nicht durch die Kanalisation in das Gebäude gedrückt wird. Gefährdete Gegenstände sollten in höhere Stockwerke verbracht werden. Besondere Vorsicht muss beim Durchfahren und Begehen von überfluteten Flächen walten, da die Wassertiefe nicht abgeschätzt werden kann. Das Durchwaten und das Durchschwimmen einer Hochwasserfläche sind auf Grund der Strömung lebensgefährlich! Das Hochwasser führt viel Dreck und Fäkalien mit sich. Daher hat es eine hohe Keimbelastung, die strenge Hygiene nötig macht. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln kann bei Hochwasser für einige Tage unterbrochen sein. Sieh auch die Kapitel Hygiene, Lagerhaltung und Stromausfall.

LagerhaltungBearbeiten

Notvorrat

Es empfiehlt sich, immer einen Lebensmittelvorrat für etwa 14 Tage im Haus zuhaben. Dabei muss es sich nicht um spezielle Notfall- oder Expeditions-Nahrung handeln, sondern es sollte sich um Nahrungsmittel handeln, die Teil der täglichen Ernährung sind. So ist der Vorrat immer in Rotation und man muss im Notfall nicht irgendwelche Pasten und Pulver essen. Der Notvorrat muss ohne Kühlung haltbar sein und muss so untergebracht sein, dass er nicht nass werden kann ( überflutete Keller bei Hochwasser). Für einen Notvorrat eignen sich zum Beispiel folgende Dinge: Nahrung:

  • Konserven (Fleisch, Eintöpfe, Früchte, Gemüse)
  • Getreideprodukte (Mehl, Reis, Nudeln, Dosenbrot, Zwieback, Müsli, Haferflocken)
  • Zutaten (Salz, Öl, Margarine, Konfitüre, Zucker, Gewürze)
  • Getränke (Kaffeepulver, Tee, Mineralwasser, H-Vollmilch, Kakaopulver, Fruchtsäfte)
  • Sondernahrungsmittel (Altenpflege, Babys, Tiernahrung)

Hygieneartikel: Klopapier, Seife, Zahnbürste und -pasta, Müllbeutel, Küchenrolle, Chemietoilette

Einen Wasservorrat kann man in der Badewanne anlegen.

Das Bundesamt für Katastrophenschutz empfiehlt für 14 Tage und eine Person folgende Mengen: Getreide 4,5 Kilo, Gemüse 2,0 Kilo, Fette 0,5 Kilo, Getränke 21 Liter, Fleisch 2,0 Kilo, Obst 2,0 Kilo, Milch 4,5 Kilogramm

NotgepäckBearbeiten

In das Notgepäck gehören:

  • Wetterschutzkleidung
  • Kleidung zum Wechseln
  • Festes Schuhwerk
  • Verpflegung für mind. 2 Tage
  • Wasserflasche (gefüllt), Essgeschirr, Besteck, Dosenöffner
  • Schlafsack und Isomatte
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien
  • Hygieneartikel (Kulturbeutel, Klopapier)
  • Erste Hilfe Material, Medikamente
  • Transistorradio und Batterien
  • Wichtige Dokumente (Pass, Versicherungsnachweise, Eigentumsrechte)
  • Geld.
  • Feuerzeug z.b. Zippo,Feuerstahl,Magnesiumfeuerzeug
  • Taschenmesser
  • Kompass
  • Wasserentkeimungstabletten
  • Signalpfeife
  • Hundeabwehr

Das Notgepäck sollte in einem Rucksack fertiggepackt bereitgestellt werden


Weitere Infos zum Thema Sicherheit Zuhause gibt es unter www.bbk.bund.de