Soziologische Klassiker/ Beck, Ulrich

Grundstruktur des Kapitels:


Biographie in DatenBearbeiten

Beck Ulrich


  • geboren am 15. Mai 1944 in Stolp/Pommern, aufgewachsen in Hannover
  • Beruf: Soziologe
  • Familienstand: verheiratet mit Elisabeth Beck-Gernsheim (Soziologin)

Ausbildung

  • 1966 Beginn des Studiums der Rechtswissenschaft; danach jedoch Wechsel des Studienfaches auf Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft an der Universität München
  • 1972 Promotion in Soziologie (München)
  • 1979 Habilitation an der Universität München; Erteilung der Lehrbefugnis für das Fach Soziologie; und Ernennung zum Professor für Soziologie an der Universität Münster (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften)

Berufliche Daten

  • 1981-92 Professor für Soziologie in Bamberg;

Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, wobei sich die Schwerpunkte auf Forschung und Lehre; Soziologie sozialer Ungleichheit; Berufs- und Arbeitssoziologie, Industrie- und Organisationssoziologie bezogen

  • Seit 1992 Professor für Soziologie in München
  • Seit 1995 Autor in der Süddeutschen Zeitung

Andere Tätigkeiten

  • Seit 1980 Herausgeber der Zeitschrift „Soziale Welt“
  • 1986 Veröffentlichung der Risikogesellschaft
  • 1995-97 Mitglied der Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen
  • 1997 Kultureller Ehrenpreis der Stadt München
  • Seit 1997 verstärktes Engagement in der Politikberatung

WerkeBearbeiten

    • Risikogesellschaft, auf dem Weg in eine andere Moderne Frankfurt a.M., 1986
    • Gegengifte. Die organisierte Unverantwortlichkeit, Frankfurt a.M., 1988
    • Das ganz normale Chaos der Liebe (mit E. Beck-Gernsheim), Frankfurt a.M., 1990
    • Politik in der Risikogesellschaft, Frankfurt a.M., 1991
    • Die Erfindung des Politischen - Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung Frankfurt a.M., 1993
    • Was zur Wahl steht, Frankfurt am Main, 2005
    • Die feindlose Demokratie, Stuttgart, 1995
    • Eigenes Leben-Ausflüge in die unbekannte Gesellschaft, München, 1995
    • Reflexive Modernisierung - Eine Debatte (mit A. Giddens und S. Lash), Frankfurt a.M., 1996
    • Was ist Globalisierung? Frankfurt a.M., 1997
    • Politik der Globalisierung, Frankfurt a.M., 1998
    • Perspektiven der Weltgesellschaft (Hsgb.), Frankfurt a.M., 1998
    • Schöne neue Arbeitswelt, Frankfurt a.M./New York, 1999
    • Freiheit oder Kapitalismus, Frankfurt a.M., 2000
    • Individualization (mit E. Beck- Gernsheim), GB, 2002
    • Macht und Gegenmacht im globalen Zeitalter, Frankfurt a.M., 2003 (: neue weltpolitische Ökonomie)
    • Der kosmopolitische Blick, Frankfurt a.M., 2003
    • Das kosmopolitische Europa (mit E. Grande), Frankfurt a.M., 2004
    • Riskante Freiheiten - Gesellschaftliche Individualisierungsprozesse in der Moderne (zusammen mit E.Beck-Gernsheim). 1994 (Hrg.)
    • World Risk Society, GB/USA, 1999
    • Kinder der Freiheit, 1997 (Hrg.)
    • Die Erfindung des Politischen - Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung, 1993
    • Riskante Freiheiten - Gesellschaftliche Individualisierungsprozesse in der Moderne (gemeinsam mit Elisabeth Beck-Gernsheim),1994
    • Die soziale Konstitution der Berufe. Materialien zu einer subjektbezogenen Theorie der Berufe (zusammen mit Michael Brater), 1977 (Hrg.)
    • Berufliche Arbeitsteilung und soziale Ungleichheit. Eine historisch- gesellschaftliche Theorie der Berufe (zusammen mit Michael Brater), 1978
    • Berufswahl und Berufszuweisung. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zur sozialen Verwandtschaft von Ausbildungsberufen (zusammen mit M. Brater und B. Wegener), 1979
    • Eigenes Leben - Ausflüge in die unbekannte Gesellschaft, in der wir leben (zusammen mit W. Vossenkuhl, U.E. Ziegler, Fotos von T. Rautert), 1995

Das Werk in Themen und ThesenBearbeiten

Ulrich Becks Beitrag bezieht sich hauptsächlich zu Themen wie: Globalisierung, Idividualisierung, gesellschaftlicher Wandel,Reflexivität, Moderne, Risiko(Risikogesellschaft) und Zukunft. Diese, von ihm beschriebenen Bereiche, sind generell für das gesellschaftliche Leben von Interesse und besitzen eine ereignisungebundene Relevanz.


RisikogesellschaftBearbeiten

Becks Ausführungen zur Risikogesellschaft zählen zu den bedeutensten Büchern der jüngeren Soziologie nach 1945. Ausgangspunkt ist dabei die These, dass unsere Existenz durch ungeheure Risiken bedroht wird, die nicht vor irgendwelchen sozialen Grenzen stoppen, sondern das Leben von allen zum Risiko machten.Der Erfolg des Buches "Risikogesellschaft" war wahrscheinlich an die aktuellen Ereignisse von Tschernobyl geknüpft. Beck hat sich aus gegebenem Anlass in seinem Vorwort auch konkret auf diese Katastrophe bezogen. Er sieht in der Explosion die Bestätigung der Schlüsselvorstellungen: Nichtwahrnehmbarkeit von existenzbedrohenden Gefahren, die Bedeutung des Wissens um dieselben, deren Übernationalität, die „ökonomische Enteignung“ und der Umschlag von Normalität und Absurdität.


Grundthese: "In der fortgeschrittenen Moderne geht die gesellschaftliche Produktion von Reichtum systematisch einher mit der gesellschaftlichen Produktion von Risiken. [Hervorhebungen in dem Original] [...] Die Verteilungsprobleme und -konflikte der Mangelgesellschaft [werden] überlagert durch die Probleme und Konflikte, die aus der [...] Verteilung wissenschaftlich-technisch produzierter Risiken entstehen"; es kommt zu einem "Wechsel von der Logik der Reichtumsverteilung [...] zur Logik der Risikoverteilung" [1]

Unter den Begriff "Risiken" fasst Beck sowohl "naturwissenschaftliche Schadstoffverteilungen", als auch "soziale Gefährdungslagen" (Arbeitslosigkeit). Relevant ist hier, dass die entsprechenden Risiken meist nicht mehr nach Klassengrenzen verteilt sind, sondern es kann „Jedermann“ betreffen.


Reflexive ModernisierungBearbeiten

Weiters ist die „reflexive Modernisierung“ ein sehr relevanter Begriff, der von Beck behandelt wurde. Reflexive Modernisierung bedeutet eine „Selbsttransformation der Industriegesellschaft“. Eine Auf- und Ablösung der ersten Moderne (die Zeit ab der Aufklärung, zumal der Industrialisierung und der mit ihr voranschreitenden Bürokratie) durch eine zweite Moderne (Individualisierung, umfasst den Prozess der Globalisierung), deren Konturen und Prinzipien es zu entdecken und zu gestalten gilt. Strukturen nationalstaatlicher Industriegesellschaften werden in einem radikalen Sinne umgearbeitet.


Theoriegeschichtlicher KontextBearbeiten

Ulrich Becks Konzeptionen der Moderne weisen eine große Ähnlichkeit mit denen von A. Giddens auf und werden auch teilweise in Zusammenarbeit entwickelt. Auch Anthony Giddens spricht von „Zweiter Moderne“ bzw. „reflexiver Moderne“. Ebenso wird der von Beck geprägte Begriff der „Welt-Risikogesellschaft“ von Giddens aufgegriffen.


Rezeption und WirkungBearbeiten

Ulrich Beck ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der London School of Economics. Der Name des Soziologen wird meist mit dem Begriff der Risikogesellschaft verbunden, mit dem der Wissenschaftler bereits vor zwei Jahrzehnten unsere Gesellschaft beschrieben hat. Beck äußert sich meist zu Bereichen, die generell von Interesse für das gesellschaftliche Leben sind und somit auch eine ereignisungebundene Relevanz besitzen.

Ulrich Beck ist einer der bekanntesten deutschen Soziologen der Gegenwart und wurde 2005 mit dem Schader-Preis ausgezeichnet, der höchstdotierten Auszeichnung für Gesellschaftswissenschaftler in Deutschland.


LiteraturBearbeiten

  • Oesterdiekhoff, Georg [Hrsg.] (2001):
    "Lexikon der soziologischen Werke"
    Wiesbaden
  • Beck, Ulrich (1986):
    "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne"
    Frankfurt

InternetquellenBearbeiten

Institut für Soziologie der Universität München

Referat im Seminar Soziale Ungleichheit am Institut für Sozialwissenschaften

  Ulrich Beck

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Beck,Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne; Frankfurt am Main, S. 25