Soziologische Klassiker/ Arendt, Hannah

Grundstruktur des Kapitels:

Biographie in Daten

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  Hannah Arendt

  • geboren am 14. Oktober 1906 in Linden (Hannover), gestorben am 4. Dezember 1975 in New York.
  • Johanna Arendt ist das einzige Kind des Ingenieurs Paul Arendt und dessen Frau Martha (geb. Cohn). Hannah wächst in einem typisch deutsch-jüdisch assimilierten Elternhaus in Königsberg auf.


  • Hannah Arendt selbst war zweimal verheiratet:
    • 1929: Heirat mit Günther Stern – Scheidung: 1937,
    • 1940: Heirat mit Heinrich Blücher


Werdegang

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  • 1924: externes Abitur, da sie aufgrund eines Schülerstreiks von der Schule verwiesen wurde.
  • 1924–1928: studierte sie Philosophie, Theologie und klassische Philologie vorerst in Marburg bei Martin Heidegger, mit dem sie von 1925–1930 eine Affäre hatte, später in Freiburg bei Edmund Husserl und zuletzt in Heidelberg bei Karl Jaspers, der ihr Mentor wird und mit dem sie bis zu dessen Tod (1969) freundschaftlich verbunden bleibt.
  • 1928: Promotion zum Dr. phil. in Heidelberg bei Karl Jaspers mit der Arbeit „Der Liebesbegriff bei Augustin“.
  • 1933–1943: Mitglied der World Zionist Organization
  • 1946–1948: Lektorin beim Salman Schocken Verlag. N.Y.
  • 1949–1952: Geschäftsführerin der Jewish Cultural Reconstruction. N.Y.
  • 1951: Erhalt der amerikanischen Staatsbürgerschaft
  • 1955: Gastprofessorin an der University of California
  • 1958: korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Wirtschaft
  • 1959: Gastprofessorin an der Princeton University
  • 1960–1961: Gastprofessorin an der Columbia University, Northwestern University und Wesleyan University
  • 1961: Teilnahme am Eichmannprozess in Jerusalem als Reporter für die die Zeitschrift „The New Yorker“
  • 1963–1967: Professorin an der University of Chicago
  • 1964: Aufnahme in das National Institute of Arts and Letters
  • 1965: Gastprofessorin an der Cornell University, N.Y.
  • 1967–1975: Professorin an der Graduate Faculty der New School for Social Research, N.Y. für Sprache und Dichtung
  • 1968: Vizepräsidentin des Institutes for Arts and Letters
  • 1973: Vorstandsmitglied am amerikanischen PEN-Zentrum

Auszeichnungen

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  • 1959: Erhalt des Lessing Preises der Stadt Hamburg
  • 1967: Erhalt des Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie
  • 1975: Erhalt des Sonning-Preises von der dänischen Regierung für Beiträge zur europäischen Kultur


posthum

  • 1992: Ihre Memoiren werden veröffentlicht
  • 1994: der Hannah Arendt Preis wird ins Leben gerufen
  • 1999: Eröffnung des „Hannah Arendt-Zentrums“ an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg (D).

Historischer Kontext

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Hannah Arendt ist im Kaiserreich geboren und wuchs in einer für Juden problematischen Zeit auf. Zur Zeit der Weimarer Republik hat sie an renommierten Universitäten bei bedeutenden Dozenten Philosophie studiert. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde sie als Jüdin verfolgt und diskriminiert. Ab 1933 arbeitete sie für die „Zionistische Vereinigung für Deutschland“ und recherchierte fortan über die beginnende Judenverfolgung. Gefördert von der „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“ beginnt sie mit Forschungsarbeiten über das Problem der deutsch-jüdischen Assimilation, deren Ergebnisse aber erst 1959 mit dem Titel „Rahel Varnhagen – Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik“ erschienen ist. Mit diesem Buch wollte sie dazu aufrufen, sich der eigenen Geschichte bewusst zu werden.

Arendts Wohnung in Berlin diente Flüchtlingen als Zwischenlager. Noch im selben Jahr wurde sie von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet. Bereits nach acht Tagen kam Arendt frei und floh nach Paris, wo sie nun ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin begann. 1937 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, worauf 1940 eine mehrwöchige Internierung im Aufganglager Gurs erfolgt, da sie für eine „feindliche Ausländerin“ gehalten wird. Nach einer Flucht gelingt es Arendt, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Mutter nach New York zu emigrieren, wo sie politische Kolumnen für das deutsch-jüdische Magazin „Aufbau“ schreibt. Es folgen Vorlesungen und Vorträge an verschiedenen New Yorker akademischen Einrichtungen.

Als sie erstmals nach dem Krieg wieder nach Deutschland kommt, erlebt sie Realitätsflucht und Verdrängung der Tatsachen. Arendt ist verblüfft über die öffentliche Dummheit und die Abstandnahme vom eigenständigen Denken und folgert daraus, dass das Böse eine Folge von Dummheit ist. Arendts persönliche Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus spiegeln sich in ihren wichtigsten Werken über diesen (Eichmann in Jerusalem, Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft) wider.

Theoriegeschichtlicher Kontext

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Arendt pflegte Kontakte mit den größten Denkern ihrer Zeit und las Werke bedeutender Philosophen. Bereits mit 14 Jahren liest sie Immanuel Kant, was einen großen Einfluss auf ihre späteren Werken nimmt. Ihre Professoren waren u.a. Martin Heidegger und Karl Jaspers , die sie sehr prägten und mit denen sie zeitlebens in Kontakt blieb. Der Einfluss Heideggers ist am deutlichsten spürbar in ihrem Werk: „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Mit ihren Kommilitonen Benno von Wiese und Hans Jonas verband sie eine enge Freundschaft, wobei Jonas sie später im Bezug auf ihr Buch „Eichmann in Jerusalem“ schwer kritisierte.

Intensive Freundschaften pflegte sie u. a. auch mit Mary McCarthy sowie mit Uwe Johnson, deren Briefwechsel 1995 bzw. 2004 veröffentlicht wurden. Von großer Bedeutung war für sie zudem Kurt Blumenfeld, der Geschäftsführer einer Zionistischen Organisation. Ihm verdankte sie die persönliche Auseinandersetzung mit ihrem „Judendasein“ – so Arendt in einem Brief an Blumenfeld, der 1951 veröffentlich wurde. Weiters war ihr zweiter Mann, Heinrich Blücher, im Hinblick auf ihr politisches Denken sehr prägend.

Aufstellung der wichtigsten Werke

  • Der Liebesbegriff bei Augustin. Versuch einer philosophischen Interpretation. Berlin 1929.
  • The burden of our time. London 1951.
  • The origins of Totalitarianisms. New York 1951.
  • Hermann Broch: Dichten und Erkennen. Zürich 1955.
  • Die Krise in der Erziehung. Bremen 1958.
  • Elemente totaler Herrschaft. Frankfurt/Main 1958.
  • Rahel Varnhagen. The life of a Jewess. London 1958.
  • The human condition. Chicago 1958
  • Vita activa oder Vom tätigen Leben. Stuttgart 1960 und München 1960.
  • Karl Jaspers: The Great Philosophers, Vol. 1–2. New York 1962 und London 1962.
  • Eichmann in Jerusalem. A report on the banality of evil. New York 1963 und London 1963.
  • On Revolution. New York 1963.
  • Men in dark times. New York 1968
  • Macht und Gewalt. München 1970.
  • Crises of the Republic: Lying in Politics – civil disobedience – on violence – thoughts on politics and revolution. New York 1972.
  • Wahrheit und Lüge in der Politik: Zwei Essays. München 1972.

Posthume Veröffentlichungen

  • The Life of the Mind, 2 Bde. New York 1978 und London 1978.
  • Vom Leben des Geistes, 2 Bde. München 1979.
  • Lectures on Kant's political philosophy. Chicago 1982.
  • Briefwechsel 1926–1969 (Mit Karl Jaspers). München 1985
  • Die Krise des Zionismus. Essays und Kommentare 2. Berlin 1989.
  • Menschen in finsteren Zeiten. München 1989.
  • Was ist Politik? Fragmente aus dem Nachlaß. München 1993.
  • "...in keinem Besitz verwurzelt". Die Korrespondenz (mit Kurt Blumenfeld). Hamburg 1995.
  • Briefe 1925 bis 1975 und andere Zeugnisse aus den Nachlässen. (an Martin Heidegger) Frankfurt/Main 1998.
  • Denktagebuch 1950–1973, 2 Bde., München 2002.

Das Werk in Themen und Thesen

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Was Hannah Arendt in ihren Büchern immer wieder zum Ausdruck brachte, ist der Mut zur Wahrheit. In ihren Thesen darüber lehnt sie sich oft an Immanuel Kant, Thomas Hobbes und Karl Jaspers an. Es muss möglich sein, die Wahrheit öffentlich aussprechen zu können und nicht bloß Kritik im stillen Kämmerchen zu äußern, so Arendt. Weiters war sie, so schreibt sie selbst, keine Anhängerin von Ideologien, denn die absolute Wahrheit existiere, so Arendt, nicht. Arendt verlangte nicht nach einer allgemeinen Akzeptanz ihrer Gedankengänge. Dies wird auch in folgenden Werken deutlich:


Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft

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An dem Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ hat Arendt über 10 Jahre lang gearbeitet. Es wird nicht zuletzt deshalb auch als ihr Hauptwerk bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen zeitdiagnostischen Text des 20. Jahrhunderts, mit dem sie eine Diagnose der politischen Desaster der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert vorlegt – betreffend Nationalsozialismus und Stalinismus. Viele Autoren widmeten sich der Frage nach den Ursachen des Nationalsozialismus, wobei Arendts Buch als eines der wenigen in englischer Sprache 1951 in den USA publiziert wurde. Nach mehreren Ausgaben (1966, 1986…) wurde das Werk schließlich in drei Teile gegliedert: Antisemitismus, Imperialismus und Totale Herrschaft.

Merkmal totaler Herrschaft ist der Terror, der durch die Vernichtung ideologisch fiktiver Gegner an Stärke zunimmt und politisches Denken dahingehend zerstört, dass sie ihre Opfer manipuliert. Am deutlichsten bemerkbar wird dies durch die Konzentrationslager, in denen Arendt die eigentliche zentrale Institution totaler Machtausübung sieht. Voraussetzung aber dafür sei der „Untergang der Klassengesellschaft“ und die Aufspaltung der orientierungslos gewordenen Masse. Die Vernichtung in den Konzentrationslagern veranlasst Arendt zu dem Standpunkt, dass eine Menschheit, welche heimatlos und überflüssig erscheint, völlig ausrottbar ist.

Sie stellte sich unter anderem auch die Frage, wie totalitäre Staaten charakterisiert werden können, wobei sie zum Schluss kommt, dass diese sich dadurch kennzeichnen, dass sie politischen Zwang, sei es durch die Geheimpolizei oder durch Konzentrationslager, ausüben und die Massenmedien manipulativ verwenden.

Die ersten Teile des Buches, Antisemitismus und Imperialismus, sollen aufzeigen, weshalb es in der europäischen Geschichte der letzten 200 Jahre zu Elementen kam, die rückblickend als Anzeichen der totalitären Form politischer Macht in der Geschichte gesehen werden können. Die Degeneration der staatlichen Sitten, wie der erste Weltkrieg aufzeigt, analysiert sie unter dem Begriff Imperialismus.

Der Rassenbegriff des 19. Jahrhunderts verlieh dem Antisemitismus Radikalität und ließ den modernen Rassismus zu einem der Mittelpunkte totaler Herrschaft werden, dessen Ausmaß sich erst nach 1933 voll enthüllte. Arendt kam zu der These, dass der Verfall des Nationalstaats mit dem Ende der Menschenrechte einhergehe. Mit diesem Buch wollte sie aufzeigen, wie wichtig es ist, geschichtliche Abläufe zu reflektieren und das Aufzuhaltende aufzuhalten, um die persönliche Handlungsfreiheit der Menschen offen zu halten.

Eichmann in Jerusalem – Eine Banalität des Bösen

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Für die Zeitschrift „New Yorker“ nahm Hannah Arendt als Prozessberichterstatterin am Eichmann-Prozess in Jerusalem teil. Die Staatsanwaltschaft erhob in 15 Punkten Anklage gegen Otto Adolf Eichmann. Während des Naziregimes, besonders aber während des zweiten Weltkrieges, hatte dieser Verbrechen gegen das jüdische Volk, Verbrechen gegen die Menschheit und Kriegsverbrechen begangen. Eichmanns Antwort auf jeden im vorgeworfenen Punkt war: „Nicht schuldig im Sinne der Anklage.“ Trotzdem hatte man mit dem Todesurteil gerechnet und ist deshalb kaum von der Öffentlichkeit kritisiert worden, bis bekannt wurde, dass die Israelis das Urteil vollstreckt hatten. Die Proteste waren zwar nur von kurzer Zeit, kamen jedoch von vielen Richtungen, wobei dahingehend argumentiert wurde, dass die Taten Eichmanns die Grenzen denkbarer Bestrafung durch ein irdisches Gericht überschritten hätten.


Arendts Aufzeichnungen zu diesem Prozess wurden 1963 in Buchform in den USA veröffentlicht, wodurch Themen an die Öffentlichkeit geraten sind, die mitunter besser im Verborgenen geblieben wären. Arendt provozierte nämlich darin mit zahlreichen provokanten Thesen, sodass schon vor der Veröffentlichung eine organisierte Gegenkampagne in die Wege geleitet wurde. So wurde ihr beispielsweise vorgeworfen, sie würde Eichmanns Taten verharmlosen wollen. Arendt meinte dazu, dass es den Eindruck erwecke, als würde hier nicht ein bestimmter Mensch auf der Anklagebank sitzen, sondern das deutsche Volk insgesamt oder der Antisemitismus in all seinen Formen.


Arendt, die selbst auch jüdisch war und dies alles nicht miterlebte, weil sie vorher in die USA emigrierte, musste sich unter anderem vom Religionswissenschaftler Gershom Sholem vorwerfen lassen, dass es ihr an der Liebe zu den Juden mangle. Vor allem aber kritisierte er Arendts Ansicht über die Judenräte, denn sie kam zu der These, dass die Juden selbst eine gewisse Mitschuld am Holocaust zu tragen hätten.
Sie widmete dem Angeklagten ein ganzes Kapitel und befasste sich darin ausschließlich mit Eichmanns Leben. Arendt ist überzeugt dass Eichmann weder geistesgestört, noch ein verhetzter Antisemitist ist, sondern ein „normaler“ Mensch, der ausschließlich die Befehle des Führers ausführte. (Später wurde ihr vorgeworfen, sie habe die Motive unterschätzt)


Trotz aller Umstrittenheit dieses Werkes, beschäftigt es das Denken heutiger Menschen und zeigt auf, dass die „verdrängte Vergangenheit“ weder ein deutsches noch ein jüdisches Phänomen ist, sondern auch noch heute unvergessen und unbewätigt ist.

Über die Revolution

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Arendt analysiert darin die französische und amerikanische Revolution und kritisiert die daraus entstandenen Gesellschaften.
Während sich die französischen Revolutionäre mit der sozialen Frage konfrontiert sahen und die Aufmerksamkeit auf die Beseitigung der Not lenkten, war Amerika ein Land mit verhältnismäßigem Wohlstand, in dem die Frage der Armut durch die Ansiedelung des Westens kanalisiert wurde. Somit konnte sich die amerikanische Revolution auf die politischen Ziele konzentrieren. Sie postulierte außerdem, dass die französische Revolution am Versuch das soziale Elend zu eliminieren gescheitert sei.


Weiters stellte Arendt die These auf, dass das Räteprinzip, welches sie als den eigentlichen politischen Neuansatz der Revolution und gleichsam als institutionelle Konkretisierung ihres Begriffs der „öffentlichen Freiheit" ausweist, in jeder Revolution zu finden sei. Dass sich dieses aber dennoch nicht durchsetzen konnte führt sie auf das Machtstreben der revolutionären Parteien zurück.


Macht und Gewalt

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Beeinflusst durch den Vietnam-Krieg, sowie durch die Studentenunruhen der 60er Jahre, erforscht Arendt die Verbindung von Macht und Gewalt. Ihre Ergebnisse erschienen 1970 als Buchform mit dem Titel „Macht und Gewalt“. Im Gegensatz zu manch anderen Denker/inne/n, wie z.B. Max Weber , entsteht für sie Gewalt erst wo Macht bereits verloren ist. Mit anderen Worten, wer über Macht verfügt braucht keine Gewalt. Wenn ein Politiker Macht hat, tritt er den Demonstranten friedlich gegenüber, wenn er aber nicht mehr in Besitz von Macht ist, so wird er Gewalt einsetzen.
"Nackte Gewalt tritt auf, wo Macht verloren ist. Macht ist ersetzbar durch Gewalt, doch der Preis dafür ist sehr hoch, denn sowohl Sieger als auch Besiegter bezahlen mit dem Verlust der Macht."


Auch betonte Arendt, dass kein Einzelmensch über Macht verfügt. Politische Macht entsteht aus einer großen Anzahl von Menschen, die sich zusammenschließen. Würde sich das gesamte Volk gegen einen Herrscher stellen, so würde er keine Macht mehr haben. Folglich stellen Macht und Gewalt für Arendt Gegenbegriffe dar, die sich selbst wechselseitig ausschalten.


Rezeption und Wirkung

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Das Hannah Arendt-Zentrum

1999 wurde das „Hannah Arendt-Zentrum“ an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg eröffnet. Darin ist der größte Teil des Nachlasses von Hannah Arendt archiviert. Weiters liegt der Gesamtbestand der „Hannah Arendt Papers“ auf. Das Hannah Arendt Zentrum darf sich als einziges Archiv in Europa nennen, welches Zugang zur digitalisierten Version des Nachlasses hat, die in der Library of Congress erstellt wurden. Hinzu kommen noch eine eigene Buchreihe, die so genannten „Hannah Arendt–Studien“ und zusätzlich werden Vorträge, Kolloquien und Tagungen zu Arendts Werken angeboten.

Seit wenigen Jahren erleben Hannah Arendts Werke eine beachtliche Renaissance, ihr Buch „Über die Revolution“ war auf der Liste der wiederkehrenden Bücher an der Spitze. Zunehmend interessieren sich Professoren unterschiedlicher Fachrichtungen für ihr Werk, des weiteren wurden zahlreiche Schulen nach ihr benannt.
Hat ihr freies Denken zu Lebzeiten immer für Kritik gesorgt, so finden ihre Werke in der Gegenwart immer mehr Anerkennung. Ralf Dahrendorf beispielsweise zählt Hannah Arendt zu den wenigen eigenständigen Denker/inne/n des letzten Jahrhunderts.

Literatur

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  • Ettrich, Frank (2001):
    "Arendt, Hannah – Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. In: Oesterdiekhoff, W. Georg (Hrsg.): Lexikon der soziologischen Werke"
    Wiesbaden
  • Bohrmann, Hans (2001):
    "Arendt, Hannah – Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. In: Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie"
    Wiesbaden
  • Genett, Timm (2001):
    "Arendt, Hannah – Über die Revolution. In: Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie"
    Wiesbaden
  • Arendt, Hannah (1965):
    "Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen"
    München

Internetquellen

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