Segelflug: Steuerung

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Sitzt man das erste Mal im Cockpit, denkt man, dass man in einem tiefer gelegtem Auto sitzt. In einem Segelflugzeug basiert die Steuerung auf Stahlseilen und Rohren.

Der Blaue Hebel: Er ist dazu da, um den Auftrieb der Tragflächen zu stören. Durch Ziehen an dem blauen Hebel werden aus der Oberseite (auch möglich auf der Unterseite) der Hauptflügel "Bretter" auch Störklappen genannt herausgezogen. Damit wird die Sinkrate und der Luftwiderstand erhöht. Dies wird während des Landeanflugs und bei dem "Ausrollen" verwendet, um an Höhe und Geschwindigkeit zu verlieren.

Cockpit eines Segelflugzeugs

Gelber Zug: Am gelben Zugmechanismus wird die Bug- bzw. Schwerpunktkupplung geöffnet. Man kann sich dies als eine Art Karabinerhaken vorstellen. Wenn man beim Windenstart mal vergisst das Seil auszukuppeln, fällt sobald es senkrecht zum Flieger ist raus oder auch wenn kein Zug mehr auf dem Seil da ist.

Grüner Hebel: Am grünen Hebel wird die Trimmung eingestellt. Sie ist meist am Höhenruder einseitig angebracht. Dies bedeutet also, dass mit ihm nur die Ruderkräfte am Höhenruder eingestellt werden kann. Es gibt zwei verschiedene Arten der Übertragung vom Hebel zum Höhenruder. Entweder sind am unteren Ende des Hebels, der nicht sichtbar ist, zwei Federn angebracht, welche am Steuerknüppel "zerren", eine so genannte Feststelltrimmung. Dabei werden beide Höhenruder angesprochen. Oder am Höhenruder ist noch ein kleines Rüderchen, das man direkt anspricht.

Roter Hebel oder Zug: Der Rote Hebel ist zum Öffnen des Kabinendachs. Er wird nur vor dem Start, nach der Landung oder im äußersten Notfall betätigt. Ein solcher Notfall tritt aber nur ein, wenn das Flugzeug nicht mehr kontrollierbar ist und man dazu gezwungen ist, sich durch einen Absprung mit dem Fallschirm das Leben zu retten.

Knüppel: Was mag das den wohl sein? Mit dem Steuerknüppel spricht man die Queruder (am linken und rechten großen Flügel) an und das Höhenruder(am Heck des Flugzeug, meist waagerecht ( -> V-Leitwerke) an.

Pedale: Am Anfang will man gerne, wie beim Kfz-Fahren, Gas geben und bremsen. Allerdings wird dies mit dem Knüppel mit ziehen, also bremsen (man gewinnt dabei kaum Höhe Bloß nicht darauf hören, wenn der FluLe (Flug-Lehrer) sagt "Ziehen! Ziehen! Ziehen!" Rumms!) und drücken (Höhe verlieren, Fahrt nimmt zu) gemacht. Mit den Pedalen steuert man das Seitenruder, das sich senkrecht ( -> V-Leitwerke) am Heck befindet.

Der Faden: ist ein meist an der Cockpithaube des Segelflugzeuges angebrachtes Stück Wollfaden zum Überprüfen des schiebefreien Fliegens. Es ist das billigste, aber wichtiges "Instrument".

Durch unkoordinierte Betätigung von Quer- und Seitenruder vergrößert man im Flug den Widerstand des Segelflugzeugs.

Betätigt man im Geradeausflug nur das Seitenruder, schlägt der Faden in die Richtung aus, in die das Seitenruder getreten wird. Betätigt man im Geradeausflug nur das Querruder, schlägt der Faden in die Gegenrichtung aus, in die das Querruder gedrückt wird.

Durch entsprechende Korrekturmaßnahmen im Flug versucht man den Faden parallel zur Längsachse zu halten, um so den optimalen Flugzustand zu erreichen und mit möglichst wenig Widerstand zu fliegen.

Korrekturmaßnahmen:

  • Faden zeigt nach links: Seitenruder rechts treten oder mehr Querruder links geben
  • Faden zeigt nach rechts: Seitenruder links treten oder mehr Querruder rechts geben

Nachdem du die Steuerung kennst, sind noch spezielle Flugtechniken zu lernen.