Schlangenbuch für Kinder: Der Tigerpython

Der Tigerpython


Der Tigerpython (wissenschaftlich Python molurus) ist eine Schlangenart, die zu den Pythons gehört. Er ist eine der größten Schlangenarten der Erde. Es gibt zwei Unterarten des Tigerpython. Sie unterscheiden sich in Größe, Farbe und Verbreitungsgebiet.


Dunkler Tigerpython (Python molurus bivittatus)

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Dies ist die bekannteste Unterart. Als junges Tier noch schlank, erreicht er im Erwachsenenalter massige Statur. Der Kopf ist wuchtig und mäßig vom Hals abgesetzt. Durch die seitliche Anordnung der Augen hat diese Schlange ein Sehfeld von 135°.

 
Der Dunkle Tigerpython (Python molurus bivittatus)
 
Verbreitungsgebiet: Python bivittatus

Färbung

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Seine Grundfarbe reicht von hellbraun, gelblich bis gräulich. Über den Rücken ziehen 30 bis 40 große, eher rechteckige, dunkelbraune Sattelflecken, die schwarz umrandet sind. An den Flanken verlaufen alternierend zur Rückenmusterung braune Flecken. Die Schwanzzeichnung besteht oft aus Längeren Farbflächen und seitlich geschlossenen Flecken. Die Bauchseite ist von weiß-gelber Grundfarbe und von kleinen dunklen Punkten durchsetzt, welche zum Schwanz hin an Größe zunehmen. Auf der Kopfseite verläuft ein spitz zulaufendes dunkles Band vom Auge Richtung Nase. Ein breiteres schwarz umrandetes Band zieht vom Auge bis unter den Mundwinkel. Dieses schließt zusammen mit einem unterhalb des Auges liegenden keilförmigen dunklen Fleck, ein weiß gefärbtes Areal ein. Die Kopfoberseite ist von einem großen pfeilspitzenförmigen braunen Muster geziert, von dem die Spitze im Bereich der Augen, manchmal sogar bei der Schnauze liegt. In der Mitte der Pfeilzeichnung befindet sich ein länglicher heller Punkt.


Die Durchschnittsgröße liegt zwischen 3,60 und 4,50 Metern, wobei die Männchen meist deutlich kleiner und schlanker bleiben als die Weibchen. Diese Unterart kann in seltenen Fällen auch eine Länge von nahezu 7 Metern erreichen. Ein in der Wildnis gefangenes Exemplar wog bei einer Länge von 4,50Meter 52 Kilogramm. In Gefangenschaft erreichen gut genährte Weibchen die 100 Kilogramm-Grenze bei 5,60 bis 6 Meter. Mit seinen Ausmassen ist der Dunkle Tigerpython nicht der längste Python Asiens aber der Schwerste. Denn der ebenfalls dort beheimatete Netzpython ist bei gleicher Länge wesentlich schlanker.

Verbreitungsgebiet

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Das Verbreitungsgebiet des Dunklen Tigerpythons ist aus der Abbildung oben ersichtlich. Es umfasst folgende Länder: Nordost-Indien, Nepal, West-Bhutan, Südost-Bangladesch über Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, einem Teil der Malaiischen Halbinsel, Vietnam und Südchina. Außerdem kommt er auf folgenden Inseln vor: Java, Süd-Sulawesi, Bali und Sumbawa.

Besonderheiten

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2003 wurden Inselzwergformen des Dunklen Tigerpythons bekannt. Sie stammen von kleinen, küstennahen Inseln in Südostasien. Zwerg-Tigerpythons zeigen in Färbung und Musterung starke Ähnlichkeiten zur Festlandform des Dunklen Tigerpythons. Diese Tiere sollen angeblich höchstens 2,5 Metern lang werden.

Heller Tigerpython (Python molurus molurus)

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Verbreitungsgebiet: Python molurus


 
Der Helle Tigerpython (Python molurus molurus)

Färbung

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Der Helle Tigerpython ist zudem heller gemustert. Vertreter von den Bergwäldern in West-Ghats und Assam sind jedoch generell dunkler gefärbt als solche vom Dekkan-Plateau und der Ostküste Indiens. Seine Grundfärbung besteht, je nach Individuum und Herkunft, aus einem hellen Grau, das auch ins Hellbraune gehen kann. Die dunkle Umrandung seiner beige- bis kastanienbraunen Sattelflecken ist weniger dick als beim Dunklen Tigerpython. Die Flankenflecken sind zudem dünner ausgebildet und haben meist einen hellen Kern. Die Bauchseite ist weisslich, gelblich oder leicht orange. Die auf der Kopfoberseite verlaufende braune Pfeilzeichnung wird von den Augen zur Nasenspitze hin undeutlich. Bei manchen Tieren ist sogar die vordere Hälfte der Kopfoberseite zu einem unifarbenen Hellbraun verwaschen.
 
Ein Erwachsener hält den Kopf eines Hellen Tigerpython.
Der Helle Tigerpython bleibt deutlich kleiner als der Dunkle Tigerpython. Ausgewachsene Weibchen erreichen im Durchschnitt etwa 3,5 Meter. Männchen bleiben im Normalfall unter dieser Größe. Der Rekord für den Hellen Tigerpython liegt bei 5 Metern.
Es fällt auch mir schwer mir eine Schlange vorzustellen, die eine solch enorme Größe erreicht. Um sich die Dimension vorzustellen seht ihr nebenan den Kopf eines ausgewachsenen Tigerphyton, festgehalten von einem Erwachsenen.

Verbreitungsgebiet

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Das Verbreitungsgebiet des Hellen Tigerpythons ist aus der Abbildung oben ersichtlich. Es umfasst folgende Länder: Teile Pakistans, Indien, Sri Lanka, Nepal, Bhutan und Bangladesch.

Python molurus pimbura

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Der Status dieser Unterart ist umstritten. Daher werden sie zum Hellen Tigerpython gezählt. Sie lebt ausschließlich in Sri Lanke.

Die Exemplare dieser Schlangenart sind noch kleiner als Vertreter der Hellen Tigerphyton vom Festland. Die Kopfoberseite ist oft rötlich gefärbt und die ebenfalls auf dem Kopf befindliche Pfeilzeichnung beinahe vollkommen verwaschen. Sattelflecken sind unregelmäßiger gemustert und in der Anzahl geringer als die des auf dem Festland lebenden Hellen Tigerpythons. Auch wird ihnen ein aggressives Verhalten nachgesagt.



 
Ein Heller Tigerpython schwimmt in einem See.

Lebensraum

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Der Tigerpython bevorzugt bewaldetes Gebiet dringt aber vereinzelt in Grasland, trockenes Busch- und Hügeland vor. Wichtigstes Kriterium ist hierbei das Vorhandensein eines Gewässers. Generell ist diese Schlange nur sehr selten in der Nähe von Menschen anzutreffen, mit einer interessanten Ausnahme. In der Stadt Gilimanuk auf der Insel Bali lebt der Dunkle Tigerpython in Hinterhöfen und Gärten.


Ernährung

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Der Tigerpython passt sich in seinem Beutespektrum seiner Größe an. Kleine Tiere fangen Mäuse, Ratten, Frösche und kleine Vögel. Mittelgroße Tiere fangen Warane, Flughunde und Hühnervögel. Ausgewachsene Tiere wagen sich auch an junge Hirsche, kleine Affen und Goldschakale. Ein besonderes großes Exemplar verschlang einen ausgewachsenen Leopard.
 
Ein brütendes Weibchen.

Fortpflanzung

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Die Paarung findet in der Zeit von Dezember bis Februar statt. Sie kann bis zu mehreren Stunden dauern. Die anschließende Tragzeit beträgt circa 2 bis 4 Monate. Vor der Eiablage sucht das Weibchen einen stillen Eiablageplatz auf und legt zwischen 3 und 30 Eier. Die Zahl der Eier hängt von der Größe und dem Alter der Weibchen ab. Nach der Ablage umschlingt das Weibchen die Eier. Auf diese Weise kann es die Wärme und die Feuchtigkeit des Geleges regulieren. Die Brutzeit dauert circa 2 Monate. Wenn die Jungtiere schlüpfen haben sie eine Länge von 40 bis 60 cm. Eine Tigerpython wird mit 3 Jahren geschlechtsreif.




Einzelnachweise

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