Schilddrüse: Lithium

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Die SD und LithiumBearbeiten

Schilddrüsenbremsende Wirkung des LithiumsBearbeiten

In den meisten Fällen gilt: Lithium führt zu einer Bremsung der SD-Funktion , so daß sich bei einer sonst normalen SD ein Trend zur SD Unterfunktion einstellen kann.

Durch die abfallenden T3 und T4 Werte kommt es wie üblich als Gegenregulation der Hypophyse zu einem TSH Anstieg .

Der erhöhte TSH Spiegel regt an der SD wiederum eine gewiße Vergrößerung des Organes im Sinne einer leichten Kropfbildung an.

So reagieren die meisten Patienten auf Lithium und man kann den SD bremsenden Effekt bei einer SD Überfunktion ganz gut nutzen.

Bildet sich unter der Therapie mit Lithium eine SD Unterfunktion aus , so muß man diese durch die Gabe von SD Hormon T4 = Thyroxin in angepasster Dosis behandeln.

Autoimmunstimulierende Wirkung des LithiumsBearbeiten

In einigen wenigen Fällen liegen die Dinge anders: Lithium hat auch einen immunstimulierenden Effekt: Leider führt dies nicht zu einer besseren Abwehrlage sondern zu einem vermehrten Auftreten von Autoimmunerkrankungen.

Es gibt wenige Fallberichte die zeigen , daß Lithium an der SD sowohl einen Basedow als auch eine Autoimmunthyreoiditis auslösen kann.

Kontrolle und TestungBearbeiten

Will man herauszufinden , wie denn nun das Lithium im Einzelfall an der SD reagiert , so muß man dies austesten.

Auf den Fall einer Hyperthyreose bezogen:

Läßt man das Lithium weg und es kommt zu einem Anstieg des T3 und T4 Spiegels , trotz gleichbleibender Carbimazol und T4 Therapie, reagiert das Lithium wie in der Mehrzahl der Fälle bremsend auf die SD und wirkt sich günstig auf die Hyperthyreose aus.

Läßt man das Lithium weg und es kommt nicht zu einem Anstieg des T3 und T4 Spiegels , sondern eher zu einer Normalisierung der SD Funktion , so daß man Carbimazol weglassen kann, dann muß man davon ausgehen , daß das Lithium über seinen autoimmunen Effekt , die Hyperthyreose erst erzeugt hat und sich ungünstig auf die SD auswirkt.

==> Man muß sich gut überlegen , ob man so eine Testprozedur machen soll, die über mehrere Wochen und mit mehreren Messung durchgeführt werden muß.

Man riskiert ein Rezidiv der Depression .

Wenn man also meint , daß man auf das Lithium nicht verzichten kann, dann muß man bei einer Hyperthyreose :

Regelmäßig die SD Funktion testen und danach angepasst die Carbimazol und T4 Therapie einstellen. Außerdem sollte man die SD Größe sonografisch kontrollieren und die körperlichen Zeichen der SD Überfunktion immer wieder abfragen .

Insbesondere die Herzfrequenz in Ruhe und der Blutdruck sind da ganz brauchbare Kontrollwerte

Literatur:Bearbeiten

  • Nervenarzt 1998 Mar;69(3):189-95
    • Thyroid gland function in lithium treatment.
      • Bschor T, Bauer M
      • Psychiatrische Klinik und Poliklinik, Freien Universitat Berlin.
      • PMID: 9565972,

Lithium als Therapeutikum bei ThyreotoxikoseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gerdes, H., Littmann, K.P., Joseph, K., Mahlstedt, J.:
    • Die Behandlung der Thyreotoxikose mit Lithium.
      • Dtsch. Med. Wochenschr.98, 1551–1554 (1973)
  • Temple, R., Berman, M., Robbins, J., Wolff, J.:
    • The use of lithium in the treatment of thyrotoxicosis.
      • J. Clin. Invest.51, 2746–2756 (1972)