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Selektive KM Darstellung der linke Niere nach erfolgreicher Dilatation einer fibromuskulären Dysplasie

Wenn eine Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel bei Schilddrüsenpatienten notwendig ist, sollte der aktuelle TSH Spiegel bestimmt werden. Probleme bietet der Jodanteil des Kontrastmittel vor allem bei Überfunktion der Schilddrüse.

Eine medikamentöse Vorbeugung kann das Risiko einer Iodinduzierten Hyperthyreose (IIH) nur vermindern, nicht beseitigen. Es sind daher klinische und laborchemische Kontrolluntersuchungen im weiteren Verlauf zb nach 1- 3 Monaten empfehlenswert.

Die Empfehlungen gelten nur für die Anwendung wasserlöslicher Röntgenkontrastmittel. Gallegängige Röntgenkontrastmittel sollten bei Risikopatienten grundsätzlich nicht eingesetzt werden.

Diese Aussage gilt nicht für die KM-Applikation bei der ERCP.

Vorgehen bei latenter Hyperthyreose

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  • 3 x 20 Tropfen (= 900 mg) Perchlorat/Tag
  • zusätzlich fakultativ (bei hohem Risiko) 20 mg Thiamazol/Tag
  • Beginn der Therapie: spätestens 2–4 h vor Kontrastmittelapplikation
  • Dauer der Therapie: 14 Tage

Vorgehen bei unklarem Schildrüsenfunktionszustand

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  • Ultraschall der Schilddrüse
  • Abnahme von TSH, T3,T4
  • je nach Ergebnis Therapie mit Irenat und/oder Thiamazol

Vorgehen bei manifester Hyperthyreose

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  • 3 x 20 Tropfen Perchlorat/Tag
  • zusätzlich 20 mg Thiamazol/Tag
    • maximal 80 mg Thiamazol/ Tag
  • Beginn der Therapie: spätestens 2–4 h vor Kontrastmittelapplikation
  • Dauer der Therapie:
    • Perchlorat mindestens 14 Tage,
    • Thiamazol in angepasster Dosis weiterführen

Literatur

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  • Die jodinduzierte Hyperthyreose nach Röntgenkontrastmitteln. Tierexperimentelle und klinische Untersuchung.
    • 200 Seiten ISBN-10: 3137154014 ISBN-13: 978-3137154013