SHK-Handwerk in Sachsen: 1800 bis 1861: Industrielle Revolution und Gewerbefreiheit

 Geschichte der SHK-Handwerke in Sachsen

 1800 bis 1861
 politische Strukturen
 Spannungsfeld zwischen industrieller Revolution und Gewerbefreiheit
 Ausbildung

Das Töpfer-, Ofensetzer-, Kupferschmiede- und Klempnergewerbe im Spannungsfeld von industrieller Revolution und Gewerbefreiheit

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Die Entwicklung des Handwerks in der Zeit zwischen 1800 und 1850 gliedert sich auch in Sachsen deutlich in zwei Phasen, deren Grenzen in der ersten Hälfte der 1830er Jahre liegt. Die beiden Phasen lassen sich danach etwa so charakterisieren:

  1. Von 1800 bis 1831 veränderten sich die Relationen innerhalb des Handwerks und zwischen Handwerk und Gesamtbevölkerung kaum: In dieser Phase der Stagnation nahm die Zahl der Meister annähernd im Gleichtakt mit der der Bevölkerung zu, und die Zahl der Hilfskräfte wuchs nur wenig mehr als die der Meister.
  2. Zwischen 1831 und 1849 trat das Handwerk in eine Phase der Expansion. Die Zahl der Meister vermehrte sich zwar im Verhältnis zur Bevölkerung nicht allzu stark, doch wuchs die Menge der Hilfskräfte (Gesellen und Lehrlinge) überproportional an. Dabei lagen die Hilfskräftezahlen 1849 niedriger als 1846, da die heftige Krise der Jahre 1846-1849 zu Entlassungen an Hilfskräften geführt hatte. Dieser Einbruch war jedoch nur vorübergehend: In den 1850er Jahren setzte sich die Expansion beschleunigt fort. [1]

Für Sachsen wird von F. Lütge die Entwicklung der Handwerkerdichte ( Handwerker je 1.000 Einwohner) in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wie folgt beschrieben [2]

1822 1846 1681
92 (1836) 142 (1849) 133

Leider beruhen die Berechnungen auf unzuverlässigem Zahlenmaterial aus. Die hier erkennbare Verminderung der Handwerkerdichte um 1861 beruht auch auf einer unterschiedlichen Zuordnung einzelner Gruppen zum Handwerk und zum nichthandwerklichen Kleingewerbe. Andererseits ist ein Rückgang auch möglich bei zunehmender absoluter Zahl der Handwerker, jedoch einem stärkeren Anstieg der Gesamtbevölkerung, wie Friedrich-Wilhelm Henning in seinen Untersuchungen über die Einführung der Gewerbefreiheit und ihre Auswirkungen auf das Handwerk in Deutschland feststellte.[3]

Werden diese Angaben mit der Entwicklung im Töpfer-, Ofensetzer-,Kupferschmiede- und Klempnerhandwerk verglichen, dann läßt sich diese Tendenz an ausgewählten Beispielen verfolgen, z.B. innerhalb der Leipziger Klempnerinnung [4]:
Anzahl der vorhandenen und zur Innung gehörenden Meister, deren Gesellen und Lehrlinge

Jahr Meister
des Ortes
allein
Land-
meister
Gesellen
bei den Meistern
des Ortes
Lehrlinge
bei den Meistern
des Ortes
1800 9 19 8
1805 8 20 7
1810 7 17 9
1815 10 19 12
1820 11 22 15
1825 10 24 13
1830 14 28 16
1835 17 36 18
1840 17 28 27
1845 16 18 28
1850 23 15 91 30
1851 24 15 144 34
1852 25 12 142 35
1853 26 10 163 42
1854 25 10 138 35
1855 27 10 158 33
1856 28 10 90 28

Die Leipziger Töpfer zählten um 1803 5 Meister mit 15 bzw. 16 Gesellen ansässig.[5] vierzig Jahre später 1841 hat sich ihre Anzahl verdoppelt. Nun besteht die Innung aus 9 Töpfermeistern mit 35 Gesellen. [6]

Auch für kleinere sächsische Städte läßt sich eine solche Tendenz ablesen. So sind für die Rochlitzer Kuperschmiede, die zur Freiberger Kreislade gehörten, zwischen 1800 bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts folgende Entwicklungen nachzuzeichnen:
"Um 1800 finden wir in Rochlitz als Kupferschmiedemeister

Johann Friedrich Müller, Kupferschmied und Viertelsmeister in Chemnitz, ein Rochlitzer Bürgersohn, ward Rochlitzer Bürger 1792.

Weiter erlangten Rochlitzer Bürgerrecht die Kupferschmiede:

Christian Gottlieb Müller 1792
Johann Heinrich Rosenthal 1796, der nach dem Stadtbrand von 1804 auf den neuerbauten Kunigundenturm 1808 den Kopf lieferte.
Johann Georg Rosenthal 1796.
Damian Krecker 1800.
Franz Schulze 1813.
Gustav Wilhelm Wichtenthal aus Gera 1838.
Lotzky (?) aus Taucha 1844.
Christian Ferdinand Butter, Kupferschmied und Handelsmann aus Annaberg, ward 1850 Rochlitzer Bürger, zog aber 1853 nach Roßwein."[7]

Im Verlauf von 50 Jahren stieg hier die Zahl von fünf Kupferschmiedemeister (1800), sechs (1813) auf neun (1850) an und damit im gleichen Verhältnis an wie in den sächsischen Großtädten. Gleiche Entwicklungstendenzen finden sich für das Töpfer- und Ofensetzerhandwerk wie bereits am Leipziger Beispiel verdeutlicht. Hierbei machen besonders die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem Gebiete des Kachelofenbaus vorangetriebenen Entwicklungen im Verein mit dem Anwachsen der städtischen Bevölkerung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Verschiebung des Produktionsschwerpunktes hin zum Ofensetzen im Töpferhandwerk deutlich. Betrachten wir diese Vorgänge zuerst im Töpfer- und Ofensetzerhandwerk etwas näher.

Die Entwicklungen im Ofenbau fußten auf Überlegungen und Erfindungen, die bereits ein Jahrhundert zuvor in der Zeit des Beginns des Dreißigjährigen Krieges von Frantzen Kesseler, der in Frankfurt am Main zu Hause war, angestellt und publiziert worden waren:

"H o l t z s p a r k u n s t/
Das ist/
Ein solche new/zuoven
niemahln gemein/ noch am Tag
geweseneinuention etlicher vnterschiedtlichereKunstöfen/
Vermittelst deren Gebrauch jedes Jahr insonderheit/
vber hundert mal tausend Gulden/ (doch unabbrüch-
licher Notturfft/) können ersparet werden.
Beschrieben vnd mit läuterlichen Figuren erkläret/
Durch Frantzen Kesslern/Conterfeytern vnd
Einwohner zu Franckfurt am Mayn.
Gedruckt zu Franckfurt am Mayn/ Anno 1618.

Warum Kesseler sich der Konstruktion der Öfen zuwandte, ersieht man aus folgenden Auszügen seiner Abhandlung:
...Bin also durch solche mühe vnd arbeit selige bedencken/ endtlich auff eine solche Speculation gerathen/ Wie/ welcher gestalt/ vnd was man doch zu Werck richten möchte/ war durch nicht allein im privaten Nutzen/ sondern ein gemeiner jedermanns Nutzen erwachsen möcht. Bin also/ meines Erachtens/zum gewünschten Vornehmen gelanget/ dann ich ja ein solches Mittel erdacht/ zwar in sich selbsten vnscheinbar/ aber doch offenbares Lobwerck/ nemlich vnterschiedliche Gattung Kunstöfen/ vermittels deren Gebrauch/ man Jährlichen/ ein vnglaubliche Summa Geltes ersparen/ vnnd doch ein mehreres vnnd völliges Begnügen/ als jemals bey anderen gemeinen/ vnnd bisshero im Brauch gewesenen Oefen gespüret oder geschöpffet worden/ gehoben mag....."
An einer anderen Stelle des Vorwortes fährt er fort:
"Dass bisshero nie/ meines wissens/ keiner gewesen/ der von solcher Materialien/ oder Instrumenten/ durch welche man Jährlichen/ allein an einem Ort/ oder aber in einer Statt eine sehr grosse/ ja nach Ansehung der Oerter/ Stätte oder Landen/ vnglaubliche Summen Geltes/ schlechter Dingen/ vermittels eines wohlbedachten Vortheils oder aber recht zunennen/ durch eine notwendige Holtzsparkunst/ zu ersparen/ der gestalt geschrieben hat/ noch an den Tag gegeben. Ist daraus entstanden/ dass das Gehöltz/ dem armen Mann/ an manchen Orten wegen grosser Thewrung dessen/ offtermals fast vbeler/ als das liebe Brot/ zubekomen oder zubezahlen gewesen...."
In seinem Buche ist eine ausführliche Setzanweisung gegeben, aus der wir einige Punkte herausgreifen wollen. Die bisherigen Öfen waren ohne Züge gesetzt worden und über diese Art urteilt Kesseler:
"das unter andern kein subtilers, schnelleres und flüchtigeres Element als eben das Feuer befunden...demnach wegen dero schnell und flüchtiger unerfangenen Hitze der Ofen kaum erwärmet/ will geschweigen eines sehr grossen weitläufftigen Gemaches." Und er fuhr fort:
"Alles habe ich erwogen, dass selbige schnell hinwegfliehendt und durchdringende Hitze dermassen und also geschicklich geleitet und gefangen werden mag, dass letzlichen vor ihrem Ausgang, ob man schon eine Hand davor hält, fast nichts, als ein grober, lauer und feuchter Rauch kann vermerken."
Über den Rost bemerkt er: "... lass man einen Ruster von eisernen Stangen also schmieden, dass alle Rusterstangen je ein scharfes Eck über sich und eines unter sich haben, damit endlich die darauf gesammelte Asche von selbst fein artlich hinzwischen durchreissen möge. Auch sollen Rusterstangen um etwas weiter als einen Strohhalm dich weit voneinander liegen.
Mitten in den Ruster mache man ein geviertes Loch, durch das man die Hobelspäne oder Reislein mit einer brennenden Kerze zum Aschloch hinein, entzünde."
Wie aus der Zeichnung zu ersehen ist, wird die Verbrennungsluft durch ein Rohr aus dem Freien zugeleitet. Als Gründe werden angeführt:
"Ist zu wissen, dass, wann die Luft aus dem Zimmer genommen wird auf die Weise der in Hamburg noch 1614 in Brauch gewesenen gemeinen Oefen, dass die Luft auch die ins Zimmer schon gedrungene Hitze mit sich hinaus zeucht. Ausserdem zeucht zwischen dem Blei und Glas der Fenster die Luft und Kälte der Strassen ins Zimmer hinein und auch durch heimliche Risslein im Mauerwerk."[8]

Auf diesen Ideen fußend, trat ein halbes Jahrhundert später Georg Andreas B ö c k l e r, ein ebenso in Frankfurt am Main ansässiger Architekt und Ingenieur im Jahre 1666 mit seiner "Haushältlichen Oefen-Kunst" hervor. In seiner Abhandlung verweist er u.a. darauf, "dass die Wärm-Oefen entweder von irdenen, verglästen oder unverglästen Kacheln, gegossen eysenen Blatten, doppelten eysenen Stürtzblech oder aber in Zeit der Noth nur von Ziegel und gebackenen Steinen auffgemauert und zugerichtet sind." Er macht auf die notwendigen Vorkehrungen hinsichtlich des Brandschutzes aufmerksam: " Man soll in Auffbauung der gemeinen Oefen in die Gemächer allzeit ein kleines Feuer-Mäurlein ohngefehr auffs wenigste einen Schuh (28,5cm-B.P.) breit, von gemeinen Mauer- und ungebackenen Steinen in Laymen (Lehm B.P.) gesetzt und vom Fußboden des Gemaches 6 Schuhe (= 1,71m B.P.) hoch auffmauren und also die Riegelwände vor dem Feuer damit schützen." Böckler verlangt, dass die Grösse der Oefen sich nach der Grösse der Räume richten müsse und gibt für den Unterbau folgende Maße an:

für einen Raum 5x5x3m=Unterbau 0,57x0,85x1,15m
für einen Raum 10x6x3m= Unterbau 0,85x1,15x1,44m
für einen Raum 17x9x5m= Unterbau 1,15x1,44x1,71m.

Dess zweyten Auffsatzes Höhe soll sich allezeit nach dem untern mit seiner Proportion richten." Er stellt auch Überlegungen an, die Heizkraft der Öfen zu verbessern. "Weile ins gemeine bey alten bisshero gebräuchlichen Oefen der fürnemste Hauptfehler ist, dass die Hitze in solchen Oefen nit genügsame Würckung und Nutzen thun kann, indem die meiste Hitze in solchen Oefen nicht recht auffgefangen und eingesperret wird, denn bey allen gemeinen und bisshero bekannten Oefen gehet die meiste Hitze zu dem Ofen- und Lufftloch wider hinaus. Diesem nun vorzukommen und solchen Fehler zu verbessern procediret man nachfolgender Gestalt:

  1. Man lässet von weiss- oder schwartzem Sturtzblech eine lange Röhre machen, soll ohngefehr 3 bis 4 Zoll (8,4 cm -11,4 cm) weit machen. Die Länge der Röhre aber soll sich nach dem Gemach und Ofen richten mit nachfolgenden Umständen." -
    Auf die Herstellung der Ofenrohre aus weissem (verzinktem) oder schwarzen Blech hatten die Klempner ein Privileg. Immer dort, wo also der Töpfer als Ofensetzer am Werke war, kam es zu einem Folgeauftrag für ein Klempnergeschäft. Ofenrohre gehörten bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Warensortiment der Klempner. Folgen wir nun nach dieser Zwischenbemerkung Böcklers Überlegungen zur Verbesserung der Öfen.
  2. Man lässet den Hafner ein rundes Loch oben unter dem Kratz des Ofens hinten gegen die Rückwand durch machen, also, dass man die Röhre darein stecken und dieselbe mit Läymen (Lehm-B.P.) rundum verstreichen und fleissig verwahren, dass kein Rauch durchdringen und in das Gemach kommen möge.
  3. Wann die Röhre in die Schraubenhacken eingelegt und forn mit der Kröpfung in den Ofen eingestetzt worden, führt man alsdann die Röhre so lang man wil an der Wand des Gemaches herum und lasset deren Ende an einem bequemen Ort der Wand und durch dieselbige also hinauss in die Küche unter den Schornstein aussgehen
  4. An die Röhre forn bey dem Ausgang kan man ein blechen Deckelein mit einem Gewichtelein anhängen, damit man in der Stube solches auf- und zuziehen könne, dass wann das Holtz in eytel Kohle und in völliger Glut steht, man solches zumachen und die Hitze einsperren könne.
  5. Die Röhre mag man wol auch gevirte machen und so man dieselbe von oben herabwärts führen und an den Seiten dess Gemachs etwan 6 Schuch (= 1,71m - B.P.) hoch vom Boden dess Gemaches an zurechnen herumführen und leiten wolle, wird man merklichen Nutzen und Wärme verspüren.

Das Ofenloch aber solle man mit einer belieben Thüre, in dessen Mitte etliche kleine Löcher in Grösse einer Erbiss durchgebrochen und ein sattes Schieberlein darüber gemachet werden, damit die Luft durchgehen und das Feuer anblasen und so solches in genugsamen Brand, man solches mit dem Schieberlein einsperren könne. Wolte man in dem Gebrauch den Fuss unter dem Ofen ringsum zumauern und ein Aschloch durch die Wand in die Küche hinaussführen, auch einen Rost in dess Ofens Fußblatte einsencken, bedarff es dess Schieberleins und der Löcher in der Ofen-Thüre nicht, sondern es durch das Ascheloch das Feuer unter den Rost hinauff genugsam angeblasen und getrieben.[9]

Böckler befaßte sich ebenso mit dem Bau einer zentralen Heißluftheizung. Hierfür schlägt er folgende Konstruktion vor: "Auf das Loch im Gewölbe soll eine Röhre auffgemauret, deren Höhe durch alle Böden der Stockwerkler hindurch und auffwärts gehen und an die Wände deren Gemächer, so man erwärmen will, gerichtet ist. Auss dieser Hauptröhre sollen andere Röhren, entweder gemauret oder von Holtz, so aber inwendig mit Haar Laymen (Lehm-B.P.) fleissig verwahret und überzogen angemachet und in alle Gemächer solcher gestalt geleytet, dass man die Hitze oder Wärme durch einen beliebigen Schieber öfnen und in das Gemach könen gehen lassen. Wann man demnach diesen Ofen einheitzen will, wirft man in denselbigen zuvor einen Hauffen Küsel- (Kieselsteine -B.P.) und gebackene Steine wie auch eyserne Stückkugeln und was man sonsten haben kann, dass das Feuer und die Hitze lange hält. Auff solche wirfft man ferner altes Reissig von Holtz und was man sonsten verbrennliches hat, zündet solches an und lässet den Rauch durch die Lufftlöcher aussgehen, biss man fast alles eingeworffene glühend gemachet. Wann es nicht mehr rauchert und das Holtzwerk vom Feuer verzehrt, so machet man das Ofenloch wie auch die Luftlöcher wieder zu und öffnet hernach die Schieber, so in die Gemächer gehen, welche man warm haben will. Kan man also mit wenig Holtz viel Gemächer wärmen und dessen Hitze nach Gefallen dirigieren, wie man will.[10]

Aus dem Jahre 1723 stammt das Buch des Pastors Johann Georg L e u t m a n n sonderbare Feuernutzung, welche durch gute Einrichtung der Stubenöfen usw. kan erlanget und auf solche Art mit wenigem Holtze starcke Wärme und grosse Hitze gemachet, auch das Rauchen in Stuben verhindert werden. Seine 5. Auflage erschien 1764. Im Vorwort führt er aus: " Es ist ohne meine Erinnerung bekandt, was massen gantz Deutschland, vornehmlich aber das werthe Sachsen, bey lang genossener Ruhe und Verschonung von allgemeinen Land-Plagen, dafür wir dem Allerhöchsten, und Geber alles Guthen, nicht genugsamen Danck abstatten können... Die wüsten und verödeten Dörffer sind meistentheils wiederum angebauet, die Aecker gereiniget, dass, wo vorhero Pusch und Hecke war, anhitzo das schönste Getreidig kan gebauet werden.
Allein es ereignet sich bey dieser Glückseeligkeit dennoch ein nicht geringes Ungemach indem durch Reinigung und Abholtzung der Aecker und Wiesen fest allenthalben Mangel an Holtz entstehen will, so dass zu besorgen, es werde inckünfftige in diesem Mitternächtlichen Ländern grosser Mangel daran gespüret werden, welcher den ohne dem verdriesslichen Winter noch beschwerlicher machen würde.
Es sind dannenhero meines erachtens nur etwan zwey Wege, diesem Holtz-Mangel entgegenzugehen. Erstlich, dass man sich bemühe, Dorff und Steinkohlen zu suchen, und deren Gebrauch, vornehmlich der Steinkohlen, einzuführen, zumahl da durch das Kohlen-Brennen viel Holtz verthan, und die Hitze vergebens dissipiret wird.....
Der andere Weg gehet dahin, dass man sich bemühe, das Holtz zur Feuerung zu menagieren und Maschinen zu erfinden, welche mitwenigem Feuer viel Hitze geben. An diese Arbeit haben sich schon viele, nicht ohne guten Success gemachet, sie hat aber auch wiederum viele Hindernisse angetroffen. Die Experimenta sind kostbar und verdriesslich, die Handwercks-Leuthe unerfahren, und nicht leicht vom alten Schlendrian abzubringen. Es sind derer wenige, so etwas schon ausgearbeitetes und gut befundenes Recht angeben können..." Aus dem Vorwort wird wiederum ersichtlich, dass Überlegungen zur Verbesserung der Öfen aus dem allgemeinen Mangel an Feuerholz erwachsen sind. Wie dies zuvor schon aus den Abhandlungen von Kessler und Böckler ersichtlich geworden ist. Pastor Leutmann schickt seiner Beschreibung der Öfen folgende "general Reguln" voraus: " Wenn die Oefen unten hohl und auf Füssen stehen, hitzen sie besser, als wenn sie auf einem vollen und gemauerten Herde ruhen.
Noch besser heitzen sie eine Stube, wenn sie unten auf den Füssen eine eiserne starcke Platte haben; wenn die von dem aufliegenden Feuer erhitzet, so gibt sie gute Wärme. Je tiefer ein Ofen unten an der Erden stehet, je besser heitzet er, je höher aber die Füsse des Ofens sind, je langsamer wird die Stube warm.
Je weiter ein Ofen ist, je schlimmer hitzet er. Wenn man nun in einem Ofen kochen will, und dannhero nöthig hat, denselben weit zu machen, damit die Töpffe an dem Feuer zu stehen Raum haben, so kan man den andern Aufsatz des Ofens dennoch eng machen und dadurch grosse Stuben heitzen, auch zugleich die Oberstube erwärmen, wie unten soll angewiesen werden.
Ein jeder Ofen muss, wenn er von aussen eingeheitzet wird, und für dem Ofen-Loche eine Thüre hat, in dieser Thüre unten hart am Herd ein Loch haben, ohngefehr ein Viertel Theil hoch, nach der Höhe des Ofen-Loches gerechnet, sonst brennt kein Feuer. Oben über dem Ofenloch muss er auch ein Rauchloch haben, sonst brennet das Feuer auch nicht. Denn die unten eindringende Lufft bläset das Feuer an, oben aber wird der Rauch ausgetrieben, damit er das Feuer nicht ersticket.
Je länger man die Hitze im Ofen kann circuliren lassen, dass sie nicht flugs weg oder herraus gehet, je mehr Hitze kann der Ofen geben. Es sind dannenhero viel inventiones, die Hitze lange im Ofen aufzuhalten. Herr Böckler ist, so viel wir wissend, der erste gewesen, welcher concamerationes in den Ofen gemacht."[11]

Pastor Leutmann hat Böcklers Ofenaufbau weiterentwickelt und ergänzt. Leutmann Ofen ist so konstruiert, dass neben der Strahlungswärme der Kacheln auch von außen zugeführte Frischluft in einem Rohr erwärmt und in den Wohnraum abgeleitet wird. Wenn das Feuer erlischt, wird die Zufuhr von kalter Luft von außen durch einen Deckel verhindert.
"A ist das Ofenloch, so durch die Feuermauer geht, B ist das Ofenloch durch die Brandmauer, C ist der Ofenhals, D ist die ordinaire Ofenplatte. Ihm muss man noch eine Ofenplatte H eine Viertel-Elle ( = 14,16 cm, da eine sächs. Elle 56,65 cm mißt - B.P.) hoch ohngefehr von der untersten in den Ofen legen; die darff nur biss an den Hals C gehen, dieselbe muss einen Rost aufgenietet haben bis a, welcher 2 Schuh lang (= 57 cm B.P.) und 1 Schuh breit (= 28,5 cm B.P.) breit seyn kann. Durch diesen Rost fällt die Asche auf die unterste Ofen-Platte und muss aus dem spatio zwischen den beyden Platten fleissig ausgezogen werden. Ferner leget und befestiget man in der Mitte des Ofens eine eiserne Röhre E; sie kan 3 Zoll (= 8,4 cm -B.P.) dick und 6 Zoll (=16,8 cm B.P.) breit seyn, diese Röhre gehet bey b durch die Ofen-Seite durch, ferner bey c durch die Brandmauer und endlich bey d durch die Feuer-Mauer h herraus in die Luft. In den Ofen lencket sie sich in mitbeinem Knie in die Höhe, und gehet zwischen die beyden Wände des oberen Aufsatzes des Ofens bey c heraus. Da wird denn wieder ein Knie aufgesetztet. Das äusserste der Röhre bis f muss man mit einem Deckel verschliessen können. Bei d muss sie ein weit Mund-Loch wie ein Trichter haben, welches mit einem durchlöcherten Boden versehen ist, dieses deswegen, damit zwar die Lufft durch die Löcher in die Röhre blasen, aber sonst nicht hineinfallen oder Mäuse durchkriechen können.
Der Nutzen dieses Ofens bestehet darinnen:

  1. Brennt das Holtz leicht an, ja wenn nur etwas Kohle auf dem Roste, so brennt auch das nasse Holtz, welches man nachleget, die Asche aber fällt durch den Rost und verhindert nicht die Gluth der Kohlen.
  2. Die kalte Lufft gehet nun stets durch das Mundloch d in die Röhre ein. Weil aber das Feuer stets an die Röhre schlägt, so wird die Lufft davon warm und kömmt also nicht kalt, sondern warm in die Stube, dadurch wird die Stube bald mit warmer Lufft angefüllet. Weil nun also viele Lufft durch die Röhre E in die Stube kömmt, so wird dadurch die äusserliche kalte Lufft abgehalten, dass sie nicht durch alle Ritzen und Spalten von aussen in die warme Stube dringen und dieselbe wiederum kalt machen kan. Es braucht dieser Ofen nur 1/3 Holtz, macht gesunde Stuben, wegen der steten Circulation der Luft und ersetzet in einem Jahr wegen Menage des Holtzes die aufgewendeten Kosten, dass man die andere Jahre den Ofen umsonst hat.

Damit man nun auch die Rauchröhre g fegen und etwa alle 4 Wochen einmal reinigen könne, wenn man stets und stark heizet, so macht man bey k ein Loch durch die Feuer-Mauer, der Oeffnung der Röhre g entgegen. Dadurch kan man mit einer Igelshaut, so an einem starcken Stab angenagelt ist, zu dem Loch k hinein und durch die Röhre fahren, hernach mit einem Krücklein den Russ herraus ziehen, das Loch k aber mit einem eisernen Thürlein verschliessen.
Die Röhre E muss von starcken eisernen Bleche seyn, und damit sie vom Feuer nicht so bald verbrannt werde, bestreichet man sie erstlich mit geqirleten und also zu Wasser gemachten Eyerweiss, streuet alsbald ungelöschten Kalck, mit gestossenem Glass und klaren Sand vermischet, drauf, lässt es trocken werden, thut es noch einmal, so ist sie mit einer Feuerhütte gegen die Gewalt des Feuers verwahret. Die oberste Decke des Ofens F muss in einem Faltz liegen, damit man sie alle Jahre leicht ausheben, den Ofen vom Russe reinigen und wieder einlegen, hernach mit Lehm verstreichen könne.
Man kan auch in die eine Seite des Ofens bey G eine eiserne Thüre, die man von oben einschiebet zwischen 2 Faltzen machen. Diese Thüre kan man in der Stube öffnen, wenn das Holtz zu Kohlen worden, da gehet denn viele Hitze von den Kohlen in die Stube, wenn die äussersten Ofen-Thüren verschlossen sind."[12]

Des Weiteren konstruierte Leutmann eine Ofenanlage, die aus zwei übereinanderstehenden Öfen besteht, wodurch zwei übereinander liegende Räume beheizt werden konnten.Hierbei wird die erwärmte Luft aus dem in dem darunterliegenden Raum ein weiteres Mal genutzt, um die Kacheln und Luft der Ofenröhre des Ofens im Obergeschoß zu erwärmen. Er führt dazu näher aus: " Es wird die oberste Stube dadurch ziemlich warm, nachdem das Feuer in dem Ofen der Unter-Stube gross ist. Man darff nicht denken, dass alsdenn die Unter-Stube mehr Holtz brauche. Nein, denn es gehet nur die Hitze in den obersten Ofen, welche sonst unten zum Ofenloch, desgleichen zum Rauchloche ausgehet."[13]

Hinsichtlich des Brandschutzes gibt er folgende Ratschläge zur Bauausführung:
"Die Röhre, so unten aus dem Ofen durch die Decke der Stube gehet, muss ja wohl mit Mauersteinen in der ersten Decke verwahret und ummauert werden, sonst kan leicht Schaden geschehen, denn die Hitze die dadurch gehet, ist gross und starck genug, auch durch die Röhre das nahe angebaute Holtz zu entzünden. Es muss der Ofen zu der Ober-Stube so gemacht werden, dass man etweder eine Kachel oder die Decke abnehmen, und inwendig den Ofen reinigen kan, denn es sitzet viel Rus drinnen. Und desswegen müssen auch die Röhren Thürchen haben, wie schon viel davon gesagt worden ....

Allein ich habe in drei Jahre gefunden, dass sie ( der Ofen in der Oberstube - B.P.) mit Töpffereien Ofen- und Kachelwerck nicht bestehen könne. Denn es leget sich so viel zeher und fester Russ an die Kacheln an, dass keine Hitze mehr durch kan. Allein wenn man diesen obersten Ofen von starcken Blech machet, so gehet es gut an, und kan man den Nutzen davon haben. Denn da darf man nur mit einem Hammer von aussen an den Ofen klopffen, so bricht und fällt der Russ alle ab, den man nachher durch ein Thürlein z herausschaffen kann. Weil auch die Feuchtigkeit vom Holtze sich sehr anleget und im Ofen zusammenfliesset, muss man den Boden des Ofens etwas abhangend setzen und an der hangenden Ecke ein blechern Wasser haltendes Gefäss oder Topff x unter den Boden machen." [14]

Er publiziert auch Ofenadaptionen. Im großen Klostersaal zu Wittenberg hat er einen Ofen aus Eisen gesehen, mit dem zwei nebeneinanderliegende Räume beheizt wurden. "Die in dem Hällischen Paedagogio angeordnete Ofen sind so gemachet, dass sie zwey Stuben heitzen und doch keinen Raum in der Stube einnehmen. Der Ofen wird in die Scheidewand der beyden Stuben gesetzet, so dass er wohl 6 Schuh (= 1,71 m B.P.) und wohl auch 6 Schuh breit, aber nur 12- 14 Zoll (= 33,6 cm bis 39,2 cm - B.P.) dick oder breit ist. An dieser Invention ist nichts zu verbessern, ausser dass man die Luftröhre, so da warme Lufft in die Stube bringet, nebst dem Rost, auf dem das Holtz liegen und unten Luft ziehen kan, mit anbringet, so ist der Ofen vollkommen gut." [15]

Eine der markantesten Erscheinungen in der Geschichte des Heizungswesens ist D r. Johann Christian Lehmann - ein Zeitgenosse Leutmanns und in Leipzig 1740 Professor der Medizin und der Physik. Auch er ist ein "Quereinsteiger" in Sachen Heiztechnik. Der Fortschritt, der sich mit Lehmanns Arbeit verband, bestand darin, dass er physikalische Gesetze auf den Ofenbau übertrug. Wir haben bei der Darstellung des Kesslerschen Wirkens bereits hervorgehoben, dass er aus der Angst der Holznot heraus wirkte. Auch Lehmann arbeitete aus den gleichen Zwängen heraus, wie der Titel seines Hauptwerkes vermuten läßt, das er "Holtz-Spahr-Kunst" nannte. Im Vorwort ist zu lesen:
" In unserem kleinen Leipzig sind über 30.000 Ofen-Stätte alleine, wie durch eine glaubwürdige Person, die darbey gebraucht wird, versichert worden, ohne von viel in den Collegiis der Academie und unter dem K.Amte Ofen-Stätte befindlich. Nun rechne man die Feuerstätten der Gewerbe, da nun die schlechteste Klafter Holtz hier 3 Thlr. auch zuweilen über 5 Thlr. ohne Holtz-Spalter-Lohn und an Ort und Stelle zu tragen, kömmt, ob nicht über 600.000 Thlr. Holtz bey aller Feuerung jährlich aufgehen. Ein drittel Theil rechne nur durch meine Erfindung jährlich ersparet, so sind es 200.000 Thlr, da noch die Ersparung auf 2/3 sicher kömmt, so sind der Commun jährlich 400.000 Thlr. erspahret und im Beutel erhalten."[16]
Die Grundsätze, die Lehmann für dem Ofenbau aufstellte, sind folgende:

  1. "Es muss das Brenn-Holtz klein in die Länge und Breite gespalten werden, nehmlich 6 -8 Zoll (16,8 cm bis 22,4 cm). So brennt es desto geschwinder an, gibt eine bessere Flamme und Hitze und können 8 bis 12 Stücklein auf einmal angelegt werden, so dennoch zu 1 und ¼ Stunde helle Feuer halten, ehe das Holtz nur zu Kohlen brennet und vom Gesinde nicht so offte nachlegens bedarff, da ihr gesägtes Holtz eine halbe Elle (28 cm) und darüber lang, 2 - 3 1/3 Zoll (5,6 cm bis 9,8 cm) starck gespalten, in eben der Zeit weggebrandt und dennoch die Hitze und Flamme nicht von sich in der Zeit geben, so das kleine gespaltene giebt."[17] Aus heutiger Sicht formuliert: Ist der Brennstoff zu groß, so entsteht ein zu großer Luftüberschuß und die Temperatur im Feuerraum ist zu niedrig.
  2. "In den bisherigen Öfen war matte Glut, dicker Rauch, Holtz-Wasser, Spiegel, Russ, unausgebrannte schwartze Kohlen. Es muss aber das Holz eine schnelle helle Flamme geben, weil dadurch der Rauch nicht nur verdünnet, sondern auch leichter entzündet und dadurch der Endzweck erreicht wird, dass so viel wie möglich, wo nicht alle, doch die meisten Teilchen des Holzes im Ofen verbrannt und damit eine starke und geschwinde Hitze im Zimmer erreicht wird."[18] Aus heutiger Sicht hieße der Grundsatz: Je vollkommner die Verbrennung, desto höher die Temperatur im Feuerraum und je rascher die Verbrennung, desto rascher die Erwärmung der Heizfläche.
  3. "In der Flamme sind Teilchen des Brennstoffes in sehr schneller Bewegung ... Die Bewegung rührt davon her, dass die Teilchen sowohl von der die Flamme umgebenden Luft als auch untereinander abprallen und so in- und untereinander gewirbelt werden. Es muß also genügend viel Luft zugeführt werden und sie muss stark auf die Flamme stossen, damit deren Bewegung schneller wird und mehr Hitze gibt. ... Dahero wanns Feuer von der Luft recht angeblasen werden soll, in die Feuerthüre ½ Zoll (1,4 cm) vonn Unter-Rähme der Thüre ein länglich Loch 2 Zoll (5,6 cm) lang und 1 ¼ Zoll (3,5 cm) hoch eingeschnitten seyen soll, mit einem genau an- und eingeriebenem kleinen Thürgen wiederum verwahret, so stösst die Luft mit grösserer Gewalt an das Feuer." [19] Lehmann meinte mit diesen Teilchen die Kohlenstoffteilchen, die in hoher Temperatur in Kohlen- und in Wasserstoff zerfallen. Das Aufstoßen der Flamme wird heute noch genutzt. Von besonderer Bedeutung erscheint, dass Lehmann die Wirkung der Oberluftzufuhr (Sekundärluft) erkannt hat, ohne jedoch die Ursache bestimmen zu können; denn durch die Öffnung in der Feuertür - das Schuberl - leitet er genau so die Wirkung ein, als wenn man in moderner Feuerungsliteratur als einfachste Sekundärluftzufuhr das Öffnen von Ventilen an der Feuerstätte empfiehlt, oder wenn empfohlen wird, man solle während des Stadiums des Entgasens das Regulierventil der Feuertüre etwas öffnen.
  4. Aus der Beobachtung der Flammenbewegung und Hitzentwicklung über einem Glasröhrchen leitet Lehmann für den Ofenbau ab:
    1. Steht ein Licht frei in der Luft, so drückt die Luft von allen Seiten auf die Flamme und es entstehen sehr rasche Bewegungen der kleinen Teile und damit grosse Hitze ... Es müssen also ein Rost oder 2 Feuerböcke in den Ofen gesetzt werden, dass das Holz hohl liegt und die Luft unterher frei und ohne Anstoss an das Holz streichen kann. Es sollen aber des Rostes Stäbe womöglich der Länge nach gelegt werden, keineswegs aber in die Breite, damit die durch den Rost dringende Luft möglichst wenig Widerstand findet.
    2. Blaset entweder durch ein Röhrchen etwas schief über den Docht, so bekommt ihr einen Strahl, in dem die Teilchen voneinander unterwegs unsäglich oft abprellen, zugleich einen starken Wirbel erlangen, sodass das Glas in einer halben Minute schwitzt.Solches muss daher auch dem Feuer im Ofen gegeben werden, entweder durch ein besonderes Türchen, so das Aschloch schliesst und also unter den Rost geht, oder durch die oben erwähnte Öffnung in der Feuertüre.
  5. Der Ofenkasten muss soviel als möglich wage gebaut werden, nur 9 - 12 Zoll weit (25,2 cm bis 36,6 cm), so erlange ich die um die ganze Peripherie erwiesene gewaltige Hitze auch in der Stube. Die grösste Hitze hat die Flamme an der Spitze und diese trifft das Stirn-Blatt des Ofens und macht solches auch zu einer Zeit heiss, so in den zeithero gebauten Ofen nicht geschehen.
  6. Das der folgende fernere Ofenbau über dem Kasten auch enge fortgeführt wird, 7 - 9 Zoll (19,6 bis 25,2 cm) höchstens im Quadrat. Sollten die Oefen in grossen Tafel- Zimmern Dienst tun, und sind die Ofenkasten von 3 - 5 Ellen (1,68 m bis 3,30 m ) lang gesetzete, so können die auf solche Kästen zu setzende Ofen-Sätze auch bis zu 1 1/4-1 1/2Ellen (0,70 bis 0,84 m) lang, aber nur 4 bis 5 Zoll (11,2 bis 14 cm) gesetzet werden.
  7. Weil in der engen Führung der Kacheln des Oberteils des Ofens alles sehr heiss wird, so ist der Zufluss der Luft zum Ofenloche so viel mächtiger, dass fast kein Russ sich ausscheiden kann, der so viel Unglück verursacht, die Ofen und Feuermauern entzündet und gesprenget hat.
  8. So wenig und stumpfe Winkel in einem Ofenbau, doch so weit und geräumlich, als möglich, anzubringen. Es wird der heisse Dampf desto weniger in seinen Bewegungen gestört, gehindert, gibt folglich a) durch des ganzen Ofen Baues gleiche, länger dauernde und multiplizierte Hitze und Wärme in die Stube, b) kann kein starker und derber Russ sich ansetzen, weil das Holzwasser an keinem Ort sich verdichten kann, als auf dem unteren Blatt des Bodens, wo in meinen Ofen der einzige weite und lange Winkel ist.
  9. Die vielmals gedachte schnelle Bewegung des Rauches durch den ganzen Ofen erwünscht zu erhalten und dadurch den Ofen durch und durch zu heizen wird erlanget, wenn der Ausgang des Rauches aus dem Ofen so hoch, wie nur möglich sein will, wann es auch 3 - 5 Ellen (1,68 m bis 3,30m) über dem Ofenloch geschehen könne.
  10. Wann die blaue Flamme von den Kohlen abgebrannt, so verschliesse den Zug des Ofens dermassen, dass keine Luft mehr durchziehen könne, damit bleibet mein erheizter Ofen 3 -4 Stunden beständig heiss und gibt der Stube beständig Wärme.
  11. Je höher, länger und grösser der Ofen, je mehr Gewalt er hat, die Stube zu erwärmen.
  12. Es ist gar nützlich, mit einem Luftrohr vonn Freier Luft in die Stube zu führen. Es ist dieses Rohr in dem Ofen über den Flammen anzubringen, damit die Luft erhitzt wird und das Zimmer rascher erwärmt wird. Man sehe, dass man zur rechten Zeit, wenn die Flamme niedergebrannt ist, das Rohr verschliesse, auch, dass von dem ausserhalb dem Zimmer befindlichen Gestank nicht in die Stube komme."[20]

Die Lehmannsche Weiterentwicklung des Kachelofenbaus wurde von landesherrlicher Seite mit einem Privileg bedacht. "Friedrich August, König von Pohlen, Hertzog zu Sachsen,begnadigte Lehmann 1727 mit einem Privilegio: Jeder, der sich dieser Erfindung bedienen will, soll von jeder Elle (= 56,16 cm-B.P.) Röhre 16 gute Groschen an den Erfinder oder seine Erben entrichten. Der Übertreter zahlt 50 Thaler Strafe, wovon die Hälfte in die K. Renten-Kammer fliessen, die andere Hälfte dem Erfinder und dem Denunzianten zu gleichen Teilen gehören. [21]

Lehmanns Wirken wurde über die Grenzen Sachsens hinaus mit Auszeichnungen geehrt. So dekretiert Georg der Andere, König von Großbritannien, Frankreich und Irland: Ein jeder, der sich während 12 Jahren der Erfindung bedienen will, soll dem Lehmann oder seinen Erben 3 Reichsthaler für einen Stubenofen bezahlen. Der Erfinder hat den hiesigen Ofensetzern, wenigstens 3 Meistern und einigen Maurermeistern seine Kunst deutlich zu zeigen und selbige sollen die Kunst ihren Gilden-Genossen wieder offenbaren, damit aus diesem Werke kein Monopolium erwachse.[22]

Beim Verstoß gegen dieses Privileg droht dem Übertreter die gleiche Strafe wie in Sachsen. 1736 verordnete der König von Dänemark und Schweden, dass das Lehmannsche Buch 12 Jahre bei namhafter Strafe nicht nachgedruckt werden darf, Lehmann aber ausser den erhaltenen 200 Reichsthalern Reise- und Zehrungskosten noch 100 Rthl. zu seiner Rückreise geschenkt bekomme.

Offensichtlich war zu dieser Zeit das Problem des Holzverbrauchs zu Heizzwecken in anderen deutschen Ländern ebenso akut geworden. 1763 ließ Friedrich II für Preußen einen öffentlichen Wettbewerb über einen "Stubenofen, so am wenigsten Holz verzehret" ausschreiben. Diesen Wettbewerb gewann ein von außen zu beheizender Kachelofen mit Rost und zwei Durchsichten.Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts erschien also eine Flut von Schriften zum Thema "Sparofen", wie wir an den vorangestellten Beispielen zeigen konnten. Das mag übrigens Lichtenberg 1776 zu dem Vorschlag veranlasst haben, doch für einige Jahre mit Büchern zu heizen, dann würden die Wälder sich schon wieder erholen. Ein durchschlagender Erfolg blieb den holzsparenden Regulierungsmaßnahmen freilich hauptsächlich deswegen versagt, weil sie fast ausschließlich im "privaten" Sektor griffen und den gewerblichen aussparten. Dort sorgten im Gegenteil "Privilegierungen" im großen Stil dafür, dass der Marktpreis keinen Sparanreiz entfalten konnte. Meist wurde etwa die Metallproduktion mit staatlich verordneten Niedrigpreisen gestützt (d.h. subventioniert), so dass der Markt als Steuerungsinstrument nicht greifen konnte. Da der Holzverbrauch nicht erkennbar begrenzt werden konnte, lag es nahe, die Produktion zu erhöhen. Dazu waren allerdings tiefe Eingriffe in die bestehende soziale Ordnung notwendig. Man schätzt den möglichen Holzzuwachs pro ha und Jahr für das 18. Jahrhundert auf ca. 1,5 - 2 m3. Biologisch möglich wäre mehr als das Dreifache gewesen, aber dies hätte bedeutet, den Wald aus der bäuerlichen Produktion herauszunehmen. Der Wald war als Rohstoff-, Brennstoff- und vor allem als Weideressource fest in die landwirtschaftliche Produktion eingebunden und wurde von den Bauern - auch weil er meistens in Besitz der adeligen Herren war - ohne große Rücksichtnahmen genutzt. Holzordnungen, die zunächst auf den Schutz des Wildes zielten, wurden schon im 17. Jahrhundert erlassen, im 18. Jahrhundert trat zunehmend der Gesichtspunkt des Holzschutzes in den Vordergrund. Während sich der ungezügelte Einschlag eindämmen ließ, konnte der Wald nur in dem Maß aus der bäuerlichen Tierproduktion herausgenommen werden, als es gelang, die Tiermast auf Stallfütterung umzustellen. Geplanter Holzeinschlag und zielgerichtete Wiederaufforstung waren nur möglich, wo der Wald nicht ungeregelt genutzt wurde, so dass sich dies im 18. Jahrhundert hauptsächlich auf staatliche Domänenwaldungen und städtischen Wald beschränkte. Die Klagen am Ende des 18. Jahrhunderts zeigen, dass mit Verbrauchsbeschränkungen und leichter Produktionserhöhung der Holzknappheit wie auch der drohenden Überbeanspruchung des Waldes nicht wirklich zu steuern war. Erst die Nutzung der Kohle führte aus den Beschränkungen der solaren Energieversorgung heraus. Weder die ökonomischen Strukturen noch die sozialen Verhältnisse waren allerdings dazu angetan, die Nutzung der Kohle zu fördern. Es bedurfte wiederum der obrigkeitlichen Initiative und Regulierung. Friedrich II. etwa stellte die Beheizung der preußischen Kasernen auf Kohle um. Andernorts wurde der Waldeinschlag verboten, um die Kohleheizung zu unterstützen.

In Sachsen wurden noch 1822 dragonische Strafen bei Holzdiebstahl erlassen. Im Mandat über die Bestrafung der Holzdiebstähle und Baumfrevel vom 27sten November 1822 war dazu im § 1 festgelegt: "Wer grünes oder dürres, auf der Wurzel stehendes, oder gefälltes, oder vom Winde umgebrochenes Holz, oder Reisig, ingleichen Harz, Moos und Streu, so lange dergleichen Gegenstände noch nicht in Gewahrsam gebracht sind, entwendet, wird, bei einem Werthe des Entwendeten

  • von nicht über vier Groschen, mit drei bis zwölftägigem;
  • von über vier Groschen bis mit zwöf Groschen, mit vierzehntägigem,
  • von über zwölf Groschen bis mit einem Thaler, mit drei wöchentlichem;
  • von über einen Thaler bis mit zwei Thalern, mit vierwöchentlichem;
  • von über zwei Thaler bis mit drei Thalern, mit achtwöchentlichem

Gefängnisse oder Handarbeit bestraft." [23] Wer Holz im Werte über drei Thaler gestohlen hatte wurde nach § 6 mit Zuchthaus bestraft. Wiederholungstäter hatten nicht nur mit den bereits genannten Strafen zu rechnen, sondern sie erhielten körperliche Züchtigungen im Beisein eines Arztes oder Wundarztes mit einem II/3 Zoll starken Stecken. Die Anzahl der Streiche auf den Rücken wurde von 5 bis 30 Streiche im § 9 bestimmt. Der Holzdieb hatte auch mit der Aufstellung am Strafpfahl oder im Halseisen zu rechnen. Der Richter konnte die Standzeit im eigenen Ermessen von einer halben Stunde bis zu einer Stunde ausdehnen. Um den Hals wurde dem Deliquenten ein Schild "Holzdieb" gehängt. Wurden mehrere Personen des gemeinschaftlichen Diebstahls überführt, so erhielten sie außer dem Anführer eine zweijährige, der Letztere eine vierjährige Zuchthausstrafe. [24] Der Holzbedarf war dennoch auch zu dieser Zeit noch hoch, obwohl am Ende des 18. Jahrhundert erste Erfolge der Förderung des Steinkohleneinsatzes zu Heizzwecken greifbar waren und sich in einem steigenden Steinkohleverbrauch niederschlugen: In Oberschlesien verzehnfachte sich die Kohleförderung von 1790 bis 1805 (41 000 zu 441.000 t). In Sachsen lag die Steigerungsrate sehr viel niedriger, dort baute man 1805 63 000 t ab, 1790 waren es ebenfalls schon 56 000 t gewesen. In der Grafschaft Mark [25]hatte sich die Kohleproduktion in den genannten 15 Jahren immerhin mehr als verdoppelt und erreichte 1805 einen Umfang von 1.130 000 t. Endgültig durchsetzen konnte sich die Kohle erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Der Bau von Straßen, Kanälen und schließlich die Eisenbahn für den überregionalen Transport der Kohle und die Dampfmaschine einschließlich der Pumpen- und Fördertechnik für den Kohleabbau in größeren Tiefen waren dafür die Voraussetzungen. Auch stellte der Staat noch Weichen, indem er Infrastrukturen finanzierte, mehr und mehr aber wurde dieser Prozess von der kapitalistischen Ökonomie des Marktes und der Eigenrationalität technischer Entwicklungen getragen.[26] Diese Prozesse führten zu Entwicklungsschüben im Bereich des Ofenbaus. So ist es nicht verwunderlich, dass Anfang des 19. Jahrhunderts die Ofenproduktion einen neuen Aufschwung nahm. Wir finden demzufolge die Ofenherstellung ziemlich in denselben Orten wie die Töpferei und anderer Zweige der Tonwarenproduktion, nämlich in Pirna, Dresden, Kötzenbroda, Meißen, Cölln und Niederfähre bei Meißen, Taubenheim (südlich von Meißen), Strehla, Altenbach ( nach Wurzen an der Leipzig-Dresdner Eisenbahn) und Lübschütz (nach Wurzen).

Ein gewisser Johann Eugen Philipp Leyhen z.B. verlegte 1816 seine Tabakstofffabrik nach Pirna. Auf dem von ihm erworbenen Grundstück der Neumühle baute er an Stelle der abgebrannten Scheune ein Fabrikgebäude. Die Regierung war mit der Verlegung der Fabrik einverstanden nicht aber mit ihrer Erweiterung. Als Grund gab sie an, es könnten durch den starken Holzverbrauch Schwierigkeiten für die Bevölkerung in der Nähe Dresdens entstehen. Nur wenn Leyhen mit Steinkohlen oder "anderen Brennholzsurrogaten" heize, solle ihm der vergrößerte Betrieb genehmigt werden. Als sich Leyhen dazu bereit erklärte, sah die Regierung keinen Grund zu weiterem Widerstand, "da überhaupt die Anlegung einer solchen Fabrik in einer Stadt, als ein städtisches Gewerbe, eine Sache merae facultatis bleibe und der Unternehmer, dafern er sonst dazu qualifiziert ist, darin nicht gestört werden mag".[27] Daraufhin wurde der Betrieb bewilligt. Er blühte rasch auf und dehnte sich stark aus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in Pirna eine Fabrik in den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts "Thoneisenkacheln" fertigte, d.h. tönerne Kacheln, die nach einem patentierten Verfahren mit gußeisernen Platten verbunden sind.

Die Königlich Sächsische Landes-Oeconomie-Manufaktur- und Commerzien-Deputation setzte mit dem Avertissement vom 22. Februar 1820 Preisaufgaben für die Jahre 1820 bis 1825 aus, die u.a. auch auf eine Weiterentwicklung von Öfen abzielten. Unter "II. Für Verbesserungen bei Fabriken, Manufacturen und städtischen Gewerben" wird im § 15 festgelegt: "Derjenige in B l e c h a r b e i t e n d e Handwerker oder Fabrikant, der blecherne Oefen, Ofenröhren, Bratröhren und ähnliche Arbeiten am dauerhaftesten, saubersten, auch - was die Stubenöfen insbesondere anlangt - am geschmackvollsten, und in Hinsicht des Preises sowohl, als des Ersparnisses von Feuerungsmaterial, am öconomischten liefert, erhält, auf deshalb beigebrachte gnügliche Beweise, nach der mindern oder mehrern Erheblichkeit des Gegenstandes, 10, 20, 50 bis 100 Thaler.--"[28]
Solche Maßnahmen trugen offensichtlich dazu bei, dass die sächsische Ofenproduktion in dieser Zeit durch geschmackvolle Austattung und durch die vorzügliche, Brennmaterial sparende Feuerungseinrichtung weiterhin Anerkennung erringen konntem, was sich nicht unerheblich auf die Ausfuhr ins Ausland auswirkte.[29] Diese Fördermaßnahme wurde 1826 um weitere fünf Jahre verlängert, wobei nun der Schwerpunkt auf Feuerungsanlagen in Manufakturen und Fabrikanlagen gelegt wurde. "Wer eine neue Vorrichtung , wodurch ein bedeutendes Ersparniß an dem Manufactur= und Fabrik-Anstalten erforderlichen Feuer ungsmaterials bewirkt wird, erfindet, und solche entweder zwei Jahre hindurch im Großen anwendet, oder durch Andere eben so lange in Anwendung bringen läßt, erhält, wenn die genügliche Wirksamkeit besagter Vorrichtung, durch deren, während dieses Zeitraumes fortgesetzten Gebrauch, sich bestätigt, nach Verhältnis der mindern oder mehrern Ersparniß an Feuerungsmaterial 50, 100 bis 200 Thaler.[30]

Der Aufschwung der fabrikmäßigen Ofenproduktion wirkte in den folgenden Jahrzehnten u.a. auch auf die Entwicklung des Töpfer-/Ofensetzer-Handwerk zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts ist in Dresden sachsenweit und auch durch ihre Exporte ins Ausland die Knielingsche Tonwarenfabrik bekannt und in Altenbach bei Wurzen beliefert die Harkortsche Tonwarenfabrik einen breiten über die Grenzen Sachsens hinausgehenden Kundenkreis. In diesen Fabriken werden sogenannte "faconnirte Oefen, Oefen mit künstlichen ( gemeint sind künstlerische - B.P.) Formen, Ofentheile, Ofenaufsätze, sowie Figuren, Statuen und Ornamente aller Art und jeder Größe, nicht nur für die Oefen sondern auch für Gebäude, Vasen und größere und kleinere Kunstsachen aller Art in gebranntem Thon nach vorgefertigten oder eigenthümlich erworbenen Modellen und Formen"[31] angefertigt. Im Gegensatz zu den genannten Orten war die Ofenproduktion im Leipziger Raum dadurch gekennzeichnet, dass die hiesigen Töpfermeister auf Produkte aus dem Ausland zurückgriffen. So verweist der Sohn des verstorbenen Leipziger Töpfermeisters in seinem Antrag auf Errichtung einer Tonwarenfabrik : "Schon der verstorbene Vater des Petenden (Bittstellers B.P.) hatte die Ueberzeugung gewonnen und gegen letzteren ausgesprochen, dass die hiesigen Töpfermeister, welche überhaupt größtentheils nur ordinäre Scheibenarbeiten liefern und darin ein gutes Geschäft machen, den Bedarf an Oefen, insbesondere an verzierten Oefen, für hiesige Stadt und deren nächste Umgegend nicht zu liefern vermögen, da sie größtentheils nicht einmal auf feinere Ofenarbeiten und Ornamente eingerichtet sind und in neurer Zeit bei dem dermaligen Stande der Kunst, dem geläuterten Geschmacke, und der größeren Verbreitung der Kunstsachen, namentlich in Ofenarbeiten, den Wünschen und Bestellungen des Publicums nicht einmal nachkommen können. Dieß hat zur Folge gehabt, dass ganz nahe bei Leipzig im Auslande, z.B. in Delitzsch,. Eilenburg etc. Ofenfabriken errichtet worden sind, welche selbstverständlich ihre Fabrikate hauptsächlich nach Sachsen und insbesondere nach Leipzig absetzen und somit zum Nachtheile des Inlandes und der Steuerkassen desselben, den Verdienst in das Ausland ziehen und gleichzeitig Ausländer beschäftigen, welche ihre besteuerten Bedürfnisse im Auslande beziehen. Ein weiterer Beweis des hier nicht zur Genüge befriedigten Bedürfnisses liegt in dem Umstande, dass sogar aus Berlin Oefen nach Leipzig geliefert werden."[32] Wenn auch der Antragsteller die Marktsituation in Leipzig für sein Anliegen so gefärbt schildert, so gibt diese Passage dennoch Einblick in die Leipziger Verhältnisse.

Seit den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts kann man von der Herausbildung eines neuen eigenständigen Berufszweiges - dem Ofensetzerberuf - mit Fug und Recht sprechen. Welche Beliebheit der Kachelofen erfuhr, wird in einem Lied aus dem Erzgebirge deutlich:

Preislied des Kachelofens
(Alte Weise aus dem Erzgebirge)

1.
Im Wenter, wenns oft schtörmt un schneit,
wenns wattern tut wie net gescheit,
wenns Wendwehe schäßt bis ans Fenster ra,
dass mr oft net naussah ka,
deß me'r kan Hund nausschtussen tut;
"Ja do is am schönsten of dr Ufnbank,
wenn das Pfeifel brennt, do werd de Zeit
net lang.
Wenn des Feier brasselt, is das Stüwel warm,
do ka's wattern, deß Gott erbarm".

2.
Un sitz mr nur recht beisamm',
do is Gemütlichkeit un habn,
do werd derzehlt un Hatz gemacht,
bis oft nach Mitternacht.
Der Kaffeetopp schtieht in dr Rähr,
wer will, der schöppt sich in
"un do setzt mr sich halt uf de Ufenbank,
denn beim Kaffeetopp do werd de Zeit net lang.
Wenn des Feier brasselt, is das Stüwel warm,
do ka's wattern, dass Gott erbarm".

3.
Of dr Welt od is scho emmer a su,
do schrein de Leiton haben ka Ruh,
a jeder will wos bessersch sei,
un bildt sich en Stiefel ei.
Do is am bestn, mer nemmt sei Pfeif
un lacht sich nur was dazu:
"denn am schönsten is es of dr Ufenbank,
wenn's Pfeifel brennt, do werd de Zeit net lang.
Wenn des Feier brasselt, is das Stüwel warm,
do ka's wattern, dass Gott erbarm". [33]

In jene Jahrzehnte des beginnenden 19. Jahrhunderts fällt eine weitere technische Erfindung, die die Herausbildung eines speziellen Berufsbildes bei den Klempnern befördert, die Anwendung des Leuchtgases in der Stadtbeleuchtung. Wenn wir uns in unseren Betrachtungen besonders auf den sächsischen Raum beschränken, so wollen wir nicht unterlassen darauf hinzuweisen, dass von William Murdoch in England die Anwendung des Steinkohlengases zu Beleuchtungszwecken eingeführt worden ist. So wie im Bereich der Ofenheizung experimentiert worden war, gab es an der Wende des 18. Jahrhunderts zum 19. Jahrhundert an vielen Stellen Untersuchungen zur Entgasung von Kohlen und anderen organischen Stoffen. Indem wir uns nur den Entwicklungen in Sachsen zuwenden, sollen andere, außerhalb Sachsens agierende Personen und Unternehmen nicht ignoriert und herabgesetzt werden.
Ausgangspunkt der Entwicklung einer Gasbeleuchtung in Sachsen war Freiberg, obwohl auch anderen Orten in Sachsen zur gleichen Zeit der Umgang mit Gas zu Beleuchtungszwecken bekannt war. So wurde in Leipzig die Salomonapotheke und das Haus des Chemikers Bornstein und in Dresden das Haus des Hoforgelbauers Uhte mit Gas beleuchtet. In Freiberg experimentierte der an der Bergakademie Freiberg tätige Professor Wilhelm August Lampadius mit Gas zu Beleuchtungszwecken. Im Ergebnis seiner Untersuchungen schrieb er am 25. Januar 1816 an das Königlich Sächsische Oberhüttenamt in Freiberg:
" Es ist E. Königl. Sächs. hochverordnete Berghauptmannschaft und E. Köngl. Sächs. Oberhüttenamte nicht unbekannt geblieben, wie ich mich seit mehreren Decennien mit der Benutzung der bei der Verkohlung verloren gehender Brennstoffe und namentlich seit 1811 mit der Anwendung des Steinkohlengases zur Beleuchtung beschäftigt habe. Im Winter 1811 habe ich wochenlang einen Theil der Gasse, welche ich bewohne, mit diesem Gase lebhaft beleuchtet; auch einen Theil des Freiberger Marktplatzes sowie verschiedene Zimmer versuchsweise dieses Licht verschafft. Die traurigen Ergebnisse des Krieges (gemeint ist der Napoleonische Krieg - B.P.) unterbrachen diese Beleuchtungsversuche. Sie wurden mir durch die mir aufgetragene Übersetzung des englischen Werkes von Accum: 'Treatise on gaslight' von Neuem in's Gedächtnis zurückgerufen. Ich sah bald ein, dass die Engländer während der Continentalsperre wichtige Fortschritte in dieser Branche der öffentlichen und bürgerlichen Oekonomie gemacht hatten." [34]

In seinem Schreiben bestätigt er den am 2. November 1815 erteilten Auftrag zur versuchsweisen Beleuchtung des Anquicksaales im königlichen Amalgamirwerk. Ausführlich werden die Ausrüstung und Kosten dargestellt. Über seine Versuche und die daraus entwickelte Betriebsanlage berichtet Lampadius in seinen Anmerkungen zur zweiten Auflage des "Accum" drei Jahre später 1818. Darin beschreibt er auch die äußeren Umstände: " Die Steinkohlengasbeleuchtung füge ich hier zuerst an, nachdem dunkle Nachrichten über dieselbe, während der traurigen Continentalsperre aus dem gewerbereichen England zu mir drangen. Die kriegerischen Unruhen und der Geldmangel haben nun in Sachsen bis jetzt von der weiteren Ausführung dieses neuen Industriezweiges abgehalten. Doch hoffentlich wird auch uns dieses Licht nun bald leuchten. - dass diese Vermuthung in Erfüllung gieng, wird man weiter unten, in dieser Schrift finden. Es war der 24. Januar 1816 , an welchem ich das Steinkohlengaslicht (in Teutschland zuerst), auf dem Königlich Sächsischen Amalgamirwerke in Halsbrücke bei Freiberg anzünden konnte. Die thätige Direktion unsers verehrten Herrn Oberberghauptmannes von Trebra machte diese schnelle Ausführung, trotz mancher Hindernisse, mir leicht möglich."[35] Der Sächsische König, Friedrich August I., unterstützte das Vorhaben. Am 31. März 1816 ging ein ausführlicher Bericht in Sachen Gasbeleuchtung an den König. An sein Ende fügte Lampadius ein Bittgesuch:
" Die alleruntertänigste Bitte, welche in dieser interessanten Unternehmung an E(ure). K(önigliche).M(ajestät). wir zu richten uns erkühnen, besteht darinnen: Dass es Allerhöchst Denselben gefallen möchte, uns zu erlauben, noch ferner aus dem Hüttenseparatfonds die Kosten, jedoch nur bis auf 100 Thlr. im Ganzen und jene schon verwendeten 52 Thlr. eingeschlossen, zu entnehmen, welche ein Gasometer von Kupfer für längere Dauer, und alles übrige noch zur vollen Vorrichtung etwan Nöthige erfordern möchte, nach diesem Vorschuß wieder zurück zu ziehen zur Casse des Separatfonds von den nach fol. 16 an dem Geleuchte zu ersparenden 51 Thlr. 15 Gr. 8 Pf."[36]
Das Gesuch wurde in allen seinen Teilen genehmigt. Der Umstand, dass diese Bewilligung fast umgehend erfolgte - der königliche Rescript ist vom 10. April 1816 - spricht eine deutliche Sprache und weist auf das große Interesse und Verständnis von König Friedrich August I. für die neue Beleuchtungsart hin. In unmittelbarer Folge an diesen Vorgang erteilte er am 18. Juni 1816 dem Königlichen Polizei-Collegium in Dresden den Auftrag, Vorschläge zu unterbreiten für einen Großversuch, die Dresdner Straßen durch Gaslicht zu beleuchten. Es gab innerhalb des Polizei-Collegiums unterschiedliche Auffassungen, wer mit der Ausführung betraut werden sollte. Die englische Konkurrenz mischte hierbei ziemlich mit, so dass es durch z. T. hinhaltenden Maßnahmen zu Verzögerungen bei der Umsetzung kam.

Fast zehn Jahre später erteilte der König am 25. April 1825 den Befehl, die geplante Anlage zur Beleuchtung des Platzes zwischen Hofkirche, Theater und Schloß durch Rudolf Sigismund Blochmann ausführen zu lassen. Durch die Ablehnung der Angebote der englischen Imperial Gas Association und der Londoner Ölgasgesellschaft mußte Blochmann erklären, dass er sich wohl imstande fühle " diesen Zweig der Industrie auf deutschem Boden selbständig entwickeln zu helfen, und erklärte seinen festen Willen, das ihm bisher in seinem Vaterlande geschenkte Vertrauen gerade durch die Einführung der Gasbeleuchtung in seiner Mutterstadt Dresden dadurch zu rechtfertigen, das er den ihm bereits erteilten Auftrag ohne jegliche ausländische Hilfe auszuführen beabsichtige.[37]Blochmann hatte in die Beurteilung der verschiedenen Angebote für die Dresdner Gasbeleuchtung auch Prof. Lampadius mit seiner Sachkenntnis auf den Gebiet der Gasbeleuchtung eingebunden. Drei Jahre danach - am 27. April 1828 - wurde die Straßenbeleuchtung mit zunächst 36 Kandelabern in Dresden eröffnet.

Nach der erfolgreichen Einführung der Straßenbeleuchtung in Dresden wurde Blochmann als anerkannter Fachmann für weitere Projekte der Errichtung von Gasanstalten in Sachsen herangezogen. So entstanden unter seiner Leitung Gaswerke in Aue (1834), Zwickau (1835) und Leipzig (1838). Erst ein Ratsbeschluß auf Initiative von Karl Junghanns vom 6. August 1836 ebnete dieser modernen Gasbeleuchtung in der Messestadt den Weg. Außerdem wurde beschlossen, dass Leuchtgas an interessierte Bürger für das Betreiben von Privatflammen verkauft werden könne. Im Protokoll der Sitzung heißt es weiter: "Darüber endlich war kein Zweifel vorhanden, dass Herr Inspektor Blochmann in jeder Beziehung derjenige Techniker sey, dem man dieses wichtige Unternehmen in die Hände legen könne." Das revolutionierende seiner Leistung war, dass er die Gasbeleuchtungsanlagen selbst entwickelt hatte und im Lande, von einheimischen Handwerkern und Betrieben herstellen ließ. Bis dahin besaßen auf deutschem Boden nur solche Orte Gasbeleuchtung, die entsprechende Anlagen aus England oder Frankreich importiert hatten, wobei ausländische Techniker auch die Montage und dann den Betrieb der Gaswerke leiteten. Blochmann gehörte zu den Technikern, die mit ihrem schöpferischen Leistungen damals die technologische Lücke schließen und den Anschluß an den fortgeschrittensten Stand der Gasbeleuchtungstechnik herstellen halfen. Das geschah sehr wesentlich mit der Schaffung der Leipziger Gasanstalt, die die bis dahin leistungsfähigste Anlage war, die Blochmann entworfen hatte und die unter seiner Leitung entstanden war.

Am 4. September 1838 nahm die in der Sandgrube vorm Gerbertor errichtete "Gasbereitungsanstalt" ihren Betrieb auf. Unter Blochmanns Leitung wurden nicht nur die gesamte Leipziger Innenstadt, sondern auch die Anlagen und Vorstädte durch 877 Gaslaternen auf Gaslicht umgestellt. Stolz konnte er 1843 deshalb feststellen, dass außer Leipzig in Deutschland noch keine andere Stadt in allen ihren Teilen durch Gas beleuchtet wurde. Er übernahm fürder hin die Planung und Beratung von Werken in Magdeburg, Cassel, Braunschweig, Frankfurt (a.M.), Breslau, Gotha, Prag, Plauen, Coblenz, Weimar, Darmstadt u.a.

R.S. Blochmann arbeitete mit seinem Sohn, G.M.S. Blochmann, bei der Errichtung von Gaswerken im Ausland zusammen. So wurde unter ihrer Leitung nicht nur das magistratseigene Gaswerk in Berlin erbaut, sondern auch die dazu notwendigen Fachkräfte herangebildet. Aus ihren Reihen gingen gesuchte Fachkräfte zum Bau und zum Betrieb von Gasanstalten hervor, wie Kornhardt in Stettin, Firlé in Breslau, Franke in Dortmund, Hartmann in Königsberg und in Zürich, Schwarzer in Elberfeld, Saps in Petersburg, Pritzow in Erfurt und Blume in Potsdam. Ein anderer Teil der von den Blochmanns ausgebildeten Fachkräfte gründete Betriebe für gastechnische Ausrüstungen wie Elster, Pintsch, Plagge und viele andere.[38]G.M.S. Blochmann gehörte im DVGW (Deutschen Verein von Gas- und Wasserfachmännern -B.P.) seit der Gründung des Vereins von 1859 bis 1868 dem Vorstand an und führte von 1860 bis 1865 den Vorsitz des Vereins. Er errichtete bis 1868 17 Gasanstalten, meist in kleineren sächsischen Städten wie Annaberg, Werdau, Bautzen, Zittau, Glauchau, Leisnig, Pirna, Reichenbach, Riesa, Auerbach, Forst, Waldheim und Zschopau.

Die Expansion der Gasanstalten veranlaßte das Königliche Ministerium des Innern am 12. Dezember 1856 eine Verordnung, polizeiliche Maaßregeln in Bezug auf die Bereitung, Verarbeitung und Aufbewahrung leicht entzündlicher und explodierender Stoffe und Präparate betreffend, zu erlassen. In den §§ 13 bis 17 werden Richtlinien zum Betreiben der Gasanstalten festgeschrieben. "Gasbereitungsanstalten, welche in 12 Stunden 500 Kubikfuß (= 14,169 m3 B.P.)oder mehr Gas fabriciren können, (...) dürfen nur in besonders dazu dienenden, zu anderen Zwecken nicht mit benutzten und isolirt stehenden Gebäuden unterhalten werden."[39]In dieser Verordnung wird auch geregelt, aus welchem Material die Gebäude zu errichten sind und wie das Gas gelagert werden muß u.a. Der in Dresden geborene A. B. Werner, langjähriger Direktor der Gasanstalt in Wurzen, hat 36 Gasanstalten für Städte und Fabrikanlagen erbaut oder umgebaut, eine größere Anzahl wie z.B. in Grimma, Gößnitz, Eilenburg und Sondershausen hatte er bis zu seinem Tode 1886 in Pacht.[40]

Nachdem Gruner jun. aus Leipzig in Grimma zur Errichtung der Gasanstalt den Zuschlag erhalten hatte, verteilte er in der Stadt folgende als Handzettel gearbeitete Anzeige:

P.P.

Nachdem der wohllöbliche Stadtrath zu Grimma mir, dem ergebenst Unterzeichneten, den Bau der hiesigen Gasanstalt übertragen und letzerer bereits so weit vorgeschritten ist, dass das Legen der Röhren in den Strassen wie in den Gebäuden begonnen werden kann, erlaube ich mir, die geehrte Einwohnerschaft von Grimma zur Betheiligung an dem Unternehmen insbesondere hiermit ergebenst einzuladen. Reiche Erfahrungen auf dem Gebiete der jetzigen Gasindustrie, namentlich durch die Bauten der Gasanstalten Lindenau-Plagwitz (heute zu Leipzig gehörig - B.P. ), Döhlen, Borna und Gohlis-Eutritzsch (heute zu Leipzig gehörig - B.P. ) gestatten mir, den Gasconsumenten alle Vortheile, welche der Gasbeleuchtung nachgerühmt werden - als Schönheit des Lichtes, geringer Preis desselben im Vergleich zu anderen Beleuchtungsmaterialien, Bequemlichkeit und Reinlichkeit bei dessen Anwendung - zuzusichern, und auch in jeder andern Hinsicht allseitige Zufriedenstellung billiger Wünsche Seiten der geehrten Consumenten in Aussicht zu stellen. - Die Lichstärke wird die für die meisten Gasanstalten normirte sein, nach welcher 1 Flamme zu 5 Cubikfuss (= 0,142   - B.P.) stündlichem Consum einer Lichtstärke von wenigstens 12 Stearinkerzen (6 Stück im Paket) gleichkommt. Der Preis des Gases ist nach Beschluss des Stadtrathes vorläufig auf 2 ½ Thlr. pro 1000 Cubikfuss (= 28,337   - B.P.) festgestellt; es ist derselbe demnach nur ein mässiger im Vergleich zu den Gaspreisen benachbarter Städte ähnlicher Grösse und mit Rücksicht auf das im Anfange gewöhnlich geringere Consum. Zur Bequemlichkeit bei Anwendung des Gases dienen die mannigfachsten mechanischen Beleuchtungsvorrichtungen, welche die Neuzeit erfunden, und kommt es nur darauf an, diese je nach dem Zweck, dem sie dienen sollen, in Anwendung zu bringen. - Da ich mich stets mit besonderer Vorliebe diesem Theil des Geschäfts widmete, hoffe ich umsomehr , der geehrten hiesigen Einwohnerschaft Rathschläge jeder gewünschten Art geben zu können. Vor Allem mache ich darauf aufmerksam, dass sich durch die jetzigen Beleuchtungsvorrichtungen Gasbeleuchtung besonders auch für Salons, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Schlafzimmer empfiehlt, und dass allen bisherigen gewöhnlichen Einrichtungen, als sei das Gaslicht schädlich für die Augen, oder es fehle die genügende Sicherheit gegen Ausströmen des Gases aus den Röhrenleitungen u.s.w. vollkommen durch die bewährtesten Sicherheitsmassregeln entgegen getreten werden kann. Höchst vortheilhaft lässt sich Gas auch zum Kochen anwenden, zu welchem Zwecke man sich der mannigfachsten Apparate bedient, um z.B. Wasser binnen wenigen Secunden zum Sieden zu bringen, Fleisch, Gemüse schnell gar zu kochen, auf französischen Kochherden zu braten, Kaffee zu brennen, Plätteisen zu erhitzen u.s.w. Dieser Vortheil stellt sich namentlich im Sommer, wo man nicht zu allen Tageszeiten auf andere Weise Gelegenheit zum Kochen u.s.w. haben kann, am meisten heraus, und wird von den Familien, die sich des Gases zu diesen Zwecken bedienen, hoch gerühmt. -
Ich halte von sämmtlichen vorerwähnten Apparaten und Beleuchtungsgegenständen Lager, und sind in einem Locale der Gasanstalt, Muster davon zur gefälligen Ansicht ausgestellt. Die Bedingungen für Lieferung von Gas, wie für Anlage von Gaseinrichtungen sind in der gedruckten Beilage, die ich Ihrer geneigten Durchsicht empfehle, zusammengestellt; sie sind nahezu gleichlautend mit denen, welche die Gasanstalten Lindenau-Plagwitz (heute zu Leipzig gehörig - B.P. ), Borna, Sellerhausen (heute zu Leipzig gehörig - B.P. ), Gohlis (heute zu Leipzig gehörig - B.P. ) u.s.w. eingeführt haben. Laut § 9 dieser Bedingungen werde ich auch gern bereit sein, mit denjenigen Bestellern von Gaseinrichtungen, welche solche in Terminen bezahlen oder nur in Miethe übernehmen wollen, ein besonderes Abkommen zu treffen, was ich noch zu berücksichtigen bitte. Die Preise für sämmtliche zur Herstellung von Gaseinrichtungen nöthigen Gegenstände sind nicht höher, meistens niedriger als die anderwärts üblichen. Mitte November dieses Jahres wird der Betrieb der Gasanstalt zur Eröffnung kommen. Vorstehendes Ihrer freundlichen Beachtung empfehlend, bitte ich Anmeldungen von Gaseinrichtungen, welche sofort ausgeführt werden sollen, namentlich in Rücksicht auf § 4 der Bedingungen, im Contor der Gasanstalt gefälligst schriftlich niederzulegen. Ausserdem werde ich mir erlauben, durch persönlichen Besuch, oder im Behinderungsfalle durch meinen dazu bevollmächtigten Techniker, Inspektor G.Barnick , im Laufe der nächsten Wochen eine Besprechung über Anlage und Kosten Ihrer eventuellen Gaseinrichtung herbeizuführen. Grimma, Anfang Juli 1867

A. Gruner jun. Gas-Ingenieur."[41]

Anfangs wurde eine ca. 13 km lange "Röhrenleitung" betrieben, deren Hauptstrang vom Regulator bis zum Bappischen Tore verlief. Von hier ab führte ein Strang längs der Promenade bis zum Leipziger Tore und weiter zum Bahnhof. Der zweite Strang durchquerte das Bappische Tor und verzweigte sich innerhalb der Stadt. Das Stadtinnere wurde mit 108 Wandarmlampen beleuchtet, nur auf dem Markt stand ein Kandelaber. Außerhalb der Ringmauer, von der Gasanstalt bis zum Bappischen Tor, standen 2 Kandelaber und vom Leipziger Tor bis zum Bahnhof gab es 16 Laternen dieser Art. An der Peripherie der Stadt erfolgte die Beleuchtung zunächst weiterhin mit Petroleumlampen. Diese wurden in den Folgejahren, im Rahmen der Erweiterung des Gasnetzes , schrittweise durch Gaslaternen ersetzt. Hinsichtlich des Gasverbrauches spielte die Straßenbeleuchtung im Haushalt der Gasanstalt von Beginn an eine untergeordnete Rolle. So zeigt z.B. der erste Rechnungsabschluß vom 5. August 1868 für den Zeitarum vom 16. November bis 30. Juni 1868 bei einer Gesamtgaserzeugung von 2.043.050 Cubikfuß (= 57.893,17  ) einen Verbrauch für die Straßenbeleuchtung von 64.734 Cubikfuß (= 19.403,1   ). Dieser Anteil entspricht 33,5 %[42] So ist es wohl nicht verwunderlich, dass A.Gruner jun. so intensiv die Werbetrommel für Hausgasanschlüsse rühren ließ. Weitere Gasanstalten wurden von den Gebrüdern Barnewitz in Dresden, Gruner sen. und jun. in Dresden, Leipzig sowie Grimma errichtet. [43]

Die Leipziger Gasingenieure Westerholz, Hirzel und Wunder errichteten ebenfalls deutschlandweit Gasanstalten. Unternehmen, die sich mit der Errichtung von Gasanstalten befaßten, verschickten ihre Offerten, an Städte zur Information.
Der Gasfabrikant M e n z e l verdeutlichte im abgedruckten Vorvertrag (Punctation), welche Leistung das zu erzeugende Gas der durch den Stadtrat zu Bitterfeld ins Auge gefaßten Gasanstalt erbringen sollte.

Punctuation

zwischen dem Bürgermeister Studemundin Vertretung der Stadt Frankenstein und dem Civil-Ingenieur und Gasfabrikanten Hermann Menzel z.Z. zu Reichenbach wegen Einrichtung einer Gas-Anstalt:

  1. Die Gas-Anstalt in Frankenstein wird im Jahre 1860 und drei eingerichtet, dass zum 1. Oktober 1863 die Stadt zum ersten Mal mit Gas beleuchtet wird.
  2. Das zu liefernde Gas muß bei einem Consume des Schnittbrenners von 5 fünf Kubikfuß pro Stunde eine Lichtstärke pro Stunde eine Lichtstärke von 12 Stearinkerzen (zwölf) bester Qualität haben, von denen 6 faches Stück d. 9 Zoll Längen ¾ dreiviertel Pfund Zollgewicht wiegen. Die Lichtstärke wird durch den Bunsenschen mit einer Gasuhr verbundenen Photometer festgestellt. Die Bereitungsart des Gases, ob aus Steinkohle, oder einem anderen Material, bleibt der Wahl des Unternehmers überlassen.
  3. Der Unternehmer stellt die zur Gasanstalt notwendigen Gebäude, sowie die Hauptleitungsröhren, ingleichen diejenigen Nebenleitungsröhren, welche zur Bespeisung der von der Stadt auf Straßen und Plätzen unterhaltenen Flammen."[44]

Die Konkurrenz auf diesem Markt war auch zu dieser Zeit rührig. So verschickte der Berliner Unternehmer Oechelhaeuser gedruckte Offerten, aus denen die Standorte der von ihm errichteten Gasanstalten in Deutschland hervorgingen. Da seine "Werbebriefe" sehr allgemeinen Inhalts waren und keine Informationen zur Leistungsfähigkeit der Anlage enthielten, hat der Bitterfelder Stadtrat die Angaben überprüft und dann zu den "Akten legen" lassen, wie der Vermerk links oben ausweist.

Die Nase vorn im Wettbewerb um den Auftrag der Stadt Bitterfeld hatte letztendlich der Gasdirektor Theordor Weigel aus Arnstadt, Thüringen, weil sein Konzept auf die Bedürfnisse der Stadt Bitterfeld genau abgestimmt war. Dies bezog sich sowohl auf die Bedarfsermittlung an Gas für öffentliche und private Zwecke wie auch auf die damit verbundenen Kosten für die Stadt und auch auf die Möglichkeit, des Übergangs der Anlage in das Eigentum der Stadt.

Erläuterungen zum Bauprojekt der Gasanstalt Bitterfeld
  1. Im Allgemeinen

Die Größe und Leistungsfähigkeit einer Gasanstalt wird durch die Gasconsumtion des betreffenden Ortes bedingt. Die Letztere in absoluter Höhe vorweg zu bemessen ist selbstredend und nicht wohl möglich; es bieten aber die vielfach angestellten Beobachtungen und die sich in der Praxis hernach gebildeten Regeln immerhin ziemlich sichere Anhaltspunkte für eine Berechnung des wenigstens ungefähren Umfangs des anfänglichen Gasverbrauchs eines Ortes. Als den sichersten solcher Anhaltspunkte sieht man erfahrungsmäßig die Zahl der eingerichteten Flammen an. Da, wo eine Zählung der Flammen dem Projekte voran ging, ist derselbe gefunden; wo das aber, wie im gegenwärtigen Falle, nicht geschah, ermittelt man die Flammenanzahl am besten aus einer Vergleichung mit anderen Orten von ähnlicher geschäftlicher und geographischen Bedeutung, indem man aus den Geschäftsunterlagen jener Gasanstalten das Verhältnis der dort vorhandenen Flammen mit der Einwohnerzahl der resp. Orten vergleicht. Es haben sich in dieser Beziehung in meinem Geschäftskreise folgende Ergebnisse herausgestellt:
in Arnstadt kommt 1 Gasflamme auf 7,8 Einwohner,
in Aschersleben kommt 1 Gasflamme auf 9,2 Einwohner
in Suhl kommt 1 Gasflamme auf 8,6 Einwohnerk
in Sondershausen kommt 1 Gasflamme auf 7,9 Einwohner
in Ronneburg kommt 1 Gasflamme auf 7,1 Einwohner
in Schmölln kommt 1 Gasflamme auf 9,4 Einwohner
in Gössnig kommt 1 Gasflamme auf 8,1 Einwohner
im Durchschnitt also eine Gasflamme auf 8,2 Einwohner. Es sind das alles Gaswerke, die erst seit wenigen Jahren bestehen. Die danach gefundene Durchschnittszahl zu Grunde gelegt, würde in B i t t e r f e l d bei einer Einwohnerzahl von ca. 5.000 in den ersten Betriebsjahren des Gaswerkes auf eine Flammenzahl von etwa 600 zu rechnen sein. Beim Gasverbrauch unterscheiden sich die öffentlichen Straßenlaternen von den Flammen in den Privathäusern wesentlich. Nach dem gesammelten statistischen Gasverbrauch an öffentlichen Straßenlaternen in kleinen Orten jährlich 3 bis 3.500 Cubikfuß (= 84,99 m3 bis 99,179   -B.P.), eine Privatflamme dagegen nur 1.800 bis 2.000 Cubikfuß (= 51,006 bis 56,67   Gas. Greift man aus diesen Ziffern das Mittel von 3.250 (= 92,095   - B.P.) -B.P.) und resp. 1.900 Cubikfuß (= 53,840   -B.P.), so wird man der Wirklichkeit des künftigen Gasverbrauch in Bitterfeld wohl ziemlich nahe gekommen sein. Im besonderen Exempel wird sich die anfängliche Jahresconsumption Bitterfelds folgender maßen gestalten:
50 öffentliche Straßenlaternen a 3.250 C (ubikfuß) = 162.500 C(ubikfuß) (= 3.584,631   - B.P.) 550 Privatflammen a 1.900 C (ubikfuß) = 1.045.000 C(ubikfuß) (= 29.612,165   - B.P. S(umma) 1.207.500 C(ubikfuß)..." (= 34.216,927   B.P.)
"... Helligkeitkeit der Straßen insbesondere auch aus Rücksicht auf die präsumtive Vergrößerung der Stadt.
"...Ihre Seite ist somit es um Straßenrohre handelt von 5 Zoll bis 11/2 Zoll Innere. Arnstadt, den 15. April 1867
Weigel
Erbauer und Besitzer von Gasanstalten
Mit Bezug auf diezugehörige Situations- und Bauzeichnung revidirt.
Bitterfeld 6. Mai 1867
Der Kreisbaumeister
König"[45]

Der Vertrag wurde zwischen der Stadt Bitterfeld und dem späteren Kommerzienrat Theodor W e i g e l am 16. April 1867 geschlossen mit der Vorgabe, am 01.Oktober 1867 mit der Gasabgabe zu beginnen. Im Kreis-Blatt-Bitterfeld , Sonnabend 11. Mai 1867 wurde folgendes von der Polizei-Verwaltung bekannt gegeben: 1338 Gewerbliche Anlagen Der Gasanstaltsbesitzer Weigel beabsichtigt auf dem hinter der Buchheimschen Ziegelei und der nächsten Strecke neues Stadttheiles gelegenen Grundstück eine Gasanstalt anzulegen. Etwaige Einwendungen gegen das Vorhaben sind, soweit sie nicht privatrechtlicher Natur, binnen 14 Tagen präclusivischer Frist uns anzuzeigen, woselbst auch die Zeichnungen und Beschreibung eingesehen werden kann. Bitterfeld, den 9. Mai 1867
"Die Polizei-Verwaltung."[46]

Aus den Geschäftsberichten der Thüringer Gas-Gesellschaft, die die Bitterfelder Gasanstalt 1868 übernahm, erfahren wir auch, welche Kohle zur Gasherstellung verwendet wurde und sie belegen die sich in der Stadt auf diesem Gebiete vollziehende Entwicklung. Sind es 1867 40 Straßenlampen so beleuchten 5 Jahre später bereit 29 Straßenlaternen mehr Straßen und Plätze der Stadt. Die Kohle zur Gasproduktion kommt größtenteils aus Zwickauer Gruben, und im geringen Umfange wird auch Kohle aus Westphalen und England eingesetzt. In den Straßenlaternen und Kandelabern kamen Schnittbrenner zum Einsatz, die am Rohrende das Gas in einer engen Bohrung von 0,8 mm austreten ließen und die an der Seite weitere Bohrungen hatten. Diese Brenner wurden auch als Hahnensporn - (Cocspur)-Brenner bezeichnet. Die Lampen waren regelrechte Schmuckelemente an Straßen und Plätzen, die am Abend und in der Nacht Licht spendeten, wie die nachfolgenden Entwürfe von Straßenlampen aus Angeboten des Gaswerkbesitzers Weigel und anderer Hersteller an den Bitterfelder Stadtrat zeigen:

In Wohnungen wurde ein Brenner verwendet, der den Öllampen ähnelte. Das Gasrohr endete in einem Ring mit einer Vielzahl enger Löcher. Die Luft konnte von außen nach innen an den sich bildenden Flammenzylinder herantreten. Die Flamme wurde nach dem Vorbild der Öllampen durch einen Glaszylinder geschützt. Wie bereits an den Beispielen Grimmas und Bitterfelds gezeigt, hatte sich innerhalb von knapp 20 Jahren eine starke Konkurrenz im Kampf um Anteile am sich rasant entwickelnden Gasmarkt entfaltet. Diese Entwicklung in der Gasproduktion durch die Gründung weiterer Gasanstalten in Sachsen und anderen deutschen Städten brachte dem Klempnerhandwerk auch zusätzliche Aufträge. So wurden Klempnergeschäfte eingebunden in der Herstellung von Gasometern aus Schwarzblech und von Straßenlaternen; sie vertrieben in späteren Jahren ebenfalls Lampen und Gasherde

Aber gleichzeitig erwuchs dem Klempnerhandwerk mit der Gaswerkskonkurrenz auf dem Markt ein Gegenpart, der durch besondere Dynamik bei der Anwendung des technischen Fortschritts von sich Reden machte. Am Ende dieses in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Prozesses des produktiven Gegeneinanders wird im Verlaufe eines dreiviertel Jahrhunderts ein produktives Miteinander, weil mit der Anwendung einer neuen Energiequelle - der Elektroenergie - der Gaswerkkonkurrenz nunmehr ein ebenbürtiger Konkurrent auf dem Energiesektor entgegentrat und zu einer tieferen Kooperation mit dem Klempnerhandwerk zwang. Dessen Darstellung ist in den nachfolgenden Teilen zu verfolgen

Quellen und Anmerkungen

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  1. Hermann Aubin; Wolfgang Zorn (Hrsg.), Handbuch der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Stuttgart 1976, S. 322 ff.
  2. Friedrich Lütge, Deutsche Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 3. Aufl., Berlin-Heidelberg-New York 1966. S. 459.
  3. Friedrich-Wilhelm Henning, Die Einführung der Gewerbefreiheit und ihre Auswirkungen auf das Handwerk in Deutschland.In: Wilhelm Abel (Hrsg.), Handwerksgeschichte in neuer Sicht,Göttmgen 1978, S. 158.
  4. 1652-1902. 250-jährige Jubel-Feier der Klempner-Innung zu Leipzig. 26. und 27. April 1902. Leipzig 1902, S. 56.
  5. Stadt archiv Leipzig. Die von den Obermeistern des Töpferhandwerks allhier angetragene Errichtung einer Herberge für die fremden Gesellen und den von einigen andern Innungsmitgliedern deshalb erregten Widerspruch, samt was dem anhängig betr., II. Sektion, T 717, Blatt 21.
  6. Stadtarchiv Leipzig. Die Töpferinnung allhier neu zu entwerfen den Specialartikel s.w.d.a. betreffend. II. Sektion, T 904, Blatt 70.
  7. Willem Clemens Pfau, Rochlitzer Buchbinder, Uhrmacher, Goldschmiede, Gürtler und Nadler, Kupferschmiede, Drechsler, Maler, Zeichner. In: Heft des Vereins für Rochlitzer Geschichte, Heft 10, Rochlitzi. Sa. 1931, S. 38.
  8. Zitiert nach Albert Riedl, Bilder aus der Geschichte der Kachelöfen. In: Der Kachelofen. Fachblatt und technische Rundschau für die Gebiete der Ofenindustrie. 6. Jg., Berlin 20. Juni 1914,Nr. 9, S. 96 ff.
  9. Zitiert nach Albert Riedl, Bilder aus der Geschichte der Kachelöfen. In: Der Kachelofen. Fachblatt und technische Rundschau für die Gebiete der Ofenindustrie. 6. Jg., Berlin 20. September 1914, Nr. 12, S. 129 ff.
  10. Ebenda, S. 130.
  11. Zitiert nach Albert Riedl, Bilder aus der Geschichte der Kachelöfen. In: Der Kachelofen. Fachblatt und technische Rundschau für die Gebiete der Ofenindustrie. 6. Jg., Berlin 20. Oktober 1914, Nr. 13, S. 133 ff.
  12. Ebenda, S. 134.
  13. Ebenda, S. 135.
  14. Ebenda.
  15. Ebenda.
  16. Zitiert nach Albert Riedl, Bilder aus der Geschichte der Kachelöfen. In: Der Kachelofen. Fachblatt und technische Rundschau für die Gebiete der Ofenindustrie. 7. Jg., Berlin 20. Januar 1915, Nr. 1, S. 6.
  17. Ebenda.
  18. Ebenda.
  19. Ebenda.
  20. Ebenda, S. 6 ff.
  21. Ebenda, S. 8.
  22. Ebenda, S. 9.
  23. Mandat über die Bestrafung der Holzdiebstähle und Baumfrevel vom 27sten November 1822. In: Gesetzessammlung für das Königreich Sachsen vom Jahre 1823, Dresden 1822, S. 9
  24. Vgl. Ebenda, § 9 ff., S. 10 ff.
  25. Die Grafschaft Mark gehörte ab 1807 zum Großherzogtum Berg, ab 1815 preußisch
  26. Vgl. Universität Konstanz. Grundkurs 1800. Gesellschaft, Umwelt und Energie im 18. Jahrhundert. Konstanz 2000, Manuskriptdruck S. 3 ff.
  27. Zitiert nach Heinrich Gebauer, Die Volkswirtschaft im Königreich Sachsen, Dresden 1893, S. 55 f.
  28. Avertissement, die auf allerhöchsten Befehl Sr. Königl. Majestät zu Sachsen zur Aufmunterung des Nahrungsstandes auf die sechs Jahre 1820, 1821, 1822, 1823, 1824 und 1825 ausgesetzten Preisaufgaben betreffend. In: Gesetzessammlung für das Königreich Sachsen vom Jahre 1820, Dresden 1820, S. 19.
  29. Siehe u. a.: Hermann Gebauer, Die Volkswirtschaft im Königreich Sachsen, Dresden 1893; Wilhelm Frenzel, Fritz Karg,Adolf Spamer (Hrsg.), Grundriß der Sächsischen Volkskunde,Leipzig 1933.
  30. Preisaufgaben, so auf Allerhöchsten Befehl Sr. Königl. Majestät zu Sachsen zur Aufmunterung des Nahrungsstandes auf die sechs Jahre 1826, 1827, 1828, 1829, 1830 und 1831 ausgesetzt worden sind, und von E. Königl. Sachs. Landes-Oecono- mie, Manufactur= und Commerzien-Deputation bekannt gemacht werden. In: Gesetzessammlung für das Königreich Sachsen vom Jahre 1826, Dresden 1826, S. 157.
  31. Stadtarchiv Leipzig. Gesuch des Töpfermeisters Franz Albert Daschiel um Concession zur Errichtung einer Thonwarenfabrik betr., II. Sektion, D 669, Blatt 5.
  32. Ebenda, Blatt 3.
  33. Bernd Pauli, Die Ofenbauer. Vom einfachen Tongefäß zum kunstvollen Kachelofen. In: Sächsischer SHK-Kalender, Hrsg. vom Fachverband Sanitär-Heizung-Klima-Sachsen, Stuttgart 1995, S. 100.
  34. Zitiert nach: Friedrich Pietsch, Geschichtliche Mitteilungen über die Gasbeleuchtung auf der königlichen Halsbrückner Hütte. In: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreich Sachsen für das Jahr 1896, zitiert nach: Journal für Gasbeleuchtung (1897), S. 265-271. Siehe auch: Johannes Garstka,Die Gasversorgung in Sachsen. In: Gas- und Wasserfach (1995), Nr. 6, S. 246.
  35. Johannes Garstka, Die Gasversorgung in Sachsen. In: Gas- und Wasserfach (1995), Nr. 6, S. 246.
  36. Ebenda.
  37. Vgl. Georg Friedrich Rudolf Blochmann, Rudolf Sigismund Blochmann, Der Begründer der deutschen Gastechnik, Berlin1939, S. 25 ff.
  38. Vgl. Nachruf für Georg M. Sigismund Blochmann. In: Journal für Gasbeleuchtung (1894), S. 141 f.
  39. Stadtarchiv Leipzig. Verordnung, polizeiliche Maaßregeln in Bezug auf die Bereitung, Verarbeitung und Aufbewahrung leicht entzündlicher und explodierender Stoffe und Präparate betreffend. Vom 12ten Dezember 1856. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen. Dresden 1856, S.420 f.
  40. Vgl. Nachruf für A. Bruno Werner. In: Journal für Gasbeleuchtung (1886), S. 542 f.
  41. Stadtarchiv Grimma. Abt. II, Abschnitt 9e, Nr. 7
  42. Vgl. Heimatkundliche Blätter für die Stadt Grimma und ihre Umgebung. Monatsbeilage der Nachrichten für Grimma, 2. Jg., Grimma November 1923. Nr. 11, S. 1 ff.
  43. Vgl. Nikolaus Hans Schilling, Statistische Mitteilungen über die Gasanstalten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, München 1885, S. 126 ff.
  44. Stadtarchiv Bitterfeld, Archiv-Nr. 964, Reg.-Nr. 1.
  45. Stadtarchiv Bitterfeld, Archiv-Nr. 966, Reg.-Nr. 16.
  46. Stadtarchiv Bitterfeld, Archiv-Nr. 964, Reg.-Nr. 2.