Rumänisch/ Kurs/ Phonetik

Bis 1862 wurde Rumänisch in kyrillischer Schrift geschrieben. Die Siebenbürgische Schule entwickelte über mehrere Zwischenstufen das bis heute benutzte lateinische Schriftsystem mit Sonderzeichen. In der Moldauischen SSR wurde von 1930 bis zu ihrem Untergang 1989 Rumänisch wieder mit kyrillischen Buchstaben verschriftet, woran die abtrünnige Region Transnistrien bis heute festhält. Heute umfasst das Rumänische Alphabet das Lateinische Alphabet mit fünf Sonderzeichen:

a, ă, â, b, c, d, e, f, g, h, i, î, j, (k), l, m, n, o, p, (q), r, s, ș, t, ț, u, v, (w), x, (y), z

Die meisten Buchstaben entsprechen jeweils genau einem Laut. Die in Klammern stehenden Buchstaben kommen nur in Lehnwörtern vor.

Zu Beginn der Verschriftung besaß das Rumänische deutlich mehr Sonderzeichen als heute, da versucht wurde, die Etymologie zu erhalten.

  • român > romîn > român
  • vênt > vînt > vânt
  • sûnt > sînt > sunt
  • adevěr > adevăr
  • fiĭ > fii
  • fiŭ > fiu
  • ḑice > zice

Nach der neuen Regelung wird am Wortanfang und am Wort î und in der Wortmitte â geschrieben, wenn es sich nicht um ein Kompositum handelt.

Folgende Tabelle stellt die rumänischen Buchstaben dar, deren Aussprache sich von den deutschen unterscheidet:

Graphem IPA Aussprache im Deutschen
ă [ə] Ungerundeter halboffener Zentralvokal, annähernd wie das „e“ im dt. Matte, kann leicht gerundet gesprochen werden und somit akustisch einem [œ] nahekommen.
â [ɨ] hat in der deutschen Sprache keine Entsprechung (Kann akustisch einem ü wie in „Mütze“ nahekommen.)
c [k] wie „k“
ce [t͡ʃe] wie „tsch“ (wie im it.. „Cembalo“)
ci [t͡ʃi] wie in „Chinchilla“
che [ce] palatalisiertes „k“ (wie im it. „barchetta“)
chi [ci] palatalisiertes „k“ (wie im it. „Chianti“)
e [e]; [i̯e] stets ein geschlossenes „e“, wie in dt. „Teer“. Bei Personalpronomen und Formen des Verbs „fi“, die mit „e“ beginnen, wie in dt. „Jerusalem“
g [g] wie „g“
ge [d͡ʒe] wie stimmhaftes „dsch“ (wie it. „Angelo“ oder im en. „gentleman“)
gi [d͡ʒi] wie stimmhaftes „dsch“ (wie im it. „Gigolo“)
ghe [ɟe] palatisiertes „g“
ghi [ɟi] palatalisiertes „g“
h [h]; [ç] ~ [x] wie „h“, zum Teil aber je nach Position zwischen "ch" in "ich" und "Bach"
i [i], [ʲ] wie "i"; unbetont am Ende eines Wortes nicht silbisch und fast unhörbar (palatalisiert)
î [ɨ] genau wie â, die Unterschiede in der Schreibweise sind sprachhistorisch bedingt
j [ʒ] stimmhaftes „sch“ wie in „Journalist“, „Garage“
r [r] das r wird gerollt
s [s] stimmloses „s“ (wie „ss“ in dt. „Gasse“)
ș [ʃ] wie dt. „sch“ in „Asche“
ț [t͡s] wie dt. „z“ in „Zunge“
v [v] wie dt. „w“ in „Wohnung“
y [i] wie „i“ (nur in Fremdwörtern)
z [z] stimmhaftes „s“ (wie in „Suppe“, wie „z“ in englisch „zero“)