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Reaktives VerhaltenBearbeiten

Ein Kind raucht. Aber das soll es nicht. Die Frage nun: Wie kann ich es dazu bringen aufzuhören? Soll man nur leichten oder doch hohen Druck auf das Kind ausüben, damit es die Finger von den Glimmstängeln lässt?

Ein von Pennebaker & Sanders (1976) durchgeführtes Experiment soll reaktives Verhalten verdeutlichen. Sie montierten zwei Arten von Schildern an öffentliche Toiletten. Auf dem Einen stand: "Schreiben Sie unter gar keinen Umständen an diese Wände." Auf dem Zweiten war dagegen zu lesen:"Schreiben Sie bitte nicht an diese Wände." Nach zwei Wochen kam die Wissenschaftler wieder und entdecken, dass bei dem Schild, das ein deutliches Verbot ausdrückte signifikant mehr Graffiti zu sehen waren als bei dem anderen Schild. Somit wurde das Verbot zu einem Bumerang-Effekt und erzeugte Interesse an der verbotenen Handlung.

Zurück zum Kind. Wenn man dem Kind nun strikt verbietet - übertrieben gesprochen - auch nur an Zigaretten zu denken, wird eher zu Zigaretten gegriffen als wenn ein weniger striktes Gebot ausgesprochen wird. Warum reagieren Menschen nun so? Dies liegt darin begründet (Bushman & Strack 1996), dass ein striktes Verbot zu einer Einschränkung der Freiheit führt, diese wird durch das Ausführen der verbotenen Handlung wieder ausgeglichen.