Polnisch/ Grammatik/ Nomina/ Lokativ

Der sechste Fall im Polnischen ist der Lokativ. Im Deutschen findet er keine direkte Entsprechung, ist jedoch an den Dativ anlehnbar, wenn die Frage nach dem "Wo?" (Gdzie?) gestellt wird (und die Eigenschaft der Statik bzw. Bewegungslosigkeit der Antwort innewohnt) oder wenn gefragt wird, über wen (o kim?) oder worüber (o czym?) man redet.

Präpositionen des Lokativ

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Der Lokativ wird ausschließlich präpositional gefordert. Die folgenden Präpositionen fordern in der Antwort den Lokativ, jedoch nicht immer ausschließlich.

Die Präposition "w" (Lok.: in, innerhalb) bzw. "we" bei Konsonantenanhäufung, die sonst schwierig auszusprechen wäre, beantwortet die Frage nach dem Lokativ, wenn die Lokation geschlossen bzw. historisch geschlossen ist. Geschlossen bedeutet in diesem Fall Lokationen mit klarer Begrenzung, wie Schule "szkoła - w szkole", Zimmer "pokój - w pokoju", historisch geschlossen bedeutet Lokationen, denen man eine klare Begrenzung entweder nur früher oder immer noch zuweist, wie Stadt (begrenzt durch Stadtmauer) "miasto - w mieście", Wald "las - w lesie", Park "park - w parku".

Offene bzw. historisch offene Lokationen werden mit "na" (Lok.: an, auf, in) beantwortet, so zum Beispiel Land (im Sinne von ländlich, dörflich, ich wohne auf dem Land) "wieś - na wsi", Straße "ulica - na ulicy", (Bus-)Haltestelle "przystanek - na przystanku". Historisch oder auch semantisch (der Bedeutung nach) offene Lokationen sind etwa als Oberfläche, an der ein Bild hängt, die Wand "ściana - na ścianie" oder der Ort des offenen bzw. freien Denkens, die Universität "uniwersitet - na uniwersitecie".

weitere Präpositionen
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Zudem wird Lokativ bei der Präpositionen "o", "po" und "przy" verwandt.