Latein/ Grammatik/ Satzlehre/ Satzgliedteile

Satzgliedteile sind keine eigenständigen Satzglieder, sondern Worte, bzw. Wortgruppen, die sich nur auf bestimmte Satzglieder beziehen. Das Wort Attribut wird auf Grund seiner eigentlichen Bedeutung als attributum - "Hinzugefügtes" oft ungenau gebraucht. Insofern spricht man häufig bei den Satzgliedteilen allgemein von attributiven Bestimmungen. Hier aber soll um der Präzision willen unterschieden werden zwischen dem eigentlichen 1. Attribut und der 2. Apposition.


1. Das eigentliche AttributBearbeiten

Das eigentliche Attribut unterscheidet sich von der Apposition dadurch, dass es semantisch und oft auch syntaktisch auf sein Bezugswort angewiesen ist. Caritas puerilis fines non novit. - Die kindliche Liebe kennt keine Grenzen. Entfernt man das Bezugswort zu kindlich, nämlich die Liebe, wird der Satz unverständlich. Die syntaktische Bezogenheit wird in der morphologischen Kongruenz des adjektivischen Attributes puerilis mit dem substantivischen Subjekte caritas sichtbar.

Arten von Attributen

  • 1. adjektivisches Attribut, z.B.: Caritas puerilis fines non novit. - Die kindliche Liebe kennt keine Grenzen.
  • 2. Präpositionalattribut, z.B.: Aditus ad urbem prohibitus erat. - Der Zugang zur Stadt war verlegt.
  • 3. adverbiales Attribut, z.B.: Vir vere Romanus Arminius non erat. - Ein echter Römer war Arminius nicht.
  • 4. substantivische Attribute werden unterteilt auf die Kasus.
    • 4.1. Genitivattribut, z.B.: Nomen regis magnam auctoritatem habet. - Der Titel König hat eine Menge für sich. (Genitivus definitivus sive appositivus)
    • 4.2. Akkusativattribut, z.B.: Pater puellas domum misit. - Der Vater sandte die Mädchen nach Hause. (Accusativus finalis)
    • 4.3. Ablativattribut, z.B.: Vir magna prudentia opera magna perfecit. - Ein Mann von großer Klugheit hat große Werke vollendet. (Ablativus qualitatis)

2. Die AppositionBearbeiten

Die Apposition unterscheidet sich vom eigentlichen Attribut dadurch, dass sie weder semantisch noch syntaktisch auf ihr Bezugswort angewiesen ist. Rex Leonidas magna prudentia in thermopylis egit. - Der König Leonidas agierte bei den Thermophylen mit großer Klugheit. Wir können bei diesem Satze die Apposition "Leonidas" oder das Bezugswort, das Subjekt "der König" weglassen, ohne dass der Satz sinnlos wird. Der Königsname "Leonidas" ist eine echte Apposition. Das Wort leitet sich ab vom lat. apponere - danebenstellen. Eine Apposition ist also etwas Danebengestelltes. Genaugenommen kann eine Apposition sich bis zu einem ganzen vollständigen Satz ausweiten. Dies wird dann aber unter Satz behandelt. In der Regel aber handelt es sich um Namen, also um substantivische Appositionen. Appositionen kann man in 1. enge A. und 2. lose A. einteilen.

2.1. Enge Appositionen nennt man Appositionen, die bestimmen. Etwa, wenn ein Tiername durch eine Tiergattung näher erläutert wird, z.B.: Anguis fragilis, una Species Lacertarum, ad unam pedem crescere potest. Die Blindschleiche, eine Eidechsenart, kann bis zu einem Fuß lang werden.

2.2. Lose Appositionen nennt man alle Appositionen, die nicht eng sind, z.B.: Liber fovea inveniendi libenter legitur. Das Buch, eine Fundgrube, wird gerne gelesen.