Langzeitarchivierung: Lagerstätte

In diesem Kapitel findet sich alles über die Lagerstätte, also den Ort, wo man später seine Objekte einlagern möchte.

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Auswahl des Standortes

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Nun haben wir einen Überblick über die Dokumente, die wir sichern möchten. Als nächsten Schritt sollten wir einen sicheren Standort wählen, wo wir die Daten lagern möchten. Hierbei ist viel zu beachten, damit die Haltbarkeit der Informationen auch lange ist. Mit Standort meine ich zuerst nicht das Gebäude, in das wir die fertigen Boxen bringen, sondern alleine die geographische Lage. Hierzu einige wichtige Informationen, die man immer beachten sollte:

  • Lage sollte über dem Meeresspiegel liegen und auch noch dann erreichbar sein, wenn der Meeresspiegel um etliche Meter ansteigt. Das gleiche gilt für Flüsse und Seen, immer am Berg oder über dem Wasserbereich lagern, damit auch Überschwemmungen das Lager nicht fluten können.
  • Lage sollte möglichst auf dem Lande sein. Hier ist die Bevölkerungsdichte gering und die Natur spielt eine größere Rolle. Auch kann man hier Verstecke besser wählen (z.B. in großen Wäldern), was in der Stadt unmöglich ist. Auch sind Städte in Krisenzeiten immer Brennpunkte und nie gut geeignet, wenn man Dinge lange und sicher lagern möchte. Natürlich muss man hier zwischen sehr großen Städten und kleinen Städten unterscheiden, am besten ist aber die Lage auf dem Lande.
  • Lage sollte an sicheren Orten sein, bezogen auf die Landkarte. Welches Land sehen Sie vor? Länder mit stabilen Systemen und Ordnungen sind sicher zu bevorzugen, hier ist auch in Krisenzeiten die Chance für Revolutionen und andere umstoßende Ereignisse geringer. Das Lager sollte nicht in Grenznähe sein, bei internationalen Konflikten kann es hier zu Problemen führen.
  • Lage sollte außer Reichweite von gefährlichen Stätten wie Zwischenlagern oder Kernkraftwerken sein! Auch wenn die Chance gering ist, aber diese Einrichtungen stellen eine Gefahr dar, wenn ein Kernkraftwerk zerstört wird und radioaktives Material austritt, wird die Umgebung für Jahrtausende gestört, deshalb sollte das Lager mindestens 50 Kilometer von einem KKW entfernt sein. Selbst wenn der GAU eintritt und größere Gebiete verstrahlt sind, kann man das Lager noch räumen.
  • Lage sollte entfernt sein von Objekten, die im Kriegsfall oder bei Terrorangriffen Ziel von Attacken werden können. Wie genannt Kernkraftwerke oder Militäreinrichtungen, Verwaltungsorgane oder andere Gebäude und Stätten, die sich als Ziele eignen.
  • Lage sollte nicht in einem Erdbebengebiet oder in der Nähe von Vulkanen liegen, vor allem wenn Felsenkeller oder andere Höhlen in Betracht gezogen werden. Konsultieren Sie dazu tektonische Landkarten oder die Risikokarten von Versicherern.
  • Wenn Sie einen Ort im Gebirge in Betracht ziehen, berücksichtigen Sie die Möglichkeit von Felsabstürzen oder Gerölllawinen.

Eine mögliche Ideallage wäre z.B. ein großer Mischwald im Herzen Deutschlands, weit entfernt von großen Städten oder gefährdeten Einrichtungen, auf dem Lande, abgeschieden und relativ verlassen. Hier wäre ein perfekter Ort, um ein Lager anzulegen.

 
Betonierter Eingang zu einem Felsenkeller
 
Ungeeigneter Keller, man achte auf den Boden (Wasser) und auf die Decke (Brocken fehlen)

Auswahl der Lagerstätte

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Wenn man einen Ort hat, kann man sich überlegen, welche Einrichtung / welches Gebäude man als Lagerstätte benutzen kann. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, wobei manche zu bevorzugen wären, jedoch aber auch schwieriger zu finden sind. Optimal wäre ein Felsenkeller, der nur einen Eingang vorne am Berg besitzt und dann einige dutzend Meter ins Erdreich führt, wie ein Stollen, und dort auch endet. So ein Ort wäre der ideale Platz, da dort keine Menschen hinkommen, es nur einen Eingang/Ausgang gibt und eine Erdschicht von etlichen Metern Dicke über dem Lager ist, somit ist das Lager sehr sicher. Zudem ist es einfach zu Erstellen und zu Verwalten, da man bequem durch eine Tür zu dem Lager gelangt und alle Objekte verändern und austauschen kann.

Eine weitere Möglichkeit stellt das Eingraben dar. Hierbei werden die Objekte verpackt und an einer geeigneten Stelle unter Erde begraben. Dies hat Vorteile, z.B. ist das Lager sehr sicher vor menschlichen Einflüssen und kann nur schwer gefunden und zerstört werden, zudem schützt die meterdicke Schicht vor Einflüssen. Jedoch ist das Erstellen eines solchen Lagers schwer, bei größeren Objekten oder Objektmengen sogar fast unmöglich, da man größte Geräte wie Bagger bräuchte, um ein solch großes Loch auszuheben. Zudem ist das Verwalten und Kontrollieren der Objekte sehr schwierig, da jedes Mal die komplette Erdmasse abgetragen werden muss. Außerdem ist ein Wiederfinden des Lagers schwer, falls niemand mehr die exakten Koordinaten weiß, dann müsste dieses Lager in einigen Jahrzehnten durch Zufall gefunden werden. Es kann auch passieren, dass durch Baumaßnahmen oder Naturkatastrophen das Lager unter Erde begraben wird und überhaupt nicht mehr erreichbar ist. Diese Methode ist also nur geeignet, wenn man z.B. ein sehr kleines Paket im Garten vergraben will, ansonsten eher ungeeignet.

Auch könnte man ganz normale Keller in Häusern als Lager nutzen, die Vorteile wie schnelle Erreichbarkeit liegen auf der Hand. Jedoch gibt es auch viele Schattenseiten. So ist das Lager einerseits bei einem Hausbrand nicht geschützt und kann leicht zerstört werden, außerdem ist es nicht sicher vor Einbrüchen und Plünderungen. Zudem nehmen die Objekte meist viel Platz ein und die wenigsten Personen haben so große Keller, als dass so eine Platzverschwendung möglich wäre.

Meiner Meinung nach sind also Erdkeller / Felsenkeller auf jeden Fall zu bevorzugen, diese findet man oft auf dem Land und in Dörfern. Früher wurden sie von Bauern als Lagerstätte für Rüben, etc. genutzt, aber inzwischen sind sie oft unbenutzt und frei. Kontaktieren Sie also am besten Bauern oder setzen Sie eine Anzeige in die Zeitung, auf diese Weise lässt sich oftmals ein Keller finden. Sie brauchen ihn ja nicht kaufen, entweder sie pachten den Keller oder fragen einfach, ob es möglich wäre, ihn mit zu benutzen, dies ist oft möglich und kostet Sie nicht viel.

Vorbereiten der Lagerstätte (Felsenkeller)

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In diesem Fall nehme ich an, wir wählen als Lagerstätte einen Felsenkeller wie oben beschrieben. Damit haben wir eigentlich den optimalen Platz gefunden, müssen aber noch einiges prüfen. Besichtigen Sie den Keller gründlich und schauen Sie in jede Ecke. Wie sieht er aus, Eindruck vom Zustand? Sind die Wände Erdreich, Beton oder Steine? Wie tief liegt der Keller unter der Erde? Hängen Wurzeln von der Decke? Beachten Sie besonders die Feuchtigkeit und das Gestein, ist es nass, sprich der Boden voller Pfützen und bei einer Decke aus Sandstein sollten Sie in Deckung gehen, hier herrscht Lebensgefahr! Solch ein Keller ist absolut ungeeignet, wobei nicht die Feuchtigkeit das Problem ist, sondern das Gestein, Brocken können sich jederzeit lösen und dabei Personen oder eingelagerte Güter zerschmettern, hier ist nichts zu lagern. Ist der Keller aber trocken und die Decke stabil, haben Sie sehr gute Chancen. Beton ist ein Mittelding, denn es wird wohl Stahlbeton sein, der verwendet wurde. Jedoch ist Stahlbeton nur begrenzt haltbar, nach 20-40 Jahren rostet der Stahl im Beton und dieser wird von innen gesprengt, wenn der Keller also schon älter ist, könnte es ebenfalls zu einem Einsturz kommen, sofern das Erdreich hinter dem Beton nicht fest ist. Ansonsten sollten Sie auch prüfen, ob an der Decke Abzugs-oder Lüftungsschächte vorhanden sind, wenn ja, ist es zu empfehlen diese zu verschließen. Da nur sehr selten Personen in den Keller kommen sind sie unnötig und stellen nur ein Risiko für die Güter da, in diesem Fall sollte man direkt oben, also dort, wo die Schächte ans Tageslicht treten, diese mit Sand, Steinen und Beton versiegeln. Ansonsten ist der Keller dann bereit, um die Objekte einzulagern.

 
Ein mögliches Loch
 
Grabungsgegenstände

Vorbereiten der Lagerstätte (Eingraben)

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Wenn Sie nur eine kleine Box haben, die Sie im Garten vergraben wollen, geht das meist relativ einfach. Zuerst muss ein Ort gefunden werden, wobei man darauf achten sollte, dass es kein Bauland ist und die Erde nicht bewegt wird. Zudem sollte man auf Bäume achten, falls man zu nahe an einem Baum eingräbt, könnten die Wurzeln irgendwann die Box beschädigen. Nachdem der Ort gefunden ist, muss man das Loch ausheben. Dabei gilt, auch wenn die Box klein ist, sie müssen wesentlich mehr ausgraben, damit sie tiefer können. Mindestens 150cm muss das Loch tief sein, alles darüber ist unbrauchbar. Sobald das Loch fertig ist, kann man die Box eingraben, mehr dazu aber später.