Gesundheitspolitik: Prinzipien

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Ziele eines guten GesundheitssystemsBearbeiten

  • Epidemien und andere katastrophale Gesundheitsgefahren müssen vermieden werden
  • Gesundheitswissen und gesundes Verhalten müssen gefördert werden.
  • Krankheiten und Unfälle sollen durch Vorbeugung vermieden werden. Prävention ist genauso wichtig wie Behandlung.
  • Die medizinische Diagnostik und Behandlung sollte angemessen, schnell und effektiv sein.
  • Jeder muß im Krankheitsfall und Pflegefall unabhängig von seinem Einkommen, Vermögen und seiner Krankenkasse gleich gut behandelt werden.
  • Jeder sollte im Krankheitsfall und Pflegefall unabhängig von seinem Wohnort, von seiner Herkunft, seinem Alter,seinem Geschlecht, seiner familiären Situation und seiner gesellschaftlichen Stellung gleich gut behandelt werden.
  • Die Krankenversicherung sollte nicht über den Arbeitslohn oder andere direkte lohnabhängige Abgaben finanziert werden.
  • Die Kranken- und Pfegeversicherung sollte durch eine Kombination aus
    • einer persönlichen Abgabe jedes einzelnen Bürgers in konstanter Höhe unabhängig von Einkommen und Besitz.
    • einer Abgabe auf Genußgifte wie Alkohol, Nikotin, Ernährung
    • einer Abgabe auf Umwelteinflüsse wie Lärm und Luftverschmutzung
    • einer Abgabe auf Schichtarbeit und Berufsrisiken
    • diagnosebezogener Eigenbeteiligungen des Patienten
    • einer Zuwendung durch den Staat

finanziert werden.

  • Die medizinische Beratung und Behandlung muß unter Achtung der menschlichen Würde und des Selbstbestimmungsrechts des Kranken in bestmöglicher Qualität erfolgt.
  • Das Personal im Gesundheitssektor muß gute Arbeitsbedingungen haben. Es muß genügend Personal für die Erfüllung des Versorgungsauftrages bereitstehen.
  • Das Gesundheitssystem soll effizient und kostengünstig arbeiten
  • Die Qualität des Gesundheitssystem sollte von extern unabhängig kontrolliert und verbessert werden, möglichst ohne daß die Kontrolle Bürokratie erzeugt und von den medizinischen Mitarbeitern oder sonst jemandem manipuliert werden kann.
  • Die Krankenhäuser und Ambulanzen sollten in Form von Genossenschaften in den Besitz der dort arbeitenden und versorgten Bevölkerung übergehen.
  • Wichtige Medikamente, die aus wirtschaftlichen Gründen von der Industrie nicht mehr produziert werden, werden von staatlichen oder öffentlich rechtlichen Betrieben in guter und überprüfter Qualität bereitgestellt.

Weitere PrinzipienBearbeiten

Unwirksames nicht bezahlenBearbeiten

Unwirksame medizinische Maßnahmen und Medikamente sollten nicht bezahlt werden. Im deutschen Gesundheitssystem wird noch viel zu viel Unwirksames bezahlt. In den Gesetzen muß ein klarer Satz stehen:

Unwirksames wird nicht bezahlt. 
Die Wirksamkeit einer medizinischen Maßnahme muß zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Behandlungsfehler und ihre FolgenBearbeiten

Jeder Patient sollte automatisch gegen Behandlungsfehler versichert sein und einen angemessenen Schadensersatz bekommen. Ob ein Patient über eine Maßnahme aufgeklärt wurde oder nicht spielt dabei keine Rolle.

DokumentationBearbeiten

Jede medizinische Maßnahme muß dokumentiert werden.

Jeder Patient sollte auch über finanzielle Eigenbeteiligung zu einem möglichst gesundheitsförderlichen Verhalten angeregt werden.Bearbeiten

Das beste Gesundheitssystem und der beste Arzt nützen nichts, wenn der Patient nicht gesund werden will.

TransparenzBearbeiten

  • Jedes Krankenhaus und jeder Facharzt muß jährlich seine Behandlungsstatistik veröffentlichen.
  • Alle medizinischen Studien müssen veröffentlicht werden.
  • Wichtige Studien beispielsweise für die Neuzulassung von Medikamenten müssen von einem unabhängigen amtlichen Prüfinstitut durchgeführt werden.

Ärzte müssen dem Wohl des Patienten verpflichtet seinBearbeiten

Dazu folgende Pressemitteilung vom 18.2.2013 Pharmaindustrie will die Einflußnahme auf Ärzte veröffentlichen. Siehe http://www.welt.de/gesundheit/article113718634/Wie-gross-ist-der-Pharma-Einfluss-auf-die-Aerzte.html

Welche Arten von Einflußnahme der Industrie gibt es ?Bearbeiten

Torsten Strohmeyer, GlaxoSmithKline Weit über 90 Prozent aller Anwendungsbeobachtungen, die in der Industrie laufen, halte ich für wissenschaftlich nicht angezeigt.

  • Ghostwriting: Fachartikel werden nicht von Ärzten geschrieben sondern von professionellen pharmagesponserten Schreibfirmen.

Chef der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig: Ein großes Problem ist etwa das Zustandekommen von Fachartikeln über klinische Studien zu neuen Arzneimitteln

  • Kongressreisen und andere Fortbildungsmaßnahmen werden von Firmen gesponsert.
  •   Pharmavertreter: Die Ärzte werden von ihnen beeinflußt, um neue Produkte zu verschreiben.

Eckhard Schreiber-Weber, Vorstand von   Mezis Das eigentliche Problem sind die vielen kleinen Einflussnahmen Es gibt ca 15000 Pharmavertretern in D die die Produkte ihrer Firma anpreisen.

  • Zeitschriften: Die Industrie finanziert Ärztezeitungen in den ihre Produkte gut wegkommen. Die Zeitungen werden umsonst verschickt.
  • Internetportale: Die Firmen betreiben medizinische Portale mit positiver Information über Ihre Produkte. Die Ärzte haben kostenlosen Zugriff auf die sonst eigentlich kostenpflichtigen Seiten.
  •   Ärztemuster. die Pharmavertreter verteilen kostenlose Medikamentenpackungen, um den Arzt zum Einsatz zu bewegen.
  • Fortbildungsveranstaltungen mit Abendessen werden gesponsert.
  • Krankenhäuser erhalten eine Reihe von Tabletten umsonst, um zu erreichen, daß sie im Arztbrief als Empfehlung auftauchen.

Welche Einflüsse der Krankenkassen und der KV auf Ärzte gibt es ?Bearbeiten

Der   Medizinische Dienst wird derzeit von den Krankenkassen finanziert. Das untergräbt seine Unabhängigkeit und sollte geändert werden.

Welche Einflüsse der Krankenhausverwaltungen auf Ärzte gibt es ?Bearbeiten

  • Einweisungsprämien, es werden Einweisungsprämien an niedergelassen Ärzte für jeden eingewiesenen Patienten bezahlt.
  • Gewinnbeteiligung und Zielvorgaben: Um möglichst viele lukrative Eingriffe zu erreichen, werden Gewinnbeteiligungen bezahlt und Zielvereinbarungen über Operationszahlen vertraglich festgelegt.

Ziele von MedileaksBearbeiten

Medileaks existiert offensichtlich nicht mehr.

  • Medileaks war eine anonyme Internetplattform, um Misstände im Gesundheitswesen anzuprangern.

Zitat Ziel von Medleaks ist es, Vorgänge im Gesundheitswesen öffentlich zu machen, die gegen den Grundsatz einer vorrangig uneigennützigen, ethischen Patientenversorgung verstossen. Für die Patientenversorgung hat allein die medizin-ethische Verantwortung der Behandler und Beschäftigten gegenüber ihren Patienten und der Bevölkerung massgeblich zu sein. Dieser Verantwortung sind alle wirtschaftlichen und politischen Interessen nachzuordnen. Die Realität im Deutschen Gesundheitssystems sieht jedoch anders aus. Ein schwer durchschaubares Geflecht verschiedener Interessengruppen vertritt oftmals vorrangig wirtschaftliche und sonstige Eigeninteressen. Dieses ist letztlich zum Schaden des Patienten. Viele Ärzte und andere Beschäftigte können es beispielsweise nicht mehr mit ihrem Selbstverständnis vereinbaren wenn:

  • regelhaft keine oder nur ungenügende Ausbildung von Berufsanfängern stattfindet,
  • systematische gegen das Arbeits(zeit)gesetz verstossen wird,
  • fragwürdige Arbeitsbedingungen durch indirekte Drohung mit einem Arbeitsplatzverlust durchgesetzt werden
  • oder sogar unethische Einflussnahme der Verwaltung auf die medizinische Behandlung stattfindet.

Probleme mit MedileaksBearbeiten

siehe https://www.heise.de/tp/features/Medileaks-Krankenhaus-Datendiebstahl-4050305.html