Feuerwehr-Dienstvorschriften: Feuerwehr-Dienstvorschrift 1


FwDV 1

Lösch- und Hilfeleistungseinsatz

Stand: 2006
Gültigkeit: national

Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 1 - Lösch- und Hilfeleistungseinsatz (FwDV 1) beschäftigt sich mit dem Grundsätzlichkeiten im Einsatz in Technischer Hilfeleistung, sowie dem Löscheinsatz. Sie ersetzt die FwDVen 1/1 und 1/2, ist allerdings noch nicht in allen Bundesländern eingeführt. Erläuterung zur FWDV1

Allgemein

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Persönliche Schutzausrüstung

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Die Mindestausrüstung besteht aus

  1. Feuerwehrschutzanzug
  2. Feuerwehrhelm (mit Nackenschutz)
  3. Feuerwehr-Schutzhandschuhe
  4. Feuerwehr-Schutzschuhwerk

Hierzu können in den verschiedenen Einsatzzenarien weitere Gegenstände hinzukommen. Im Brandeinsatz sind hier z.B. der Feuerwehrgurt, Atemschutzgerät oder Hitzeschutzanzug zu nennen. In der Technischen Hilfe z.B. ein Gesichtsschutz, Warnkleidung oder Schnittschutzkleidung

Einsatzausrüstung

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Ergänzend zu der Persönlichen Schutzausrüstung können weitere Ausrüstungsgegenstände für die Einzelnen Funktionen hinzukommen.

Funktion Ausrüstung
Einheitsführer Handsprechfunkgerät, ggf. Funktionskennzeichnung, Beleuchtungsgerät...
Melder Ggf. Beleuchtungsgerät, Handsprechfunkgerät...
Trupp im Brandeinsatz Ggf. Isoliergeräte, Brand-Fluchthauben, Feuerwehraxt, Feuerwehrleine im Leinenbeutel...
Trupp im Technischen Hilfeeinsatz Ggf. medizinische Handschuhe, Sanitätsausrüstung, Brechstange...

Leinen und Seile

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Im Feuerwehrdienst werden 3 Arten von Leinen benutzt:

1. Feuerwehrleine
  dient als Rettungs-, Sicherungs- und Signalleine

Feuerwehrleinen sind immer weiss

2. Mehrzweckleine
  als Ventilleine, Absperrleine oder Bindeleine

Mehrzweckleinen dürfen nicht zur Sicherung von Personen genutzt werden. Mehrzweckleinen sind rot eingefärbt (Merke: Rot ist Tot!!!)

3. Kernmantelseile
  werden bei der Sicherung in absturzgefährdeten Bereichen verwendet. Bei dieser Tätigkeit kommen nur Dynamikseile zur Anwendung

Sichtzeichen

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Sichtzeichen dienen der Verständigung über weite Strecken ohne Funkgerät oder bei Lärm.
Einige der wichtigsten sind:

Achtung, Verstanden
Ausgestreckten Arm senkrecht hochhalten

Wasser marsch, Starten
Arm seitwärts abgewinkelt aus Schulterhöhe mehrmals hochstoßen

Wasser Halt, Arbeit einstellen
Arm seitwärts abgewinkelt aus Schulterhöhe mehrmals nach unten stoßen

Sammeln
Mit ausgestrecktem Arm über dem Kopf große Kreise beschreiben

Löscheinsatz

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Wasserentnahme

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Transport von Saugschläuchen
Der Transport von A-Saugschläuchen erfolgt entweder von 1 oder von 2 Feuerwehrleuten. 1 Saugschlauch wird hier von einem, und 2 Schläuche von zweien getragen. Wird nur ein Schlauch benötigt, so achtet der Träger darauf, dass der Schlauch möglichst senkrecht gehalten wird, um die Unfallgefahr zu mindern. Bei 2 Saugschläuchen halten die Träger je einen Schlauch in ihrer linken und rechten Hand. Der Schlauch wird so gehalten, dass ein Träger vorn und der andere hinten ist.

Kuppeln von Saugschläuchen
Dass Kuppeln erfolgt durch 4 Feuerwehrleute: Zwei, die kuppeln, zwei weitere halten die Schläuche. Die Saugschläuche werden zunächst von Hand vorgekuppelt und danach mit den Kupplungsschlüsseln durch Rechtsdrehen fest verschlossen.

Anbringen der Leinen
Die Mehrzweckleine wird mittels Zimmermannsschlag oder Mastwurf mit Spierenstich an dem Saugkorb befestigt. Anschließend wird jeder Saugschlauch mittels Halbschlag vor der Kupplung gesichert. Die Halteleine wird an einem geeigneten Festpunkt festgeknotet.

Die Ventilleine wird mit dem Karabinerhaken in das Auge oder den Ring der Rückschlagventils des Saugkorbs eingehängt.

Zuwasserbringen
Die Saugleitung wird zunächst an die Pumpe angekuppelt. Anschließend folgt das Zuwasserbringen. die Saugleitung soll genügend tief entgegen der Fließrichtung liegen. Danach wird die Halteleine an geeignetem Ort unter Spannung festgeknotet. Bei einer Tragkraftspritze wird diese eventuell gegen Verrutschen gesichert.

Wasserentnahme aus Unterflurhydranten
In der einen Hand wird der Unterflurhydrantenschlüssel so gehalten, dass das "Schlüsselteil" unten ist. In der anderen das Standrohr so, dass das Gewinde oben und die Abgänge unten sind. Gehalten wird es an den Haltegriffen unterhalb der Abgänge so, dass es in der Ellenbeuge liegt.
Das Standrohr wird nach Entfernen des Staßendeckels, des Klauendeckels und Reinigung des Sitzes in den Unterflurhydranten eingesetzt und durch Rechtsdrehen mit dem Griff festgezogen.
Danach wird mit dem Unterflurhydrantenschlüssel der Hydrant geöffnet (bis zum Anschlag aufdrehen und anschließend eine halbe Umdrehung zurück!) und gespült.

Auslegen von Druckschläuchen

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Legt ein Trupp seine Leitung selbst, so wird diese vom Verteiler in Richtung Einsatzstelle ausgelegt, anderenfalls von der Einsatzstelle zum Verteiler.

Auslegen von Druckschläuchen
Das Auslegen des doppelt gerollten Schlauches kann durch Auswerfen oder durch Abrollen aus der Armbeuge erfolgen.

Vornahme des C-Schlauches über tragbare Leitern
Die Vornahme von leeren C-Druckschlauchleitungen über tragbare Leitern darf nur bis auf Höhe des 1. Obergeschosses erfolgen. Darüber hinaus muss der Schlauch mittels Feuerwehrleine hochgezogen bzw. hochgeführt werden. Der Schlauch wird so über die Schulter gelegt, dass das Strahlrohr auf dem Rücken ist.

Kuppeln von Druckschläuchen
B-Schläuche werden grundsätzlich von zwei Feuerwehrangehörigen gekuppelt.
C-Schläuche können von einem Feuerwehrangehörigen gekuppelt werden.
Das Kuppeln der Schläuche erfolgt in der Regel von Hand und kann ggf. mit Kupplungsschlüsseln unterstützt werden.

Auslegen der Schnellangriffsleitung
Ein Trupp geht mit dem Strahlror vor, während ein anderer Trupp durch herausziehen der Leitung unterstützt. Nach dem Befehl "Wasser marsch" gibt der Maschinist Wasser auf die Leitung.

Bedienung der wasserführenden Armaturen

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Verteiler
Die Abgänge am Verteiler sind so zugeordnet:
links: 1. Rohr
rechts: 2. Rohr
mitte: 3. Rohr oder Sonderrohr

Strahlrohr
CM-Strahlrohre (Mehrzweckstrahlrohr der Größe C) dürfen nur von 2 Feuerwehrleuten verwendet werden
BM-Strahlrohre dürfen ohne Stützkrümmer nur von 3, mit Stützkrümmer von 2 Feuerwehrleuten verwendet werden

Strahlrohre dürfen im angekuppeltem Zustand nicht geöffnet abgelegt werden.

Einsatz von Kleinlöschgeräten

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Bei Inbetriebnahme eines Feuerlöschers dürfen sich keine Körperteile in Wirkrichtung des Überdruckventils und des Löschstrahles befinden. Nach Beendigung des Einsatzes ist der Feuerlöscher auf den Kopf zu stellen und drucklos zu machen.

Technische Hilfeleistung

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Einfache Geräte

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Brechstange
Die Brechstange wird als Hebel entweder zum Öffnen von Türen oder zum Heben von Lasten benutzt. Beim Heben muss immer darauf geachtet werden, dass ausreichend untergebaut wird.
Bei Kraftfahrzeugen können die Türen mittels Brechstange für einen Einsatz des Spreizers vorbereitet werden.

Nageleisen
Das Nageleisen wird zum Ziehen von Nägeln oder zum Aufbrechen von Türen oder Fenstern benutzt.

Feuerwehr-Werkzeugkasten
Im Feuerwehr-Werkzeugkasten befinden sich zahlreiche Werkzeuge, die im Feuerwehreinsatz benötigt werden können.
So zum Beispiel:
● Anziehen und Lösen von Rohrverbindungen
● Trennen von Drähten
● Sägen von Metallteilen
● Anziehen und Lösen von Schraubenverbindungen
● Meißeln von Stahl und Stein

Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten
Der Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten ist für Sicherungsaufgaben an elektrischen Anlagen vorgesehen
So z.B.
● Feststellen der Spannungsfreiheit
● Ziehen von Niederspannungs-Hochleistungssicherungen (NH-Sicherungen)
● Sichern gegen Wiedereinschalten
● Kenntlichmachen von freigeschalteten Anlagen
Der Feuerwehr-Elektrowerkzeugkasten ist nur von Elektro-Fachpersonal zu benutzen!

Elektrische Anlagen

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Verlegen von Leitungen

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Der Aufbau elektrischer Leitungen erfolgt immer vom Verbraucher zum Stromerzeuger hin. Der ausführende Trupp nimmt die Stecker der Verbraucher und steckt diese in die Steckdose der elektrischen Leitung. Der Trupp führt nun die Kabeltrommel in Richtung des Stromerzeugers. Der Maschinist nimmt die andere Steckdose und steckt diese in den Stromerzeuger. Die Kabeltrommel muss immer vollständig abgewickelt werden.

Beleuchtungseinrichtungen

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Handscheinwerfer
Der Handscheinwerfer ist ein netzunabhängiges Beleuchtungsmittel. Er dient in der Regel zum Ausleuchten beim Vorgehen an Einsatzstellen.

Kopfleuchte (Helmlampe)
Helmleuchten werden fest am Helm angebracht, so dass der Benutzer beide Hände frei hat.

Flutlichtstrahler
Flutlichtstrahler dienen dem großflächigen Ausleuchten von Einsatzstellen.
Die Einsatzstelle soll blend- und schattenfrei so ausgeleuchtet werden, dass Gefahrenstellen erkannt werden sowie sicheres Retten und Arbeiten möglich ist.

Gerätebezogene TH

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Ziehen, Heben, Spreizen und Bewegen von Lasten

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Hebebaum Der Hebebaum ist ein einfacher Hebel, der aus Holz besteht, und an der Spitze mit Metall verstärkt ist. Er ist etwa 3-4 Meter lang und kann zum Heben von nicht allzu großer Höhe benutzt werden. Wie bei der Benutzung von allen Geräten sollte auf einen Gesichtsschutz geachtet werden, da der Hebebaum bei Überlastung leicht brechen kann. Natürlich muss die Last auch gegen Wegrutschen gesichert und sofort nach dem Anheben unterbaut werden.

Spreizer Der Spreizer ist ein hydraulisch betriebenes Gerät, das in aller Regel bei Verkehrsunfällen benutzt wird, um die verunglückte Person zu befreien. Beim Ansetzen des Spreizers an das Fahrzeug ist auf eine erschütterungsarme Arbeitsweise zu achten, um dem Verunglückten nicht noch mehr Verletzungen durch die Bewegung am Fahrzeug zuzufügen. Beim Umgang mit dem Spreizer ist unbedingt auf eine Gesichtsschutz zu achten.

Abstützen

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Personenbezogene TH

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Transport von Verletzten

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Sichern in absturzgefährdeten Bereichen

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Retten und Selbstretten

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Sichern von Einsatzstellen gegen fließenden Verkehr

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