Werkzeug


Volkbearbeitungswerkzeuge

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Haube, Bluse und Handschuhe

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Schleier und Handschuhe

Zum normalen Arbeiten direkt an den Bienen wird eine Bluse mit angearbeiteter Haube und Handschuhen benötigt. Ob Handschuhe verwendet werden, hängt vor allem von einem selbst ab. Ich kann den Einsatz nur empfehlen. Es gibt aber auch viele Menschen, die meinen, mit Handschuhen zu wenig Feingefühl zu besitzen. Zudem sollten lange Hosen getragen und diese in Gummistiefel gesteckt werden. Wenn möglich, sollte helle Kleidung getragen werden.

Viele gestandene Imker arbeiten ohne Haube. Ich denke, dass gerade Anfänger in der Behandlung der Bienen sicherer werden sollten, bevor sie ohne Haube arbeiten.

 
Besen

Ein weicher Besen mit wenigen Borsten oder auch ein Gänsekiel wird verwendet, um die Bienen von den Waben zu kehren. Dabei wird aber keinesfalls so vorgegangen, als ob Schmutz weggekehrt wird, eher ist es ein „behutsames Wegdrängeln“ der Bienen von ihrem Arbeitsplatz, eine Bitte, die Wabe kurz zu verlassen.

Stockmeißel

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Stockmeißel

Der Stockmeißel ist das mechanische „Universalwerkzeug“ des Imkers. Er wird benutzt, um die Zargen der Bienenbeute voneinander zu trennen und aus der Beute Waben zu entnehmen und um Propolis und Wachsverbauungen abzuschaben. Der Stockmeißel muss aus hochwertigem Werkzeugstahl gefertigt und gehärtet sein. Im Gegensatz zu einem normalen Meißel ist der Stockmeißel an einem Ende um 90° gebogen und außerdem an beiden Enden scharf geschliffen.

Wabenzange

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Die Wabenzange wird zum Entnehmen der Waben benutzt, da mit den Fingern nur schlecht zwischen die Waben zu kommen ist. Gerade bei der ersten Wabe ist es besonders schwierig, einen Anfang zu finden. Wenn die erste Wabe erst draußen ist, fällt der Rest des Kastens nicht mehr so schwer. Bei Oberbehandlungsbeuten benötigt man keinen Wabenheber. Dort reicht der Stockmeißel. Ein weiterer Vorteil des Wabenhebers ist, dass man nur eine Hand zum Heben oder Festhalten der Wabe braucht und mit der anderen Hand arbeiten kann, ohne die Wabe irgendwo abzustützen.

Rauchgeräte und Pfeifen

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Rauchgerät

Rauchgeräte und Pfeifen gibt es in verschieden Varianten. Sie werden benutzt, um die Bienen zu „beruhigen“. Eigentlich ist „beruhigen“ das falsche Wort. Rauch löst bei den Bienen einen Alarmreflex aus, denn Feuer ist ja für ein Bienenvolk eine ernste Gefahr. Die Bienen füllen dann ihren Honigmagen und bereiten sich darauf vor, den Stock zu verlassen. Ursprünglich gab es die Imkerpfeife, auch Dathepfeife genannt. Sie hat zwar den Vorteil, das man die Hände frei hat. Die Nachteile überwiegen aber:

  • sie ist (vor allem für den Imker) recht unhygienisch,
  • sie belastet die Schneidezähne
  • es kann dazu kommen, das man Rauch in die Lunge bekommt, so dass man husten muss.

Von den Rauchmaschinen sollte man diejenige mit Blasebalg vorziehen, da man hier den Rauch besser kontrollieren kann und nicht Gefahr läuft, dass im falschen Moment das Uhrwerk nicht aufgezogen ist, oder dass die Batterien leer sind. Für Brennmaterial gibt es die unterschiedlichsten Vorschläge.


Rauchmischungen

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Es gibt im Imkereifachhandel käuflich eine ganze Reihe von Rauchmaterialien zu kaufen. Prinzipiell eignet sich alles, was viel Rauch erzeugt. Üblich sind:

  • trockenes morsches Holz (das besorgt man sich am einfachsten direkt aus dem Wald ).
  • Eine Mischung aus:
    • Getrockneter Apfeltrester (also das Material, das nach dem Pressen der Äpfel zu Apfelsaft übrig bleibt),
    • Erdnussschalen und
    • getrockneten Bioorangenschalen.
  • Eierkartons (nicht die aus Polystyrol)

Stockkarten

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Stockkarten sind ein wichtiges Hilfsmittel für den Imker. Zu jedem Volk sollte eine Stockkarte existieren. Auf dieser Karte verzeichnet der Imker alle Arbeiten und Eingriffe am Volk, damit man die Volksentwicklung nachvollziehen kann. Stockkarten kann man fertig als A5-Vordruck kaufen oder diese hier ausdrucken (BITTE ERGÄNZEN!!!).
Folgende Basisinformationen finden sich auf einer Stockkarte:

Volksnummer

Auf einer Stockkarte werden die Eingriffe als Kürzel aufgeschrieben. Folgende Kürzel haben sich eingebürgert:

Kürzel Symbol Beschreibung
K Königin
Dr Drohne
A Arbeiterin
We l Weiselnäpfchen leer
We b Weiselnäpfchen bestiftet
We M Weiselnäpfchen mit Made
Wz D Weiselzelle verdeckelt
Wz K Weiselzelle im Käfig
Wz g Weiselzelle geschlüpft
W Waben
B e,o,g Brut, Dahinter kommen drei Zahlen: eier , offene, geschlossene Brut
BW Brutwaben
H Honig
F Futter
BR Brutraum
HR Honigraum
AG Absperrgitter
V n Volksstärke, die Zahl dahinter gibt die Stärke an von 1 = schwach 2 = stark und 3 = sehr stark)
M Mittelwände
Ba Baurahmen
f Fehlt
up rauf
down runter
GD Gemülldiagnose
TF Totenfall
VD n Varoamilbenfall pro Tag
Z Zarge
n G m Zargen über und unter dem Absperrgitter
a ausgebaut
na nicht ausgebaut
ASB Ameisensäurebehandlung
OxB Oxalsäurebehandlung
PerB Perizinbehandlung
BayB Bayvarolbehandlung
TyB Tymovarbehandlung

Werkzeuge, zum Schleudern und Abfüllen

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Schleuder

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Schleuder

Die Schleuder ist heute das Werkzeug, um den Honig aus den Waben zu bekommen. Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Arten. Alle basieren auf dem Prinzip, dass die Waben in Rotation versetzt werden und dann die Zentrifugalkraft den Honig aus der Wabe herausschleudert. Einfache Ausführungen werden von Hand angetrieben. Handangetriebene Schleudern eignen sich für Imker mit weniger als 10 Völkern. Danach rate ich dringend zu einer elektrisch betriebenen Schleuder. Bei fast allen Herstellern kann man den Motor nachkaufen, so dass man zuerst mit einem preiswerten Handantrieb starten kann und dann mit wachsender Imkerei den Motor nachkauft.

Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Typen:

  • Tangentialschleudern
    Bei den Tangentialschleudern werden die Waben um den Außenradius des Korbs angeordnet. Der Hauptnachteil von Tangentialschleudern ist, dass die Waben gewendet werden müssen. Es gibt Selbstwendeschleudern, die das automatisch machen. Prinzipbedingt braucht man bei einer Tangentialschleuder die doppelte Zeit pro Wabe wie bei einer Radialschleuder. Dafür arbeitet eine Tangentialschleuder wabenschonender. Für einen Hobbyimker ist sie die erste Wahl, da sie auch günstig in der Anschaffung ist.
  • Radialschleudern
    Bei den Radialschleudern sind die Waben wie die Speichen in einem Rad angeordnet. Bei dieser Anordnung müssen die Waben nicht gedreht werden. Der Honig fließt beidseitig heraus. Allerdings müssen die Umdrehungsgeschwindigkeiten höher sein als bei der Tangentialschleuder, was die Waben stärker belastet. Dazu kommt, dass die Kräfte, die auf die Waben wirken, nicht einheitlich sind, so dass die Gefahr des Wabenbruchs in einer Radialschleuder höher ist.

Entdeckelungsgeräte

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Entdeckelungsgabel

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Die Entdeckelungsgabel ist ein recht einfaches Werkzeug, mit dessen Hilfe man die kleinen Wachsdeckel von Honigwaben, die man schleudern möchte, entfernen kann. Gebräuchlich sind Ausführungen mit Holz- oder Kunststoffgriff, wobei meiner Meinung nach die Kunstoffvariante aus hygienischen Gründen vorzuziehen ist.

Entdeckelungsgeschirr

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Unter einem Entdeckelungsgeschirr versteht man normalerweise eine Wanne, die mit einem Edelstahlsiebeinsatz ausgestattet ist. Außerdem sind meistens noch zwei metallene Bügel vorhanden, auf denen man die zu entdeckelnde Wabe ablegen kann.

Wabenbock

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Der Wabenbock wird benutzt, um Waben zu transportieren. Es ist einfach ein offener Kasten, der mit einer Wabenhalterung bestückt ist. Für die Arbeit an den Völkern benötigt man bei der Magazinimkerei, anders als bei der Hinterbehandlung, keinen Wabenbock. Allerdings ist es ein praktisches Werkzeug, um beim Schleudern die entdeckelten Waben zwischenzulagern. Er ist für den Anfang nicht notwendig.

Abfüllkübel und Siebe

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Siebe

Prinzipiell benötigen Sie unter der Schleuder einen Auffangbehälter. Auffangbehälter unterscheiden sich von Lagerbehältern durch Siebeinsätze und Abfüllhähne. Sie sind aus hygienischen Gründen aus Edelstahl und haben typischerweise ein Volumen von 35l oder 50l. Reine Abfüllbehälter gibt es auch in der Ausführung aus lebensmittelechtem Kunststoff, die Edelstahlvarianten können mehrere 100kg Honig fassen. Die Lagerung kann gleichfalls in Kunststoff- oder Edelstahlbehältern erfolgen. Aus Kostengründen sind dies oft Kunststoffeimer mit 25l oder 40l (Hobbock) ohne Quetschhähne. Siebe sind aus Edelstahl oder Nylongewebe. Oft werden sie als Doppelsieb kombiniert verwendet. Ein Grobsieb in flacher Form wird kombiniert mit einem Feinsieb in runder oder spitzer Form.

Rührer und Auftauer

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Um die vollständige Aushärtung zu vermeiden, muss der Honig nach dem Schleudern einige Tage lang regelmäßig gerührt werden. Neben Handrührern gibt es auch Einsätze im Bohrmaschinenformat. Die Form des Rührers variiert von Tellern mit Aussparungen, über Propeller hin zu Spiralen. Um einen auskristallisierten Honig abzufüllen, muss dieser wieder verflüssigt werden. Dies geschieht durch elektrische Heizspiralen die sich durch den Honigblock im Behälter schmelzen, oder durch dem Behälter extern zugeführte Wärme. Wichtig ist in allen Fällen die Thermostatfunktion, um den Honig nicht zu schädigen.

Werkzeuge zur Wabenpflege

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Rähmchenherstellung

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Die eigentliche Herstellung der Rähmchenteile erfolgt mit üblichen Tischlerwerkzeugen. Der Imker kann sowohl Einzelteile, zusammengebaute Rähmchen als auch fertig gedrahtete Rähmchen kaufen. Der Zusammenbau kann durch Nageln, Druckluftklammern oder Schrauben erfolgen. Zum Einfügen der Drahtösen gibt es im Fachhandel Rähmchenlocher. Das wichtigste Werkzeug ist eine Stromquelle zum Einlöten der Mittelwände. Neben Autobatterien, Ladegeräten, Miniatureisenbahntrafos und Notebooknetzteilen bietet der Fachhandel auch hier spezielle Transformatoren. Wichtig ist der unterschiedliche Widerstand von Edelstahl- und verzinkten Draht. Neben der ausreichenden Leistung ist besonders auf die Sicherheit zu achten! Nicht kurzschlussfeste Akkus können explodieren, Spartrafos können Netzspannung führen, elektronische Netzteile Brände verursachen und beim Löten von Edelstahldraht wird im oberen Bereich der Kleinspannung gearbeitet. Damit die Mittelwand gleichmäßig um die Drähte schmilzt müssen diese gespannt sein, ein Drahtspanner mit ineinandergreifenden Zahnrädern strafft den lockeren Draht durch ein Wellenmuster. Alternativ gibt es Zangen zur Wellenprägung.

Wachsgewinnung

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Die beiden bekanntesten Verfahren sind das Dampfschmelzverfahren und die Verwendung eines Sonnenwachsschmelzers. Der schwierigste Punkt ist die Wachsklärung. Sieben und Filtrieren kann beim Dampfwachsschmelzen durch Phasentrennung ergänzt werden. Durch sehr langsames Abkühlen der Schmelze sinken die Schmutzstoffe ab und verbleiben im Wasser. Bei Schmelzgefäßen aus unedlen Metallen kann es zu Wachsverfärbungen kommen, diese können durch Zugabe von Zitronen- oder Ameisensäure behoben werden. Wachs mit Wassereinschlüssen eignet sich nicht als Kerzenwachs.