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Giordano BRUNO und das christliche Glaubensbekenntnis

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Ein Beitrag zur Kirchengeschichte der Renaissance. Da die Verurteilung Giordano BRUNOS (1548-1600) durch die katholische Kirche, die zu seinem Feuertod geführt hat, oft als historisches „Fehlurteil“ der Kirche kolportiert wird, soll mit dem folgenden historisch/dogmatischen Lehrwerk eine Klarstellung und eine Umkehr in derartigen Beurteilungen BRUNOS eingeleitet werden; verbunden mit einer, sich daraus ergebenden, theologischen Schlussfolgerung über die Sonderstellung von uns Menschen im Kosmos.

(‚Grüne‘ Textpassagen in Klammern sind Erklärungen zum Haupttext oder weiterführende Exkurse zum Thema. ‚Schlüssel-Wörter/Sätze‘ zum Thema sind „orange“ kodiert. Zitate werden ‚kursiv‘ und »orange« dargestellt. Dogmatische ‚Fachtermini‘ sind „blau“ kodiert. Bibelzitate sind »violett«.)


Das Urteil

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Im Fall BRUNO muss zwischen der kirchlichen Verurteilung seiner Thesen und dem Strafurteil zum Feuertod unterschieden werden. Die These, dass es im Universum „Welten“ gäbe, gleich unserer Erde, mit intelligenten Lebewesen, gleich uns Menschen, die alle eine unsterbliche Geist-Seele hätten, die alle, gleich uns, dem Tod verfallen wären, und die in Konsequenz daher überall auch einen „Erlöser“ aus dem Tod bräuchten, der »in allem uns gleich ist, außer der Sünde« (4. Hochgebet der katholischen Messliturgie), wurde von der Kirche im Prozess gegen Giordano BRUNO abgelehnt, und als »nicht mit dem Glauben der Kirche vereinbar«, verurteilt.

Die Verurteilung dieses Menschen zum Feuertod im Jahr 1600 entsprach der damaligen Rechtslage, (der ‚Tatbestand‘ eines „überführten Ketzers“ hatte die Höchststrafe zur Folge), was jedoch nach unserem heutigen Rechtsempfinden mit Nichts gerechtfertigt werden kann. Dass die katholische Kirche dieses Strafurteil zum Feuertod, das damals mit ihrer Zustimmung zustande kam, heute ablehnt und als „Unrecht“ beurteilt, bedeutet jedoch nicht, dass ihr damaliger Entscheid gegen Giordano BRUNOS These der ‚Vielen-Welten‘ unberechtigt gewesen wäre. Dieser Schiedsspruch entsprach äquivalenten Entscheide aus der Tradition der Kirche, und ist somit im Kontext des christlichen Glaubens berechtigt gefällt worden.

Der Glaube an ‚Viele-Welten‘ (den Atomisten LEUKIPP und DEMOKRIT zugeschrieben) ist schon bald, nachdem das Christentum 313 n.Chr. durch Kaiser KONSTANTIN I. offiziell anerkannt worden war, um 384 n.Chr. durch den Heiligen PHILASTRIUS, Bischof von Brescia, in seinem ‚Diversarum hæreseon liber‘ als »Häresie« klassifiziert worden. Diese Klassifikation wurde im frühen 5. Jahrhundert durch den Heiligen HIERONIMUS und den Heiligen AUGUSTINUS wiederholt, dann nochmals durch den Heiligen ISIDOR um 620 n.Chr. Nach dem ‚Corpus Juris Canonici‘ von Papst GREGOR XIII., maßgebendes Gesetzbuch von 1582 bis 1917, ist »die Ansicht unzähliger Welten nicht mit dem Glauben der Kirche vereinbar«. Zahlreiche Autoritäten der Christenheit sind zum gleichen Urteil gekommen, darunter Theologen, Juristen, Bischöfe, ein Kaiser, drei Päpste, fünf Kirchenväter und neun Heilige; (vgl. Alberto A. MARTINEZ, ‚Burned alive: Giordano Bruno, Galileo and the Inquisition‘, 2018; vgl. dazu besonders : https://www.theologie-naturwissenschaften.de/startseite/leitartikelarchiv/giordano-bruno-deutsch. Diese an sich gut recherchierte Darstellung verkennt jedoch die ‚dogmatischen‘ Implikationen der kirchlichen Verurteilung im Fall BRUNO.) In diesen Entscheide geht es der Kirche in erster Linie um ein zentrales Dogma ihres Selbstverständnisses.

(Wenn BRUNO von „Welten“ spricht, so sind das für ihn — wie für seine Zeitgenossen — immer „bewohnte Welten“, gleich unserer Erde, mit intelligenten Bewohnern; die eine Geist-Seele hätten, wie wir. Von der Prüfungskommission wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass Bewohner dieser „Welten“, falls es sie gibt, auch sterblich wären, wie wir hier auf Erden, und daher immer auch einen „Erlöser“ aus dem Tod bräuchten, wie wir. Ob um Sterne Planeten kreisen, wie die Erde um die Sonne, ist für die Kirche irrelevant, betrifft kein Dogma, und wird auch nicht entschieden durch das Urteil gegen BRUNO. In ihm geht es vielmehr um die existenzielle Glaubensfrage der „Erlösung“ aus dem Tod durch JESUS CHRISTUS, dem „Sohn GOTTES“. Nur wer das ‚bestreitet‘ ist — nach damaliger Sprachregelung — ein „Ketzer“.)

Die Naturphilosophie BRUNOS

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Weil der Mönchspriester aus dem Dominikanerorden, Giordano BRUNO, Neues und Spektakuläres über den Kosmos gehört und vielleicht von KOPERNIKUS gelesen hat, glaubt er — wie viele Naturphilosophen und Naturforscher nach ihm — nun selbst ‚bestimmende‘ Aussagen über die ‚Welt‘ und auch über GOTT machen zu können : Für BRUNO ‚zeigt‘ sich dieser, sein ‚Gott‘, in der Unendlichkeit und Schönheit, bzw. in der ‚ewigen’ Ordnung des Kosmos. Dieser ‚Gott‘ hat jedoch keine eigene Existenz für sich; er ist nur als zeitlich-ewiger ‚Grund‘ der Welt denkbar, bzw. die Welt als ganze, das Universum für sich, ist selbst schon die Offenbarung ihres göttlichen ‚Grundes’. BRUNOS spekulative Naturphilosophie beruht auf der These, dass dieser göttliche ‚Grund‘, als ‚Erstes Prinzip, als ‚unendliche Ursache‘, das Universum als zeitlich-ewige, ‚unendliche Wirkung‘ aus sich ‚hervorgebracht‘ habe. Wobei diese Ursache nicht transzendent zu ihrer Wirkung gedacht wird, sondern sich auf demselben Level mit der Wirkung befindet; in ihr sozusagen ‚aufgeht‘. (Jedoch dieses ‚Hervorgebrachte‘ ist nicht die „Schöpfung“ GOTTES im Sinne der Kirche, d.h. es ist keine creatio ex nihilo et sui et subjecti.) Das aus BRUNOS ‚Erstem Prinzip‘ ‚Hervorgebrachte‘, das unendliche Universum, ist praktisch allein ‚alles‘, was es gibt. Es gibt für BRUNO damit kein ‚Jenseits‘, keinen ‚GOTT-Vater im Himmel‘, und natürlich auch keinen „Sündenfall“.

(Nach christlicher Überzeugung jedoch ist unsere ‚Welt‘, d.h. unser Universum, die katastrophale Konsequenz unseres „Sündenfalls“ im Paradies/Himmel, den wir und die ‚Welt‘ mit dem unausweichlichen Tod und Vergehen ‚bezahlen‘ müssen. Unsere ‚Welt‘ ist nicht ‚unendlich‘, sondern durch einen Raum, mit ‚nur‘ drei Dimensionen, und durch eine unwiederbringlich ‚endende‘ Zeit begrenzt. Vergänglichkeit und Tod sind die wesentlichen Konstitutiva unserer Welt; und der Mensch ist ‚schuld‘ daran ! Unsere ‚Welt‘ ist ‚endlich‘.)

BRUNO hält dagegen : »Wer also behauptet, seine, [d.h. ‚Gottes‘] Schöpfung sei endlich, setzt eine nur endliche Schöpfertätigkeit und ein nur endliches Schöpfungsvermögen [dieses ‚Gottes‘] voraus. … Wer also die Unendlichkeit der Schöpfung leugnet, leugnet auch das Unendlichsein des schaffenden Vermögens. … Wir wissen sicher, dass dieser Raum [mit den ‚Vielen-Welten‘] als Wirkung und Erzeugnis einer unendlichen Ursache und eines unendlichen Prinzips, [das ist BRUNOS ‚Gott‘], auf unendliche Weise unendlich sein muss (‚Zwiegespräch vom unendlichen All und den Welten‘, Seite 43, und ‚Das Aschermittwochsmahl‘, Seite 153).

Das heißt im Klartext : Insofern das ‚unendliche Prinzip‘, (der brunianische ‚Gott‘), eine zeitlich-ewige, ‚unendliche Einheit‘ ist, die alles ‚bewirkt‘, ist auch das — von ihm ‚bewirkte‘ — Universum als zeitlich-ewige, ‚unendliche Einheit‘ zu begreifen, das, wie/als der ‚Gott‘ BRUNOS, ebenfalls ‚göttlich‘ unendlich ist. Als »sinnlich wahrnehmbarer Gott« (PLATO ‚Timaios‘ 92c), ist der Kosmos daher zeitlich-ewig, anfangs- und endlos, und hätte somit, (entgegen der Lehre der Kirche), keinen Augenblick der „Schöpfung“ und es wird in Folge auch keine „Wiederkunft JESU CHRISTI“ und kein abschließendes „Endgericht“ geben.

(Für unser Universum ist die Annahme der raum-zeitlichen ‚Unendlichkeit’ nach unserem heutigen Wissensstand rein physikalisch unzutreffend, denn es hat einen zeitlichen Anfang, den sog. ‚Urknall‘ vor 13,787±0,020 Milliarden Jahren, und damit hat es auch eine, raum-zeitlich bedingte, nicht unendliche Ausdehnung, d.h. Expansion. Eine ‚Unendlichkeit‘ der Schöpfung, theologisch begründet in der ‚Unendlichkeit‘ des Schöpfers, gilt nur für den ‚Himmel‘ ! Das gilt jedoch nicht von unserem Universum. BRUNO lässt das Faktum „Ursünde“ der Menschen im Paradies/Himmel außer Acht. Ihretwegen ist unser Universum raum-zeitlich ‚endlich‘ und ‚begrenzt‘, und nicht ‚unendlich‘ und ‚grenzenlos‘, wie der ‚Himmel‘ GOTTES. Die unwiederbringlich vergehende Zeit und der auf drei Dimensionen beschränkte Raum sind die bestimmenden Konstitutiva unseres faktisch ‚endlichen‘ Universums. Beides gilt jedoch nicht für GOTT und auch nicht für seinen ‚Himmel‘. Die ‚Endlichkeiten‘ von Zeit und Raum unseres Universums verweisen auf eine Ursache, die nicht in GOTT liegt. Für GOTT ist die ‚Unendlichkeit‘ konstitutiv. Für „ADAM und EVA“ ist die ‚Endlichkeit‘ bzw. die ‚Sterblichkeit‘ zum Konstitutivum geworden, nachdem sie sich vom ‚unendlichen‘, ‚unsterblichen‘ GOTT bewusst abgewendet/getrennt hatten, da sie ohne den zeitlos-ewigen GOTT, aus sich heraus, — im ‚Essen‘ der ‚verbotenen Frucht‘ — ‚selbstbestimmt‘ wie GOTT sein wollten. Erst durch diese „Ursünde“ der Menschen im Paradies/Himmel kam die Vergänglichkeit und der ‚Tod‘ in die ‚Welt‘, und damit wurde die unwiederbringliche, alles ‚beendende‘ Raum-Zeit ‚Realität‘. Die „Ursünde“ wurde zur „Erbsünde“, derzufolge viele Zeitgenossen, auch heute noch, ohne den ‚ewigen‘ GOTT, aus sich heraus, unabhängig und frei vom biblischen GOTT, ‚selbstbestimmt‘ leben wollen.)

BRUNO leitet die Existenz der ‚Vielen-Welten‘ von der Allmacht seines ‚Gottes‘ ab : Dieser ‚Gott‘, (alias ‚unendliches Universum‘), habe mit seiner ‚unendlichen Macht‘ — potentia absoluta — ‚unzählige Welten‘ erschaffen. So wie unsere Welt in der unermesslichen Weite des Kosmos Raum einnimmt, so tun das auch diese unzähligen anderen ‚Welten‘, und so wie unsere Welt von Lebewesen bewohnt ist, so seien auch diese anderen ‚Welten‘ bevölkert. (Das behauptet Giordano BRUNO, jedoch mit der, von ihm bestrittenen, dogmatischen Konsequenz — und das ist der entscheidende Kritikpunkt, der zu seiner Verurteilung führte — dass diese, mit ‚Geist‘ begabten und beseelten ‚Bewohner‘ der ‚Vielen-Welten‘, aber wie wir, immer auch einen „Erlöser“ bräuchten. Dieser „Erlöser“ müsste sie aus der unwiederbringlich vergehenden Zeit und aus dem unausweichlichen Tod „erlösen“, dem auch sie, wie alles Leben in unserem Universum, unterworfen wären.)

In mindestens vier der erhaltenen Vernehmungsprotokolle (zwischen 1592 und 1598) insistierte BRUNO wiederholt darauf : »Die Erde ist ein Stern, [ein archaischer Ausdruck für jeden Himmelskörper,] und die Sterne beinhalten unzählige Welten«; (nach A.MARTINEZ. Ebd.) Jedes Mal weigerte er sich, seine Aussagen zurückzunehmen. Bis zuletzt hat BRUNO seine These der ‚unzähligen Welten‘ mit Bewohnern — für ihn ohne „Erlöser“ — nicht widerrufen. Die sterblichen Bewohnern dieser ‚unzähligen Welten’ brauchen, seiner Überzeugung nach, keinen „Erlöser“ aus dem Tod. Da es in seiner Ideologie keinen „Sündenfall“ gibt, ist eine „Erlösung“ aus dem Tod durch einen „Erlöser“ nicht notwendig; da es für ihn ja auch keinen ‚Tod‘ gibt. Es ist auffällig, dass der ehemalige Priestermönch BRUNO, der, als ein GOTT geweihter ‚Priester‘, eigentlich bei der „Erlösung“ der Welt und der Menschen durch JESUS CHRISTUS in der Spendung der kirchlichen Sakramente mitwirken hätte sollen, dieses theoretisch/theologische ‚Konstrukt‘ der ‚Viele-Welten‘ ohne ‚Jenseits‘, ohne ‚Tod‘, und ohne „Erlöser“ entwickelt hat, mit dem er offenbar seine Bestimmung als ‚Priester‘ zu verleugnen suchte :

Wir brauchen ohnehin keinen „Erlöser“ aus dem ‚Tod‘, denn der »Schrecken vor dem Tod« oder vor der »flammenden Glut« (!) ist für BRUNO »Torheit«, denn »frei ist die Seele vom Tod; vielmehr die frühere Wohnung tauscht sie mit einem neuen Sitz und lebt und wirkt in diesem«. Es gibt eigentlich keinen ‚Tod‘. »Alles wechselt, doch nichts geht unter«. (‚Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen‘, Seite 44f)

Eine weitere Konsequenz seiner ‚Gott‘- und ‚Viele-Welten-These‘ ist : Keinem Gestirn kommt eine besondere Stellung zu, und auch die Erde verliert damit ihre bis dahin ausgezeichnete Position als Mittelpunkt des Alls; oder im Umkehrschluss : So wie die Erdbewohner die Empfindung haben, sich im ‚Zentrum des Alls‘ zu befinden, haben dies mit gleichem Recht, nach BRUNO, auch die hypothetischen Bewohner der vielen anderen ‚Welten‘.

Die Reaktion der Kirche und die Konsequenzen

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Auf Grund der wiederholten Entscheide zahlreicher Autoritäten der Kirche wird im Prozessverlauf die ‚Viele-Welten-These‘ BRUNOS, mit sterblichen Bewohnern, gleich uns, mit einer unsterblichen Geist-Seele, gleich uns, als »Häresie« abgelehnt, weil sie »nicht mit dem Glauben der Kirche in Übereinstimmung gebracht werden kann«. Das heißt im Umkehrschluss : Es gibt auf diesen erdähnlichen ‚vielen Welten‘ keine mit ‚Geist‘ begabte und intelligente Bewohner, mit einer unsterblichen Geist-Seele, gleich uns ! Wenn es sie gäbe, müsste, auf Grund der Heilstheologie der Kirche, konsequenterweise JESUS, ihr „Erlöser“, auch auf allen diesen vielen ‚Welten‘ geboren werden und vielfach (an einem Kreuz) sterben, zur Sühne für diese Bewohner, um auch dort sein „Erlösungswerk“ vollbringen zu können, wie er es für uns getan hat. Denn „Erlösung“ kann nur dann geschehen, wenn der „Erlöser“ denen (auch im Tod) gleich wird, die er aus dem Tod „erlösen“ will. Eine Ideologie, die einem Dogma der Kirche widerspricht, wird »Häresie« genannt. Die ‚Viele-Welten-These‘ mit theoretisch vielen „Erlösern“ ist deshalb »häretisch«, denn sie widerspricht dem christlichen Dogma der Einzigkeit und Einmaligkeit der „Erlösung“ durch JESUS CHRISTUS auf unserer Erde — gemäß der „Schrift“ :

»Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben.« (1Pet 3,18 (EU)).
»Nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, [wie der Hohe Priester im jüdischen Sühneritus es wiederholt machen muss], sondern mit seinem eigenen Blut ist er, [durch Tod und Auferstehung hindurch], ein für alle Mal in das Heiligtum, [das ist der Himmel — das Paradies — GOTTES, zu dessen ‚Rechten‘ JESUS jetzt für immer ‚sitzt‘], hineingegangen und so hat er, [ein für alle Mal], eine ewige „Erlösung“ bewirkt« (Heb 9,12 (EU)).
Theologen erklärten schon Jahrzehnte vor BRUNO : »wir können nicht annehmen, dass zwei oder viele Welten existieren, [mit Bewohnern, die der „Erlösung“ aus dem Tod bedürfen, gleich uns], weil wir auch nicht annehmen, dass zwei oder viele Christusse [als deren „Erlöser“] existieren (RICCHIERI Ludovico et alia, 1542; nach A.MARTINEZ. Ebd.)

In BRUNOS Ideologie war der Glaubensentscheid der Kirche nicht einordbar, denn er braucht keinen „Erlöser“ aus dem ‚Tod‘ für seine mit ‚Geist‘ begabten, intelligenten Bewohner in den ‚unzähligen Welten‘, da es für ihn den ‚Tod‘ »eigentlich gar nicht gibt«. (Die Frage, ob sich die Erde im ‚Zentrum des Alls‘ befindet oder nicht, ist hier im dogmatischen Kontext nebensächlich ! Auch die Anzahl und die Position der anderen ‚Welten‘ im Kosmos ist theologisch irrelevant.)

Im Glauben an GOTT, der sich in seinem Sohn, JESUS CHRISTUS, geoffenbart hat, wissen wir Christen, (auch nach diesem Urteil gegen BRUNO und den vielen äquivalenten kirchlichen Entscheide) dass es im ganzen Universum nur uns Menschen gibt, als die einzige Art von Lebewesen, die eine unsterbliche Geist-Seele haben, und die deswegen fähig sind, mit dem unendlichen GOTT eine „Dialogpartnerschaft“ eingehen zu können, trotz unserer Endlichkeit. Damit haben wir Menschen eine Sonderstellung im Kosmos. BRUNO hat dagegen an seiner These der ‚Viele-Welten‘ mit ihren vielen hypothetischen Bewohnern bis zum Schluss festgehalten und damit die Notwendigkeit eines „Erlösers“ für sie bestritten. Für BRUNO hat der Mensch keine Sonderstellung im Kosmos.

Maßgebend für alle Fehlformen der Weltdeutung sind die willkürlichen Bestimmungen von ‚Geist‘ : ‚Geist‘ ist nicht »in allen Dingen« und »durchdringt« nicht »das Ganze« als die »Form der Materie« oder als die »Seele der Dinge«, (‚Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen‘, Seite 43), wie sich das BRUNO vorgestellt hat, in Anlehnung an platonistisch-idealistische Vorstellungen. (Intelligenz, bzw. ‚Geist‘ ist auch keine ‚Funktion‘ der Materie, z. B. der Neuronen im Gehirn : Materialismus. ‚Geist‘ ist auch nicht ein ‚Produkt‘ der Evolution : Evolutionismus.) »GOTT«, der alles ‚aus Nichts‘ erschaffen hat, der alles bestimmt und ordnet, »ist Geist« (Johannes Evangelium 4,24). Insofern ist ‚Geist‘ in Wirklichkeit die Voraussetzung, das Prinzip, der transzendente Grund für die Existenz von allem, was ist. GOTT ist das Leben, der uns das Leben gibt, und der uns auch den ‚Geist‘ »einhaucht« (nach Genesis 2,7 NeÜ). Somit sind wir Erden-Bewohner erst durch dieses Geschenk GOTTES zu etwas ‚Besonderem‘ und ‚Einzigartigen‘ im Kosmos geworden : zu ‚Menschen‘, mit jeweils einer einmaligen, unsterblichen Geist-Seele, mit der wir GOTT »im Geist und in der Wahrheit anbeten« können (Johannes Evangelium 4,23); im Unterschied zu allen anderen Lebensformen (im Universum). Damit ist die kosmologische „Sonderstellung des Menschen in Wirklichkeit“ genuin theologisch geklärt.

Mit dem Urteil der Kirche gegen die ‚Viele-Welten-These‘ BRUNOS wird in erster Linie die geschichtliche Einmaligkeit und außerordentliche Einzigkeit der „Erlösung“ für uns Menschen durch JESUS CHRISTUS, als »der eine, [der sich] für die vielen [geopfert hat]« (vgl. Römerbrief 5,19), hervorgehoben und als letztentscheidend für jeden Menschen betont, als das zentrale christliche Dogma. (Es geht der Kirche bei der Ablehnung der ‚Viele-Welten-These‘ um „Theologie“ und nicht um Kosmologie.) BRUNO scheint das christliche Glaubens-Wissen um die Einzigartigkeit der „Erlösung“ durch JESUS CHRISTUS, und die Wichtigkeit dieser Tat JESU für jeden Sterblichen, jedoch bewusst in seiner ‚Viele-Welten-These‘ ‚vergessen‘ zu haben.

In zweiter Linie wird uns durch dieses Urteil der Kirche die Einzigartigkeit und historische Einmaligkeit von uns Menschen und unserer Erde bewusst gemacht und geklärt, ohne dass dafür auf irgendwelche geozentrische Kosmologie-Argumente rekurriert werden muss. Wegen unseres „Sündenfalles“ im Paradies/Himmel ist die Welt so, wie sie ist : endlich und der Vergänglichkeit unterworfen. Durch die „Ursünde“ des ‚Menschen‘ im Paradies/Himmel ist der »Tod in die Welt [in unser Universum] gekommen« (vgl. Römerbrief 5,12). Deswegen, d.h. speziell ‚unseretwegen‘, ist GOTT, aus Liebe und Mitleid, Mensch geworden, um uns aus diesem vom Tod gezeichneten Universum ‚heimzuholen‘.

Die Einzigartigkeit, Einmaligkeit und Besonderheit der „Stellung des Menschen im Universum“ ist eigentlich schon allein aus der Tatsache ersichtlich, dass der allmächtige, unsterbliche GOTT nicht ein mächtiger ‚Engel‘ (auch nicht ein hypothetischer ‚Bewohner‘ einer dieser sog. ‚Vielen-Welten‘), sondern für uns ein leidensfähiger, sterblicher Mensch auf dem Planeten Erde geworden ist. GOTT hat in JESUS, dem „Sohn GOTTES“, wegen unseres Zustandes »unser Fleisch angenommen« (vgl. Johannes Evangelium 1,14) aus der Jungfrau MARIA, vor ca. 2000 Jahren, in einem Land, das heute sowohl Palästinenser als auch Israeli für sich beanspruchen, genau auf dem dritten Planeten im System ‚Sol‘, einer Balkenspiral-Galaxis im Virgo-Superhaufen, in einem der unzähligen Filamente unseres Universums.

„Erlösung“ kann nur dann geschehen, wenn der „Erlöser“ denen im Tod ‚gleich’ wird, die er aus dem Tod „erlösen“ will; und wenn diese, für die stellvertretend der „Erlöser“ zur Sühne für ihre Schuld stirbt, ihn, den auferstandenen „Gottessohn“ und „Erlöser“, den Sieger über den Tod, für sich im Glauben als ihren »Herrn und GOTT« auch annehmen, um ihm, dem aus dem Tod „Auferstandenen“, ‚gleich’ zu werden. GOTT ist uns in JESUS CHRISTUS ‚gleich‘ geworden, damit auch wir GOTT durch JESUS CHRISTUS ‚gleich‘ werden können — gemäß der „Schrift“ :

»Sie alle, die GOTT im voraus, [schon »vor der Erschaffung der Welt«, Epheserbrief 1,4], auserwählt hat, [d.h. alle Menschen, als seine besonders ausgezeichneten und auserwählten, einzigartigen Geschöpfe mit einer Geist-Seele], die hat er auch dazu bestimmt, seinem Sohn [JESUS CHRISTUS] ‚gleich’ zu werden, [der »in allem uns [als Mensch biologisch] ‚gleich’ ist, außer der Sünde« ]. Nach dessen Bild sollen sie alle [durch die Taufe und die anderen Sakramente der Kirche, besonders durch den Empfang des Leibes und Blutes CHRISTI, ‚gleich’] gestaltet werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern ist. Und wenn GOTT sie dazu bestimmt hat, dann hat er sie auch berufen, und wenn er sie berufen hat [und sie diesem Ruf folgen], dann hat er sie auch für gerecht erklärt, und wenn er sie für gerecht erklärt hat, dann steht auch fest, dass sie an seiner [d.h. GOTTES] Herrlichkeit teilhaben werden (Röm 8,29-30 (GNB))

Das ist das zentrale Heils-Dogma aller Christen. Diesem Dogma stand jedoch BRUNO bewusst ‚verständnislos‘ gegenüber, bedingt durch sein philosophisches ‚Konstrukt‘ eines in sich geschlossenen, unendlichen ‚Viele-Welten-Kosmos‘, der allein ‚alles‘ ist, und — als »sinnlich wahrnehmbarer Gott« — sich selbst genügt, ohne ‚Tod‘, ohne „Erlöser“, und ohne jede Transzendenz, d.h. konkret : ohne ‚Himmel‘, ohne Engel, ohne Heilige, ohne den dreifaltigen GOTT der Bibel; und natürlich auch ohne ‚Hölle‘. Dieses ideologische ‚Konstrukt‘ wird summarisch als „Pantheismus“ bezeichnet.

Der Entscheid der Kirche gegen die ‚Viele-Welten-These‘ besagt auch, dass die „Erlösungstat“ JESU »ein für alle Mal« (vgl. Hebräerbrief 7,27) im ganzen Kosmos nur auf unserer Erde zu lokalisieren ist und sonst nirgends. (Wegen der unüberbrückbaren kosmischen Entfernungen ist jede effektive materielle Verbindung oder Kontaktmöglichkeit zwischen der Erde und den extrasolaren Planeten zur Zeit JESU ohnehin unmöglich gewesen, und es wird höchstwahrscheinlich für immer so bleiben, entgegen allen utopischen Phantasien. Damit erübrigt sich auch jede Spekulation über biologische Abstammungsverhältnisse.)

Das existentielle Glaubens-Wissen um die „Erlösung“, um die Einzigartigkeit des ‚Menschen‘, und um die Besonderheit des ‚Planeten‘, den GOTT den Menschen »zu bewahren und zu pflegen« anvertraut hat (vgl. Genesis 1,26), ist von BRUNO in sein philosophisches Kalkül nicht einbezogen- und/oder bewusst ‚vergessen‘ worden, sodass er seine ‚Viele-Welten-Spekulation‘ ohne Rücksichtnahme auf das christliche Glaubensbekenntnis durchziehen konnte. Aus den Befragungen (Inquisition) und Beobachtungen im Prozess in Rom um diesen Mann, ist die Prüfungskommission nach sieben (!) Jahren zu ihrem Schlussurteil gekommen. Unter allen Anklagepunkten war BRUNOS ‚Viele-Welten-These‘ der am schwerwiegendste Anklagepunkt, wegen der ‚dogmatisch‘ relevanten Implikation : „Giordano BRUNO, der ehemalige Priestermönch, bestreitet mit seiner ‚Viele-Welten-These‘ bewusst und vorsätzlich, dass JESUS CHRISTUS unser „Erlöser“ aus dem Tod und der „Sohn GOTTES“ ist. Er nimmt dafür sogar den Tod im Feuer ‚in Kauf‘“. (Warum? Was war der ‚Auslöser‘ in seiner Biografie, der ihn dann letztlich zu dieser, damals lebensgefährlichen Bestreitung, veranlasst hat? Das bleibt sein Geheimnis ! ) Die Faszination für den ‚Kosmos‘ und für alles, was im Universum groß und bewundernswert ist, ist bei BRUNO — Ideologie bedingt — zugleich untrennbar verbunden gewesen mit der Bestreitung, Nichtbeachtung und der totalen Seins-Vergessenheit der existenziellen Glaubenswahrheit unserer „Erlösung“ aus dem Tod durch JESUS CHRISTUS, deren gläubige Annahme für jedes Menschenleben letztentscheidend ist, für ‚Heil’ oder ‚Unheil’ in Ewigkeit — was er als ‚Priester’ eigentlich hätte ‚wissen‘ müssen ...

JESUS kann uns nur deswegen aus dem Tod „erlösen“, weil er ganz Mensch und zugleich auch ganz GOTT ist. Als Mensch hat er den Tod selbst erlitten — er weiß, wie es uns im Tod ergeht — als GOTT hat er den Tod besiegt — so kann er auch unseren Tod besiegen. So hoffen wir auf ein ewiges Leben mit ihm, und glauben, dass JESUS, als „Sohn GOTTES“, auch uns aus unserem Tod „erlösen“ wird. »… alle, die sich ihm, [dem „Sohn GOTTES“] im Glauben zuwenden, bekommen durch ihn ewiges Leben« (Johannes-Evangelium 3,15 GNB). BRUNO jedoch leugnet die „Gottessohnschaft“ CHRISTI, weil es für ihn in seiner Ideologie, (mit er sich selbst täuschte), kein ‚Jenseits‘ gibt, daher auch keinen „Sündenfall“ im Paradies/Himmel und keinen ‚Tod‘; darum ist „Erlösung“ auch nicht notwendig, und somit braucht er auch keine „Menschwerdung“ GOTTES. JESUS, der „Sohn GOTTES“, passt sicher nicht in dieses (neu)platonische (unpersönliche), »häretische« ‚Gott-Konzept‘, das BRUNO mit ‚priesterlichem‘ Enthusiasmus preist :

»Gelobt seien die Götter, und gepriesen von allem, was da lebt, sei das Unendliche, das Einfachste, Einheitlichste, Erhabenste und Absoluteste : [der ‚ewige‘, grenzenlose Kosmos, diese ‚göttlich‘ schönste] Ursache, Prinzip und Eines«. (‚Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen‘, Seite 102)
Im Anklang an PLATO : »…diese Welt [ist] ein sichtbares lebendiges Wesen, das alles Sichtbare umfasst, ein Bild des Schöpfers, ein sinnlich wahrnehmbarer Gott, der mächtigste und schönste — eben diese Eine und Eingeborene Welt« (‚Timaios‘ 92c).

Für BRUNO war es daher ‚unsinnig’, darüber zu reden, dass ‚seine‘ Bewohner auf den ‚unzähligen Welten‘ einen „Erlöser“ aus dem ‚Tod‘ bräuchten. Und so blieb er hartnäckig bei seiner ‚Viele-Welten-These‘ mit ihren hypothetischen Bewohnern, — für ihn ohne „Erlöser“. Ob um diese »leuchtenden Funken über uns« erdähnliche Planeten kreisen oder nicht, war nicht Prozess entscheidend; wohl aber, ob dort „Welten“ wären, mit sterblichen, ‚Geist’ begabten und intelligenten Bewohnern, mit einer unsterblichen Seele, die genauso einen „Erlöser“, der GOTT ist, bräuchten, wie wir hier auf Erden ! BRUNO ‚braucht‘ für sich keinen „Erlöser“ aus dem ‚Tod‘, und deswegen ‚braucht‘ er auch keinen „Erlöser“ für die hypothetischen Bewohnern seiner ‚Vielen-Welten‘. Für ihn selbst war JESUS weder „Erlöser“ noch „Sohn GOTTES“. Die Prüfungskommission hat mit ihrem Schlussurteil den ‚Sachverhalt‘ bei BRUNO genau getroffen. BRUNO ist nicht wegen seiner Verteidigung des Kopernikanischen Systems, auch nicht wegen seiner Doktrin der ‚unzähligen Welten‘, (im Sinne von : erdähnlicher Planeten), verurteilt worden, (wie Alberto A. MARTINEZ annimmt), sondern dafür, dass er bestreitet, dass JESUS CHRISTUS unser (und auch sein) „Erlöser“ aus dem Tod und der „Sohn GOTTES“ ist. Weil er das (aus ideologischen Gründen) mit seinen ‚Thesenbehauptungen‘ bewusst und auch wiederholt ‚dogmatisch‘ bestritten hatte, wurde er im Inquisitionsprozess als „überführter Ketzer“ verurteilt.

Schlussbemerkungen

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Wenn es BRUNO nur um diese kreisenden Planeten gegangen wäre, hätte kein Prozess stattgefunden. Aber es ging ihm nicht um ‚Kosmologie‘ sondern um „Theologie“, — die Lehre von GOTT und seiner Schöpfung —, die er zu einer pantheistischen ‚Viele-Welten-Spekulation‘ bewusst verzerrt und entstellt hat, angeregt durch ‚neueste‘ kosmologische Erkenntnisse, und bewusst konträr zur Lehre der Kirche, in der er einmal zum ‚Priester‘ ausgebildet und geweiht worden war. Er ist sicher kein ‚Märtyrer‘ der Kosmologie, sondern er gehörte vielmehr zur Gruppe ‚ideologisch fixierter‘ Menschen, die es bewusst und vorsätzlich ablehnen, JESUS CHRISTUS als ihren „Erlöser“ und als „Sohn GOTTES“ zu akzeptieren, die stattdessen, wie der ‚Priester‘ BRUNO, sich ihren eigenen ‚Gott‘ kreieren, nach ihrem ‚Bild‘ und Gutdünken, und die damit auch eine neue ‚Weltsicht‘ dogmatisch etablieren wollen, gegen die Bibel und gegen die Kirche; und die dann, sogar bis zum Tod, an diesem ‚Bild‘ und der zugehörigen Ideologie festhalten. Das erste von den 10 Geboten des GOTTES der Bibel lautet : »Du sollst dir neben mir kein ‚Bild’ machen« (vgl. Exotus 20,3f; Levitikus 26,1; Deuteronomium 5,7f). Nicht umsonst ist der ‚Priester‘ BRUNO auf seinen unsteten Wanderungen durch Europa sowohl bei den Calvinisten, den Anglikanern und bei den Lutheranern, und so auch bei den Katholiken, d.h. bei allen christlichen Konfessionen Europas immer wieder auf Ablehnung gestoßen.

Der Kirche steht das Recht zu, in existenziellen Glaubensfragen für sich zu entscheiden, woran sie festhalten und was sie glauben will. Wenn ein dafür ausgebildeter und geweihter ‚Priester‘, der diesen Glauben im Auftrag JESU verkünden und für ihn eintreten soll, das Gegenteil tut, d.h. ihn bestreitet, dann ist das kontraproduktiv und er schadet der Kirche. Giordano BRUNO war ein solcher ‚Priester‘. Er hat den Auftrag seines Herrn, JESUS CHRISTUS, nicht erfüllt. Er war kein »treuer und kluger Knecht« (Matthäus Evangelium 24,45).

Der Feuertod dieses Mannes zeigt erschreckend deutlich, dass der Mensch nicht nur dazu fähig ist, sondern es für sich — mit dem Wissen um die Konsequenzen — auch tatsächlich durchzieht, absolut und endgültig „Nein“ zu sagen zum Gnaden-Angebot GOTTES durch seine Kirche, „Nein“ zur Wahrheit GOTTES und „Nein“ zum Leben GOTTES, nachdem er sich geistig gegen GOTT ‚immunisiert‘ hat, durch selbst konstruierte und/oder rezipierte ‚Ideologien‘, die den GOTT der Bibel und die ‚Realität‘ des Todes aus seinem Bewusstsein ‚tilgen‘; (und der sich das „Nein-Sagen“ sein Leben lang ‚antrainiert‘ hatte). Hätte BRUNO ‚widerrufen‘, wäre er begnadigt worden, hätte er der Kirche und ihrer Lehre von GOTT ‚vorbehaltlos‘ zugestimmt, wäre er am Leben geblieben, das GOTT ihm schon in seiner Geburt aus Gnade geschenkt hat. (Hätte er JESUS CHRISTUS als seinen »Herrn und GOTT« angenommen, wie der ‚ungläubige‘ Apostel THOMAS … ) Aber das wollte er bis zuletzt nicht.

Wie Giordano BRUNO wird jeder Mensch einmal (spätestens im Tod) vor derselben Letztentscheidung stehen, zum GOTT der Bibel in JESUS CHRISTUS, als seinem „Erlöser“ aus dem Tod, absolut und endgültig „Ja“ oder „Nein“ sagen zu müssen, mit den Konsequenzen : »ewiges Leben« mit diesem GOTT oder »zweiter Tod« ohne diesen GOTT. Beides steht zur freien Wahl und entscheidet die Ewigkeit eines unsterblichen, mit einem ‚Geist‘ begabten Wesens. Es ist gut, dass der ‚Priester‘ Giordano BRUNO nicht vergessen ist; aber ein ‚Vorbild‘ für uns ‚Geist‘ begabte Wesen ist er sicher nicht. Seine Denkmäler sollen uns daran erinnern, dass das radikale und endgültige „Nein“ zum GOTT der Bibel, d.h. die Ablehnung JESU CHRISTI, als „Sohn GOTTES“, der allein nur, aus dem Tod uns „erlösen“ kann, dann konsequent — gemäß der „Schrift“ — zum endgültigen »zweiten Tod : dem Feuersee« führt (Offenbarung 20,15). Auch wenn heute das richterliche Urteil gegen BRUNO zum Feuertod am Scheiterhaufen zu Recht abgelehnt wird, so war doch der damalige kirchliche Entscheid korrekt, seine pantheistische Ideologie als »häretisch« zu verurteilen. Papst JOHANNES PAUL II. hat am 12. März 2000 den diesbezüglichen Entscheid einer historisch/theologischen Prüfungskommission bestätigt : Der „Pantheismus“ ist nach wie vor »nicht mit dem Glauben der Kirche vereinbar«.