Blender Dokumentation: Voreinstellungen

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Diese Seite bezieht sich auf Blender v2.46

Voreinstellungen laden und speichern

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Es gibt in Blender eine Reihe von Voreinstellungen, die auf alle Dateien des Benutzers angewendet werden. Diese Einstellungen betreffen Details der Benutzeroberfläche wie z.B. Einstellungen für die Maus, Schriftarten und Spracheinstellungen, aber auch voreingestellte Verzeichnisse und das generelle Aussehen von Blender (Themes). Diese Einstellungen werden User Preferences genannt und normalerweise im User Preferences-Fenster bearbeitet. Sie können diese Daten aber auch in jedem beliebigen anderen Fenster aufrufen mit WindowType > User Preferences.

Es ist eine blenderspezifische Eigenart, dass es nicht möglich ist, die Voreinstellungen separat abzuspeichern. Nach dem Motto "alles oder nichts" wird mit Strg-U das ganze aktuelle Blendfile als "Standardeinstellung" abgespeichert - und zwar genau so, wie es in diesem Moment am Bildschirm erscheint, mit allen Fenstereinstellungen, Materialien, Lampen etc. Blender erzeugt dann eine ".B.blend"-Datei, die je nach Betriebssystem und Installationsart in einem Ordner abgelegt, und beim Starten von Blender oder mit File->New geladen wird. Das heißt, immer wenn Sie ein neues, "leeres" Blendfile öffnen, wird es genau so aussehen, wie in dem Moment, als Sie Strg-U gedrückt haben.

Wollen Sie von Ihnen erzeugte Voreinstellungen wieder auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, benutzen Sie am besten zunächst File->Load Factory Settings und direkt anschließend File->Save Default Settings bzw. Strg-U . Das empfiehlt sich insbesondere dann, wenn Sie eine neue Blenderversion installiert haben.

Die wichtigsten Einstellungen befinden sich unter Auto Save und File Paths, diese Einstellungen sollten Sie auf jeden Fall überprüfen!

 

Am Anfang belassen Sie vielleicht Ihre Programmoberfläche (bis auf Auto Save und File Paths) in dem Zustand, in dem sie sich voreingestellt befindet. Sie werden schnell merken, wie flexibel sich die Oberfläche konfigurieren lässt und welche Einstellungen Ihrer Arbeitsweise am meisten entgegenkommen.


User Preferences-Fenster

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Das User Preferences-Fenster ist tatsächlich schon offen, Sie sehen davon aber nur einen kleinen Teil, nämlich seine Werkzeugleiste. Die Werkzeugleiste des User Preferences-Fenster enthält das Hauptmenü (File, Add usw.). Um das Fenster zu vergrößern, bewegen Sie die Maus über die Trennlinie von 3D-Fenster und Hauptmenü, bis sich der Mauszeiger in einen Doppelpfeil ändert. Drücken Sie die LMT und ziehen den Mauszeiger nach unten (Abb. 1).

 
Abbildung 1: Die Voreinstellungen

Die Einstellungsmöglichkeiten sind in sieben Kategorien aufgeteilt, die über die entsprechenden Schaltflächen ausgewählt werden.

Da die meisten Schaltflächen selbsterklärend sind oder eine hilfreiche Kurzinformation zeigen wenn Sie die Maus über sie halten, geben wir hier nur einen groben Überblick und weisen auf einige wichtige Dinge hin. Eine detaillierte aber leider veraltete Beschreibung der einzelnen Schaltflächen finden Sie im Reference Guide.

View & Controls

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Abbildung 2: View & Controls

Einstellungen, die die Reaktion der Benutzungsoberfläche auf Eingaben des Benutzers festlegen.

Display
  • Tool Tips: schaltet die Tooltips an bzw. aus.
  • View Name: Zeigt den Namen der aktuellen Ansicht oben links im 3D-Fenster an. Gerade für den Anfang eine sehr geeignete Option.
Menüs
  • Wenn Open on mouse over aktiviert ist, öffnen sich Menüs unter dem Mauszeiger, ohne dass sie angeklickt wurden. Die Aktivierungszeit kann in den beiden NumButtons darunter eingestellt werden; links für Hauptmenüs und rechts für Untermenüs (in 1/10 Sekunden).
View zoom
  • Zoom to Mouse Position: Spart das gesonderte Verschieben der Ansicht, da man mit dem Herein- und Herauszoomen gleichzeitig die Ansicht verschiebt.
  • Auto Perspektive: Gerade für Anfänger eine sehr nützliche Option. Schaltet automatisch von der perspektivischen in die orthogonale (senkrechte) Ansicht, wenn Sie eine der Standardansichten wählen.
  • Around Selection: Rotiert die Ansicht um die aktuelle Auswahl.
Select with
  • Select with Left/Right Mouse: In Blender wird in der Voreinstellung mit der rechten Maustaste ausgewählt, das können Sie ändern. Allerdings beziehen sich praktisch alle Anleitungen auf die Auswahl mit der rechten Maustaste.
  • Emulate 3 Button Mouse: Mit Alt-LMT wird dann die mittlere Maustaste emuliert. Gut für Mäuse mit nur zwei Buttons oder Laptopbenutzer.
Middle Mouse Button
  • Smooth view: Wenn Sie die Ansicht wechseln z. B. von der Vorder- zur Seitenansicht, geschieht das normalerweise abrupt. Ist dieser Button aktiviert, vollzieht sich der Übergang in einer Art Überblendung. Die Geschwindigkeit des animierten Übergangs wird in 1000stel Sekunden eingestellt. Ein Wert von 400, also 0.4 Sekunden ist i. d. R. ausreichend. Eine sehr augenfreundliche Neuerung in 2.46.

Edit Methods

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Abbildung 3: Edit Methods
Add new objects
  • Switch to Edit Mode: Bis Version 2.45 wechselte ein Objekt, das eingefügt wurde, automatisch in den Edit Mode. Dies verwirrte insbesondere Anfänger, da zwei Aktionen hintereinander ausgeführt wurden, Einfügen eines Objekts und gleichzeitiger Wechsel in den EditMode. Ab Version 2.46 bleibt das Objekt nach dem Einfügen im ObjectMode. Ist der Button aktiviert, wird wieder automatisch in den EditMode gewechselt. Es handelt sich somit um eine "Retro-Funktion", die das Verhalten aus älteren Versionen wieder herstellt. Wichtig ist dies für Nutzer, die schon viele Jahre mit Blender arbeiten und ihre Gewohnheiten nicht umstellen wollen bzw. die Vorteile der Methode beibehalten möchten.
  • Aligned to View: Seit Version 2.46 werden Objekte immer mit einer X/Y/Z Rotation von 0 bezogen auf das globale Koordinatensystem eingefügt. In den vorherigen Versionen wurde jedes Objekt "Aligned to view", also mit der Z-Achse auf den Betrachter zeigend, eingefügt. Dem Objekt wurde somit in vielen Fällen automatisch eine Rotation bezogen auf das globale Koordinatensystem mit gegeben. Ist der Button aktiviert, werden Objekte wieder mit der "altmodischen" Methode Aligned to View eingefügt, was für manche Modellierungsaufgaben sehr praktisch ist.
Auto Keyframe
  • Auto Keying: Speichert für Objekte und Bones in jeden Frame die aktuelle Position, Rotation und Skalierung. Wenn Sie Erfahrung mit dem Animieren haben, werden Sie selbst wissen, wann diese Option nützlich ist.

Language & Fonts

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Abbildung 4: Language & Fonts

Hier können Sie die Sprache der Menüeinträge, Buttons und Tooltips verändern, sowie die Schriftart auswählen, mit der diese angezeigt werden. Die sich hinter den Einstellungen verbergende Logik ist folgende: Grundsätzlich werden alle Tooltips, Buttons und Toolboxen in Englisch angezeigt, es sei denn, der Benutzer definiert eine andere Sprache. Wenn Sie also auf Deutsch umstellen, aber keinen der Buttons (Tooltips, Buttons und Toolbox) aktivieren, ändert sich nichts. So können Sie ganz gezielt bestimmte Bereiche auf Deutsch anzeigen lassen. Wir empfehlen Ihnen aber, wenn, dann nur die Tooltips auf Deutsch anzeigen zu lassen, da sowohl in den deutschen als auch den internationalen Foren immer die englischen Begriffe verwendet werden.

Vielleicht sind Sie Linuxbenutzer und empfinden die voreingestellten Schriftart der Menüs schwer lesbar. Eine Schnelleinstellung auf die aktuelle Systemschrift erreichen Sie durch Drücken der Schaltfläche International Fonts. Die Menüschrift von Blender sollte nun mit der Schriftart Ihres Betriebssystems übereinstimmen. Natürlich können Sie auch eine andere Schriftart auswählen. Drücken Sie dazu auf die Schaltfläche Select Font. Achten Sie bei der Auswahl aber darauf eine sogenannte TrueType Schriftart auszuwählen. Den Pfad des Schriftartenordners müßten Sie gegebenenfalls in Ihrer Linuxsystemhilfe heraussuchen oder online in einem Forum für Ihre Linuxdistribution erfragen. Wenn Sie sich für eine Schriftart entschieden haben drücken Sie bitte oben rechts auf die Load UI Font Schaltfläche. Ansonsten auf Cancel. Bei Benutzern des Betriebssystems Microsoft Windows und Mac OS sollte die Vorgehensweise ähnlich sein.

 
Abbildung 5: Themes

Hier können Sie viele Aspekte der Oberfläche, wie Farben, Transparenzen, Größe von Vertices, Icon-Dateien usw. einstellen. Dazu gibt es ein eigenes Kapitel Themes. Neben dem Default-Schema wird das Schema Rounded mitgeliefert.

Auto Save

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Abbildung 6: Auto Save
 

Diese Einstellungen sind wichtig, denn sie betreffen das automatische Speichern und können Ihnen helfen, unabsichtlich verlorene Daten zurückzuholen.


  • Save Versions: Beim Speichern einer Datei legt Blender automatisch eine Kopie von der vorangegangenen Version mit einer neuen Endung an: .blend1, .blend2, .blend3 usw.
  • Auto Save Temp Files: Mit dieser Einstellung speichert Blender automatisch die sich in Bearbeitung befindliche Datei in dem eingestellten Intervall. Die zuletzt gesicherte Version öffnen Sie mit File->Open Recent.
  • Save Preview Images: Seit Version 2.46 besteht die Möglichkeit im Image Browser Vorschauen von Materialien, Lampen, Worldeinstellungen etc. anzeigen zu lassen. Diese werden eigentlich "on the fly" berechnet, können aber auch bei aktiviertem Button mit in das Blendfile abgespeichert werden (96 x 96 px), was die Geschwindigkeit bei der Anzeige von komplizierten Materialien dramatisch erhöht.
 

Beenden ohne zu speichern

Achtung: Blender fordert nicht zum Speichern einer nichtgesicherten Datei auf, wenn man das Programm beendet. Blender speichert aber beim Beenden den letzten Stand der Datei. Wählen Sie File->Recover Last Session um diesen Stand anzuzeigen.


System & OpenGL

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Abbildung 7: System & OpenGL

In dieser Sektion sollten Sie es versuchen, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Graphik oder der Soundausgabe haben, oder wenn Sie kein numerisches Keypad besitzen und dieses emulieren wollen (Laptops). Des Weiteren können Sie hier die Beleuchtung für die Draw Types Solid und Shaded einstellen.

Solid OpenGL lights
  • Solid OpenGL lights: Die Objekte können in der Solid-Ansicht von bis zu drei Lampen beleuchtet werden. Hier können Sie die Richtung und die Farbe der drei Lampen wählen. Die richtige Einstellung der Solid OpenGL lights kann beim Sculpten eine wichtige Bedeutung haben.
Keyboard
  • Emulate Numpad: Belegt die Tasten 1-9 und 0 der normalen Tastatur mit den Funktionen der numerischen Tastatur. Da man die numerische Tastatur häufig benötigt, ist das für Laptopbenutzer eine wichtige Option.
Color Band

Hier fehlt eine Beschreibung

File Paths

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Abbildung 8: File Paths

Stellen Sie hier unter anderem die Pfade für die verschiedenen "Datei laden"-Dialoge ein.

  • Yfexport: Wenn Sie mit Yafray arbeiten wollen, muss hier der Pfad zum Speichern der XML-Datei angegeben werden.
  • Textures: Stellen Sie den Speicherort für ihre Texturen ein.
  • Temp: Stellen Sie sicher, dass Sie für das hier ausgewählte Verzeichnis Schreibrechte besitzen. Nur dann funktionieren die Funktionen Auto Save und Recover Last Session.

Weitere Konfigurationsdateien

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Blender legt zwei weitere Konfigurationsdateien an:

  • .Bfs: Dort werden die Pfade gespeichert, die im File Open-Dialog nach Klick auf den Doppelpfeil direkt zugänglich sind [Bookmarks]. Sie können Pfade dort direkt eintragen, oder den Image Browser verwenden und dort die Bookmarks verwalten.
  • .Blog: In dieser Datei werden die zuletzt geöffneten Dateien gespeichert.

Ordnerstruktur anlegen

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Für eigene Voreinstellungen, Skripte und Icon-Dateien legen Sie sich einen Ordner ".blender" in ihrem Heimverzeichnis an. Dieser braucht zwei Unterordner:

  • scripts
  • icons

Den scripts-Ordner tragen Sie unter File Paths im Feld Python Scripts ein.

Sie werden im Laufe der Zeit vermutlich viele Bilddateien (Texturen) sammeln, außerdem eine Materialbibliothek anlegen, Modelle herunterladen, Tutorials und Dokumentation sammeln und natürlich selber Modelle erstellen. Wenn Sie diese Dateien von vorneherein strukturiert ordnen, haben Sie es später leichter alles wiederzufinden.

Eine generelle Empfehlung vermag ich hier nicht auszusprechen, ein Beispiel könnte so aussehen:

Blender
example: für Beispieldateien
lib: Bibliothek für Referenzdaten
man: Dokumentationen
tmp: Speicherort für temporäre Dateien, z.B. für das Autosave.
tut: Tutorials
util: Hilfsprogramme wie Make Human
work: Dateien, mit denen Sie tatsächlich arbeiten.
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