Didaktisches Anliegen

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Mir ist die innere Motivation am wichtigsten. Die Freude am Verstehen sollte die lernende Person anspornen, weiter zu lernen. Das ist mein Anliegen sogar auch bei Kindern (obwohl sie nicht die Zielgruppe des Buches sind). Wenn ich Spiele in meinem Unterricht benutzen würde, wäre es vor allem um die Beziehungen der Gruppe und das abstrakte Denken zu verstärken. Entsprechend wäre die Wahl der Spiele. Allerdings spielt das Lob eine große Rolle dabei. Ich vermeide in meinem Unterricht die negative Kritik (zumindest versuche ich es :-) ). Ich konzentriere mich auf das, was ich für Wesentlich halte. Wenn die lernende Person den Vorgang einer Aufgabe (mehr oder weniger) verstanden hat, werde ich sie nur loben und auf keinen Fall tadeln, weil sie irgendwo einen Fehler hat (und auf keinen Fall ironisch sein). Beispielsweise ist es mir nicht so wichtig, wenn sie bei der Lösung eines Problems in den Zwischenschritten nicht die Einheiten schreibt. Hat sie verstanden, dass eine Einheit am Ende auch stehen soll und wie der Vorgang läuft, dann bin ich schon froh. Hat sie auch geschafft, den richtigen Wert (der den richtigen Einheiten entspricht) einzusetzen, dann bin ich noch fröhlicher! Diese Haltung würde ich mir auch von den Kollegen, die dieses Buch benutzen, wünschen...

Politisch gesehen finde ich die Mathematik sehr wichtig. Ich halte die Tatsache, dass Mathematik für schwer (und das meist gehasstes Fach) gehalten wird, für ein (grundsätzliches und großes) Versagen des Schulsystems (und der Mathematiklehrer und es ist mir egal, ob diese Aussage bei manchen Lehrern nicht gerade gut ankommt), das sogar politische Konsequenzen hat. Mathematik ist die Grundlage des logischen Denkens. Sie wurde früher und wird immer noch für politische Ziele ausgenutzt. Die Leute sollten in der Lage sein, kritisch zu betrachten, was ihnen in den Medien gesagt wird. In der Nazizeit waren z.B. die Bücher voll mit Beispielen, die den Judenhass verstärkten. Ich versuche in diesem Buch politisch engagiert zu bleiben. In diesem Sinn, vermeide ich z.B. nur Beispiele über Kosten und Einkauf zu benutzen, was den Konsumeismus verstärken könnte. Ich versuche die Widersprüche des jetzigen Systems aufmerksam zu machen aber auch Themen über die Gesundheit anzusprechen (entsprechende Aufgaben kann man im Übungsheft finden).

Allerdings muss man gestehen: Logik ist nicht so wichtig wie Intuition und Empathie. Logik basiert sich auf Grundsätze die wir letztendlich nur wegen unserer Intuition akzeptieren. Die Intuition kommt also erst vor! Leider gibt es im Schulsystem kaum oder sogar keine Möglichkeit, diese Eigenschaften zu entwickeln. Mein Wunsch ist, dass diese Tatsache sich ändert...