Benutzer:Methodios/Burgberg Niederwartha

MaterialBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meissnischen RaumBearbeiten

  • Gerhard Billig: Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meissnischen Raum. Archäologisch-archivalisch vergleichende Untersuchungen (= Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden. Bd. 20). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (Ost) 1989, ISBN 3-326-00489-3.

Wahrscheinlicher BurgwardmittelpunktBearbeiten

S. 71

  • Wehranlagen Burgberg Niederwartha wahrscheinlicher Burgwardmittelpunkt
    • w:Werner Coblenz (* 24. Mai 1917 in Pirna; † 7. Juni 1995 in Kempten (Allgäu)): Zu den slawischen Wallanlagen des Gaues Nisan. In: In: w:Gotthard Neumann (Hrsg.) * 21. Mai 1892 in Wiesbaden; † 17. März 1971 in Ost-Berlin): Frühe Burgen und Städte. Beiträge zur Burgen- und Stadtkernforschung. Festschrift w:Wilhelm Unverzagt. (= Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte, Band 2. 223 Textseiten mit 67 Textabbildungen und 26 Tafeln) Akademie-Verlag, Berlin 1954[1], S. 85-94, hier: S. 89.
    • Werner Coblenz: Bemerkungen zum Slawengau Nisan. In: Joachim Herrmann (Hrsg.), in Verbindung mit Bernhard Gramsch: Archäologie als Geschichtswissenschaft. Studien und Untersuchungen. Karl-Heinz Otto zum 60. Geburtstag. (= Schriften zur Ur- und Frühgeschichte, Band 30.) Akademie-Verlag, Berlin 1977, S 343-351, hier: S. 349.[2]

Regionales ZentrumBearbeiten

  • die drei (älteren) Wehranlagen vor Ort weisen auf ein regionales feudales Zentrum hin

Heiliger Hain (hochmittelalterlich)Bearbeiten

  • dabei zeigt die Anlage Heiliger Hain eindeutig hochmittelalterliche Züge und scheidet für die Betrachtung des 10./11. Jahrhunderts aus
  • Anm. 161: Auf die die Anlage "HeiligerHain" - Turmhügel in Spornlage - bezieht sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Herrensitz von 1205: Z. Heinricus de Wartha (CDS II, 4, 147)
    • W. Radig: Die sorbischen Burgen Westsachsens und Ostthüringens. Anhang zu W. Hülle: Die Westausbreitung und Wehranlagen des Slawen in Mitteldeutschland. Leipzig 1940, S. 119-167, S. 146.
    • O. Mörtzsch: Vom Burgward Briesnitz bis zum Burgberg Niederwartha. (= Geschichtliche Wanderfahrten, Bd. 4) Dresden 1930, S. 18.

Fehlende SchichtenbefundeBearbeiten

  • das gegenseitige Verhältnis von Burgberg und Böhmerwall ist ohne klar definierte Schichtenbefunde nicht endgültig zu bestimmen

Böhmerwall (äußerlich jünger)Bearbeiten

  • von den äußeren Merkmalen hinterläßt der Böhmerwall den jüngeren Eindruck
    • Werner Coblenz: Zu den slawischen Wallanlagen des Gaues Nisan. In: Frühe Burgen und Städte. Berlin 1954, S. 85-94, hier: S. 89.
    • Werner Coblenz: Bemerkungen zum Slawengau Nisan. In: Archälologie als Geschichtswissenschaft. Berlin 1977, S 343-351. hier: S. 349.
    • O. Mörtzsch: Vom Burgward Briesnitz bis zum Burgberg Niederwartha. (= Geschichtliche Wanderfahrten, Bd. 4) Dresden 1930, S. 18.
    • A. Kühne, A. Ranft: Geschichte und Geschichten in und um Wilsdruff. Ein Heimatbuch für das Wilsdruffer Land. Teil 1: Wilsdruff. 1930, S. 25ff.
    • Gerhard Billig: Burgenarchäologische und siedlungskundliche Betrachtungen zum Flußgebiet der Zschopau und Freiberger Mulde. In: Zeitschrift für Archäologie 15, S. 265-297, hier: S. 278.

Burgberg wahrscheinlich BurgwardmittelpunktBearbeiten

  • die größere Menge und die Datierung der Lesefunde des Burgberges sowie die Untergliederung in Hauptburg und Vorburg sprechen dafür, hier den Burgwardmittelpunkt anzunehmen

Fehlende NamensidentitätBearbeiten

  • die fehlende Namensidentität, die sicher die Zweifel über die Lokalisierung bestärkte oder neu auslöste, ist durch einen Blick auf die Ortsgeschichte leicht erklärt

Flurbild NiederwarthaBearbeiten

  • das heutige Flurbild von Niederwartha ist sekundärer Natur und erst spät entstanden
    • C. Dame: Die Entwicklung des ländlichen Wirtschaftslebens in der Dresden-Meißner-Elbgegend von der Sorbenzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1911, S. 8ff.

Ursprünglich Wartha und Wüstung GrunaBearbeiten

  • ursprünglich bestanden durch den Tännichtgrund getrennt zwei Orte, Wartha und die Wüstung Gruna
    • C. Dame: Die Entwicklung des ländlichen Wirtschaftslebens in der Dresden-Meißner-Elbgegend von der Sorbenzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1911, S. 9ff.
    • H. Beschorner, Wüstungsverzeichnis von Sachsen, Manuskript StA Dresden.
    • H. Blaschke, HOV (Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.) Leipzig 1957, S. 73.

Wehranlagen in Beziehung zu GrunaBearbeiten

  • alle drei Wehranlagen liegen östlich des Tännichtgrundes und stehen damit in Beziehung zur Wüstung Gruna, deren ursprüngliche Ortslage mit dem zugehörigen Flurbild durch die hoch- und spätmittelalterlichen Veränderungen der bischöflichen Eigengüter und das Übergreifen des rechtselbischen Naundorf auf das andere Ufer nicht zu erkennen ist
  • so wird aus der Orts- und Flurgeschichte der Bruch in der Namenstradition verständlich

Fehlen der UrkircheBearbeiten

  • gleichzeitig erklärt sich damit das Fehlen der Urkirche

Woz = WeistroppBearbeiten

S. 72

  • immer wieder wurde auf Grund der kirchlichen Verhältnissse die Lokalisierung Woz-Weistropp eingebracht
    • Werner Coblenz: Bemerkungen zum Slawengau Nisan. In: Archälologie als Geschichtswissenschaft. Berlin 1977, S 343-351. hier: S. 349.

dazu ist festzustellen:

  • 1. daß in der Flur Weistropp keine Reste eines entsprechenden Burgwalle vorhanden sind
    • W. Radig: Die sorbischen Burgen Westsachsens und Ostthüringens. Anhang zu W. Hülle: Die Westausbreitung und Wehranlagen des Slawen in Mitteldeutschland. Leipzig 1940, S. 119-167, S. 150.
    • R. Hoffmann: Standort und Funktion der Betrachtung mittelalterlicher Wehranlagen im marxistisch-leninistischen Geschichtsbild, dargestellt am Beispiel des Anlagenbestandes des Bezirkes Dresden. ungedruckte Dissertation A, Pädagogische Hochschule Dresden 1980
  • 2. daß der Ortsname sich nicht regelhaft aus dem Burgwardnamen ableiten läßt
    • E. Walther, H. Walther: Die Ortsnamen im Gau Daleminze. Deutsch-slawische Forschungen 20/21 Bd. 1, Berlin 1966, S. 109, S. 357f.
  • und 3. daß die Flurform keine eindeutige alte Blockflur darstellt
    • C. Dame: Die Entwicklung des ländlichen Wirtschaftslebens in der Dresden-Meißner-Elbgegend von der Sorbenzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1911, S. 51ff.
    • H. Blaschke, HOV (Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.) Leipzig 1957, S. 95.
  • die Kirche fügt sich diesem Gesamteindruck ein - sie besitzt fünf Beidörfer, darunter zwei echte Rodedörfer Anm. 162:
    • Hühndorf (gelänge- und waldhufenähnliche Streifenflur)
    • Sachsdorf (Gelängeflur)
    • die anderen Orte: Weistropp: Gutsblock-, Block- und Streifenflur; Niederwartha, Wildberg, beide Blockflur; Kleinschönberg, gewannähnliche Streifenflur
    • H. Blaschke, HOV (Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.) Leipzig 1957, S. 75, 92, 94, 99, 100.
  • Schlesinger fasst sie als adlige Gründung vielleicht noch des 11. Jahrhunderts auf
    • Walter Schlesinger: Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter. 2 Bde. Köln - Graz 1962, Bd. 1, S. 194.
    • vgl. Leo Bönhoff: Der Gau Nisan in politischer und kirchlicher Beziehung. In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Bd. 36, 1915, ISSN 0944-8195, S. 177–211, hier:S 180 und 199f.
  • wenn wir dabei von den Herren von Schönburg ausgehen, die 1233 im Besitz des Kirchenpatronats sind, dürfte dieser Zeitansatz zu hoch liegen und in Wirklichkeit nicht allzu weit von der Mitte des 12. Jahrhunderts entfernt sein, denn die Herren von Schönburg werden kaum eher in der Dresdner Gegend als in den Stammgebieten ihrer Herrschaft an der Zwickauer Mulde anzutreffen sein Anm 163:
    • Erster Nachweis im Zusammenhang der Reichsministerialität des Pleißenlandes 1215 - Hermann von Schönburg wahrscheinlich unter Friedrich Barbarossa aus der stiftsnaumburgischen in die Reichsministerialität übernommen worden (nach 1174)
  • ihre Entwicklung gehört in den Zusammenhang des Aufstieges der Reichsministerialität in staufischer Zeit

Urkirche in BriesnitzBearbeiten

  • beachten wir die ähnlichen kirchlichen Verhältnisse in Pesterwitz, so bleibt als einziger Burgward mit einer alten Urkirche Briesnitz
    • Walter Schlesinger: Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter. 2 Bde. Köln - Graz 1962, Bd. 1 S. 192ff., 213.
  • von dort aus gibt es viele Beziehungen zu den Orten des Burgwards Woz: Cossebaude, Leuteritz, Mobschatz, die Wüstung Gruna gehörte zum Briesnitzer Sprengel
    • Leo Bönhoff: Der Gau Nisan in politischer und kirchlicher Beziehung. In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Bd. 36, 1915, ISSN 0944-8195, S. 177–211, hier S. 177ff.
    • H. Blaschke, HOV (Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.) Leipzig 1957, S. 16.
  • damit kann die Briesnitzer Kirche, der Leisniger vergleichbar, als Urkirche für drei Burgwarde, Briesnitz, Pesterwitz, Niederwartha/Woz angesehen werden

Woz - Guozdec - NiederwarthaBearbeiten

  • vom archäologischen Befund und von den zugehörigen Orten erscheint die Identität Woz -Guozdec - Niederwartha sicher

Verhältnis Weistropp - NiederwarthaBearbeiten

  • das Verhältnis Weistropp - Niederwartha bedürfte in einem Punkt weitergehender Untersuchung
    • die Urkunde von 1140 zeigt ein rodendes Vordringen vom Burgward Woz/Niederwartha aus in eindeutig südlicher Richtung (CDS I, 2, 134, vgl. S. 42 [= CDS II, 1, 47 ...]
    • im Westen schließen sich an das Altsiedelgebiet siedlungskundlich vermittelnd Weistropp und Kleinschönberg an - man könnte auch die Arbeitshypothese bilden, daß sie auch zeitlich zwischen altbesiedeltem Gefilde und Rodeland stehen, und könnte sie als Ergebnis frühen Landesausbaus auffassen, wozu der Nachweis erst in einer Einzelstudie zu erbringen wäre
    • in diesem Falle sollte man auch die Frage der drei Köngshufen von 1046 aufgreifen (vgl. S. 55 [? ]
    • eins ist aber bereits deutlich, daß von der alten Wildlandgrenze des Burgwardes Woz/Niederwartha nachhaltige Rodungsaktionen ausgingen

Abgrenzung zum Burgward BriesnitzBearbeiten

  • die Abgrenzung zum Burgward Briesnitz ist durch die Erwähnung der zugehörigen Orte, Mobschatz und Leuteritz auf der einen und Briesnitz selbst und Leutewitz auf der anderen Seite, ganz wesentlich eingeengt
    • im damit ausgewiesenen Grenzgebiet fließt die Zschone, sie erscheint im Südosten in ähnlicher Lage wie der Tännichtgrund im Nordwesten

Anteile am anderen ElbuferBearbeiten

  • auch über Anteile am anderen Elbufer ist nachzudenken, obwohl schriftliche Nachrichten völlig fehlen

Flur Naundorf elbübergreifendBearbeiten

  • die Flur Naundorf (Ortsteil von Radebeul) greift vom rechten auf das linke Elbufer über Anm. 164
    • Kroquis: Flurnamenverzeichnis, Staatsarchiv Dresden
    • vgl. C. Dame: Die Entwicklung des ländlichen Wirtschaftslebens in der Dresden-Meißner-Elbgegend von der Sorbenzeit bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Leipzig 1911, S. 9ff. und Kartenbeilage
  • wenn dieser Sachverhalt offensichtlich auch jüngeren Verhältnissen entspringt, so zeigt sich doch darin die siedlungsmäßig verbindende Funktion der Flußtäler auch im lokalen Rahmen

Kötitz, Kötzschenbroda, SerkowitzBearbeiten

  • auf dem gegenüberliegenden Elbufer befinden sich Dörfer mit alten Ortskernen - Brockwitz ist ein Beispiel (vgl. S. 71)

S. 73

  • die nicht so zeitig und elbaufwärts folgenden Siedlungen Kötitz, Kötzschenbroda, Serkowitz zeigen siedlungs- und namenskundlich ähnliche Merkmale
    • J. Leipoldt: Das Heideland in frühdeutscher Zeit. In: O. Koepert, O.Pusch: Die Dresdner Heide und ihre Umgebung, Dresden 1932, S. 153-167, hier: S. 163f.
    • vgl. H. Blaschke, HOV (Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen.), Leipzig 1957
  • wir dürfen also vergleichend annehmen, daß der Burgward Woz/Niederwartha ursprünglich beide Seiten der Elbe umfaßt hat, und ehen den möglichen Rahmen in den Dörfern des später entstehenden Kirchspiels Kötzschenbroda
    • Walter Schlesinger: Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter. 2 Bde. Köln - Graz 1962, Bd. 1, S. 193.
    • Leo Bönhoff: Der Gau Nisan in politischer und kirchlicher Beziehung. In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Bd. 36, 1915, ISSN 0944-8195, S. 177–211, hier S. 192f., 198f.

Anmerkungen (Material)Bearbeiten

  1. Inhalt: Neumann, G. Sieben Gleichbergburgen nach dem Forschungsstande von 1952. / Bierbaum, G. Burgen und Höhensiedlungen der Lausitzer Kultur in Sachsen. / Marschalleck, K. H. Burgenprobleme zwischen Elbe und Oder. / Muth, M. und W. A. v. Brunn. Eine Probegrabung auf dem Stresow bei Spandau. Zur Stellung des Spandauer Bronzefundes. / Schuldt, E. Ein Burgwall aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts in Mecklenburg. / Hofmeister, A. Der Burgwall auf der Insel im Teterower See und die Dänenzüge nach Circipanien 1171 und 1184. / Coblenz, W. Zu den slawischen Wallanlagen des Gaues Nisan. / Rempel, H. Zur frühdeutschen Keramik des Landes Thüringen. / Mildenberger, G. Die mittelalterlichen Bodenfunde im Bereich der Leipziger Altstadt. / Nickel, E. Ein mittelalterlicher Brunnen in Magdeburg.
  2. 555, 16 Seiten, mit Abbildungen und graph. Darstellungen, Halbleinenband, Mit 45 Beiträgen internationaler Fachautoren, die das gesamte Spektrum ur- und frühkundlicher Forschung umspannen.

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