Austauschschüler-Knigge für die USA: Die "richtige" Organisation

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Die "richtige" OrganisationBearbeiten

In Deutschland gibt es über 80 Organisationen, die ein High-School Programm vermitteln. Da ist es schwierig die Übersicht zu behalten. Genaugenommen gibt es keine Gleichung, die aussagt: perfekte Organisation = perfektes Austauschjahr. So ein Jahr hängt von ganz vielen Faktoren ab wie z. B. eigene Einstellung, Sympathien zur/der Gastfamilie, etc. Zudem sollte man sich auch nicht auf das freundliche Gespräch bei der Wahl der Organisation verlassen. Du solltest schon alles selber recherchieren wie gut die Organisation ist. Oft besteht auch die Möglichkeit über die eigene Schule an eine Partnerschule ein Austauschjahr zu machen. Dies ist oft billiger. Hier findest Du eine Checkliste:

  • Partnerorganisation(en): Viele Organisationen sind nicht selber in den USA vertreten, sondern haben dort eine Partnerorganisation, mit denen sie Kooperationsverträge hat. Dein amerikanischer Betreuer (Area Rep) wird auch von der Partnerorganisation gestellt, deswegen hat die Partnerorganisation viel mehr mit dem Erfolg Deines High-School Jahr zu tun. Erkundige dich also wer die Partnerorganisation ist und forsche weiter.
  • CSIET: Der Council on Standards for International Educational Travel (CSIET) ist eine Organisation, die die Leistungen der amerikanischen (Partner)Organisationen überprüft. Deine Partnerorganisation muss eine Art Lizenz haben, um Dich an eine High-School vermitteln zu dürfen, hat sie also diese Lizenz nicht, kommst du nie an eine High-School. Auf der Website www.csiet.org findest Du heraus, wer die Standards der CSIET erfüllt.
  • Preis: Ein günstiger Preis bedeutet nicht, dass alles schon bezahlt ist. Prüfe nach ob Versicherungen, Flug, etc. im Preis inbegriffen sind. Außerdem musst du noch bei jeder Organisation mit monatlichem Taschengeld und zusätzlichen Arztkosten für die Tests und Impfungen rechnen. Einige Organisationen vergeben auch Teil- oder gar Vollstipendien. Vollstipendien werden auch vom Bundestag angeboten, das sogenannte Parlamentarische Partnerschafts Programm (PPP).
  • Seminare: Eine gute Organisation bietet Dir Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminare an. Oft sind dort auch ehemalige Austauschschüler vertreten, die mit Ratschlägen zur Seite stehen. Die Seminare vereinfachen Dir den Start ins Austauschjahr, was nicht zu unterschätzen ist.
  • Leere Versprechen: Wie eine Organisation um Gastschüler wirbt, gibt auch einen Aufschluss auf die Seriosität. Organisationen, die zum Beispiel mit amerikanische Führerscheinerwerb werben, können ihr Versprechen oft gar nicht einhalten, da der Staat entscheidet, wer einen Führerschein bekommt. Welche Behördengänge für die Führerscheinumschreibung - wenn es denn möglich ist - nötig sind, findest Du weiter unten. Bei Staatenwahl (oft mit Aufpreis) kann man abwägen, wie stark die Organisation darauf herumpocht, Staaten wie Kalifornien oder Florida sind vielleicht schöne Urlaubsplätze, aber darauf ein erfolgreiches Austauschjahr festzulegen, ist nicht Sinn der Sache. Außerdem hängt ein erfolgreiches Jahr von den menschlichen Beziehungen ab und nicht von der Wetterlage oder Vegetation.
  • Bewerbungsgespräch: Bei einigen Organisationen wird so ein Bewerbungsgespräch sehr ernst genommen, und nur eine geringer Anteil von Bewerbern wird angenommen. In den meisten Fällen ist aber so ein Interview nur pro forma, die Organisatoren wollen z. B. sehen, ob das Austauschjahr wirklich von dir gewollt ist, oder ob du völlig falsche Vorstellungen von Amerika hast, was auf die meisten Bewerber nicht zutrifft. Manche Organisationen führen so ein Bewerbungsgespräch nicht durch, ihnen ist es egal, wer mit ihnen fährt. Nutze so ein Vorstellungsgespräch auch, um die Organisation noch besser kennen zu lernen.
  • Gemeinnützig vs. Kommerziell: Gemeinnützig ist kein Gütesiegel. Eine kommerzielle Organisation kann besser oder auch schlechter als eine gemeinnützige Organisation arbeiten. Dennoch haben gemeinnützige Organisationen meistens eine andere Motivation als kommerzielle. Da sie durch ihre Arbeit keine finanziellen Gewinne machen, steht nicht die Dienstleistung sondern dein Austausch im Vordergrund. Unter www.aja.de findest du die Qualitätskriterien des Arbeitskreises gemeinnütziger Schüleraustauschorganisationen (AJA).
  • ABI e.V.: Der Verein "Aktion Bildunginformation" gibt eine Broschüre mit dem Motto: "Wie verklage ich meine Organisation" heraus. Die Dramen, die der Verein schildert, gibt es, aber sie sind nicht die Regel. Allerdings erfährt man gute juristische Tipps, z.B. dass man keine englischsprachigen Verträge unterschreiben soll.

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