Adventskalender 2011: Türchen 10

Die Zahl zehn ist die Basis unseres Zahlensystems, wir nennen es auch Dezimalsystem (von lat. decem = eins). Das bedeutet, dass man immer dann, wenn man Zehn Einheiten beisammen hat, einen Übertrag macht. Die Stellenwertigkeit lässt sich daraus ableiten, wie zum Beispiel bei 2536,8:

Stellenwert 103 102 101 100   10-1
Ziffer 2 5 3 6 , 8

Im Alltag spielt das Dezimalsystem eine große Rolle. So betrachten wir die Zahl 10000 als glatt, wohingegen uns die Zahl 27492 als krumm erscheint. Unsere Maßeinheiten basieren auf dem System, so enthält ein Meter genau hundert Zentimeter, weil man so leicht zwischen den beiden Einheiten umrechnen kann. In den Läden findet man Preise wie 99.9 €, welches psychologisch noch kleiner als 100 € erscheint. Das System erscheint und vermutlich auch deshalb naheliegend, weil der Mensch, für gewöhnlich 10 Finger besitzt, mit denen er zählen kann.

Aber natürlich gibt es auch noch andere Stellenwertsysteme, die dann mit mehr oder weniger Ziffern auskommen und in der Vergangenheit oder Gegenwart eine Rolle gespielt haben:

  • Die Babylonier verwendeten ein System, das auf Zwölfer- und Sechzigereinheiten bestand. Mit einer Hand konnten sie bis zwölf zählen und mit zwei Händen bis sechzig. Noch heute besitzen wir deshalb ein System zur Zeitmessung, bei dem eine Stunde aus 60 Minuten besteht, und auch wir sehen 12 als eine Zahl der Vollendung an.
  • Einige indogermanisch beeinflusste Völker benutzten die Daumen nicht zum Zählen, weshalb sie beim Zählen mit einer Hand nur bis vier, mit zwei Händen bis acht zählen konnten. Deshalb ist das Wort "neun" mit dem Wort "neu" verwandt, weil man bei dieser Zahl neu anfangen musste, so wie wir bei der Zahl 11.
  • Im französischen und keltischen Sprachraum war einst auch die Zählung auf Zwanzigerbasis, das Vigesimalsystem, verbreitet, weshalb heute noch Zahlwörter wie quatre-vingts (Vier Zwanziger = 80) gebräuchlich sind.
  • In der Elektrotechnik spielt das Dualsystem, welches auf der Basis zwei basiert, eine große Rolle. Es verwendet nämlich nur zwei Ziffern, "0" und "1", die sich durch die Stromstände an (1) und aus (0) repräsentieren lassen.
  • In der Informatik wird das Dualsystem ebenfalls verwendet. Um Platz zu sparen, fasst man immer vier Dualziffern zu einer Hexadezimalziffer (0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F) zusammen. Das so entstandene Hexadezimalsystem mit der Basis 16 wird ebenfalls häufig verwendet.
  • Daneben sind natürlich noch zahlreiche weitere Zahlensysteme im Gebrauch.


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