SHK-Handwerk in Sachsen: 1800 bis 1861

Töpfer, Ofensetzer, Klempner und Kupferschmiede im Königreich Sachsen in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts


Dr. Bernd Pauli: Zunfthandwerk und Industrielle Revolution, Gentner Verlag Stuttgart 2006, ISBN 3-87247-688-2


Im zweiten Teil es um die Frage nach den Auswirkungen der Industriellen Revolution auf das Handwerk, d.h. die Gewerke der Töpfer, Ofensetzer, Klempner und Kupferschmiede im Besonderen. Gerade in der Zeit zwischen 1800 bis 1861 musste das Handwerk enorme Herausforderungen annehmen und tiefgreifende Umgestaltungen meistern. Ausgehend von den politischen und herrschaftlichen Strukturen in Sachsen, den Auswirkungen der Völkerschlacht im Oktober 1813, den Verbesserungen auf den verschiedensten Gebieten der Verwaltung und dem Beitritt zum Zollverein 1834, der Handel, Gewerbe und Industrie in Sachsen in den folgenden Jahren einen Aufschwung verlieh, wird dargestellt, wie gravierend die Veränderungen in den SHK-Berufen waren und sich in der Lebenswelt der Lehrjungen, Gesellen und Meister waren. Die massive Umgestaltungen auf der beruflichen Ebene ergaben sich durch neue Entwicklungen, wie z.B. Ofenbau, der fabrikmässigen Ofenproduktion oder der Entfaltung der Gasindustrie.

Für das zahlenmäßig umfangreiche städtische Handwerk brachte die Industrielle Revolutuion erhöhte soziale Unsicherheit. Stimmte die Lage der Handwerksmeister schon nicht optimistisch, so führte die Masse der Gesellen unter bedrückenden Arbeits- und Lebensbedingungen bereits ein proletarisches Leben. Nur wenige erlangten das Meisterrecht, aber selbst bei einem solchem Glück wechselten sie nicht selten vom Gesellen- zum Meisterelend. Den Zünften als Berufsverbände gelang es nicht, stabile Strukturen zu erhalten. Mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen 1861 verloren die Zünfte alle Privelegien und Monopolrechte.





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